Montag, 29. Oktober 2018

~Buch Rezension~ "Wenn ich nicht genug bin" von A.L. Kahnau ~Buch Rezension~

Cover- und Zitatrechte: A.L. Kahnau

☁ Autor/in: A. L. Kahnau ☁ Genre: Young Adult ☁ illustriert: - ☁
☁ Verlag: Selfpublisher ☁ Taschenbuch ☁ ISBN 978-3-748-13065-9 ☁
☁ 12,99 € [D] 02,99 € [Ebook] ☁ 400 Seiten ☁ Einzelband ☁
☁ erschienen 11/2018 ☁ empfohlen ab 14 Jahren ☁

Inhalt

"SEI DOCH EINFACH DU SELBST."
"UND WENN ICH NICHT GENUG BIN?"
"GENUG WAS?""
"GENUG VON ALLEM."

"Die Leute sagen, wir sind eine Familie voller Versager.

Ein Vater, der trotz Arbeit seine Familie nicht ernähren kann. Eine Mutter, die bereits in ihrer Jugend ihr erstes Kind bekam und mit bald vier Kindern und Haushalt überfordert ist. Eine kleine Schwester, die in der vierten Klasse noch am Daumen lutscht. Ein großer Bruder, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und nachts sturzbesoffen in sein Bett kotzt.

Und dann bin da noch ich, ich die Schlimmste von allen. Denn ich betrüge jeden Einzelnen von ihnen. Jeden Tag aufs Neue." - Quelle Klappentext




Der zufällige Satz...

 
 

„Im letzen Sommer war es noch cool, Gummitwist und Fangen zu spielen. In diesem Jahr tragen meine Freundinnen Schuhe mit Absatz und echten Silberschmuck. Mein Geld reicht nicht mal für einen Stimmungsring aus dem Kaugummiautomaten.“ - Johanna

 
Pos. 652 (Ebook) Kapitel 5






Zwischen den Seiten

Johanna wohnt mit ihrer Familie in einer kleinen Wohnung, sie hat einen älteren Bruder, Tommo, eine jüngere Schwester, Emily und das dritte Geschwisterchen ist unterwegs. Geld ist in der Familie Ludwig knapp, für die 15-jährige Johanna ist es nicht leicht, mit ihrer besten Freundin Nina mit zu halten, wenn diese wieder Shoppen gehen möchte. Denn Johanna hat ein großes Problem, sie schämt sich für die Armut ihrer Familie und verheimlicht es vor ihren Freunden.

Johanna zweifelt an sich, fühlt sich nicht gut genug und vergleicht sich mit anderen. Das tat mir im Herzen weh, denn ich kann nachvollziehen, wie unsicher sie sich fühlt und leider scheint ihre beste Freundin nicht hinter dieser Maske blicken zu können. Nur der beste Freund des großen Bruders weiß um die finanzielle Situation der Familie. Für Nick stellt das kein Problem da, ihm kommt es auf andere Dinge an und er ist es der oft versucht Johanna Selbstwertgefühl zu vermitteln.

Johanna ist jung, in der Pubertät, ihre eigenen Ansichten kollidieren da schnell mit der Wirklichkeit und ich verstehe, dass sie neue Klamotten kaufen möchte, ohne über Geld nachzudenken oder mit den Freunden ins Kino gehen. Welchen Teenager ging es nicht so?

Wenn Johanna von Anfang an, ehrlich gewesen wäre, dann hätte es kein Konflikt und keine Spannung gegeben. Dass sie der eigene Wunsch nach Anerkennung so sehr unter Druck setzt, und sie zum Diebstahl innerhalb der Familie verleitet, kann ich noch nachvollziehen. Toll ist es nicht, es widerspricht auch meinen eigenen Prinzipien, aber ich konnte es verstehen.

Nur leider reitet sich Johanna immer mehr rein, doofe Situationen, wie ein eingelaufenes Seiden Top lassen sich schlecht wieder umtauschen und sie wenigstens aus dieser verfahrenen Situation, einigermaßen glimpflich heraus kommen.

Doch einer Situation folgt der nächsten und schon bald, habe ich mich mit ihr schwergetan. Johanna tut viele falsche Dinge aus den richtigen Gründen. Und bei mir hört das Verständnis an der Stelle auf, an der Diebstahl zu einem Robin Hood Grund wird. Nein, da bleibe ich hart, ihre Situation war nicht ausweglos genug dafür und deshalb hatte ich meine Schwierigkeiten mit Johanna bekommen.

Bis es zu der Entwicklung kommt, die ich mir gewünscht habe, vergeht viel Zeit.

Das Buch zu lesen war ein auf und hab der Emotionen. So habe ich mit Johanna mitgefiebert, habe ihre Tränen verstanden, wenn sie sich unverstanden gefühlt hat, oder hatte Angst um ihren Bruder Tommo, der auch nicht gerade eine Meisterleistung vollbringt, sich von unklugen Entscheidungen fernzuhalten. Ich habe mich gefürchtet und hatte Angst, dass die Gewalt eskaliert.

Nicht selten hätte ich Johanna am liebsten Schütteln wollen und an ihrer Stelle sofort alles gestanden. Was mir aber gut gefallen hat und was ich sehr wichtig in diesem Buch empfand, war die Liebe und der Zusammenhalt der Familie.

Fazit

„Wenn ich nicht genug bin“ ich glaube diese Frage stellt sich jeder ein oder mehrmals in sein seinem Leben. Vor allem in der Pubertät. Wenn die Freunde sorglos sein können, nach Herzenslust shoppen oder ins Kino gehen können, weil sie sich keine Gedanken um Geld machen müssen. Was ist aber, wenn es anders ist? Wenn das Geld knapp ist und man sich schämt vor seinen Freunden. Vielleicht würden diese einen weniger mögen? So geht es Johanna und was anfangs noch relativ harmlos beginnt, entpuppt sich nach und nach als Spirale, die sich verselbstständigt.

Nicht mit jeder Entscheidung, die Johanna trifft, war ich einverstanden. Manche konnte ich noch tolerieren, andere gingen mir dagegen zu weit. Ich kann mir vorstellen, dass es auch anderen Lesern so gehen könnte. Ihre Entwicklung dahingehend, dass ich damit fein war, lässt lange auf sich warten, hätte vielleicht auch schon früher einsetzen können. Trotzdem hat mich „Wenn ich nicht genug bin“ emotional ergriffen vielleicht, gerade weil Johanna so anders gehandelt hat, als ich es getan hätte. 4 Sterne.



Vielen Dank an Anna Lena Kahnau, für das bereitgestellte Rezensionsexemplar



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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.de
© Gewinnspiel im Rahmen des Buch Releases

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