Mittwoch, 23. Oktober 2019

Wie weit würdest du gehen? "Die Falle" von Melanie Raabe ~Buch Rezension~

Cover- und Zitatrechte: btb Random House Gruppe

☁ Autor/in: Melanie Raabe ☁ übersetzt: - ☁ illustriert: - ☁
☁ Verlag: btb Random House Gruppe ☁ Hardcover ☁ ISBN 978-3-442754915 ☁
☁ 19,99 € [D] 20,60 € [A] ☁ 352 Seiten ☁ Reihe Einzelband ☁
☁ erschienen 03/2015 ☁


Inhalt

Linda, 38 Jahre alt, ist eine erfolgreiche Bestsellerautorin, die seit 11 Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen hat. Ihren Alltag regelt sie von zu Hause via Internet oder Telefon. Ihre Assistentin und ihr Verleger besuchen sie regelmäßig. Als Inspirationsquellen dienen ihr Bücher, Dokumentationen, Reportagen oder das Internet. Während einer TV Sendung schaut sie in das Gesicht, des Mannes, den sie dafür verantwortlich macht, was vor Jahren mit ihrer Schwester geschehen ist, Victor Lenzen, renommierter Journalist. Um einen Grund zu haben, ihn ihr Haus zu bekommen, schreibt Linda einen neuen Roman, der die Vergangenheit von vor 11 Jahren beinhaltet und Victor Lenzen geständig machen soll.


Der erste Satz...

 
 

„Ich bin nicht von dieser Welt. Das sagen zumindest die Leute.“ - Linda

 
Seite 5










Meinung

„Die Falle“ arbeitet mit zwei Erzählperspektiven, zum einen wird der Roman aus Lindas Sicht erzählt und zum anderen wird ihr aktueller Roman „Die Blutschwestern“ zu einem Roman im Roman. Während die Linda Kapitel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her switchen bleibt der ihr Buch in der Vergangenheit. Beide Seiten gehen auf den Vorfall ein manchmal erwähnt Linda etwas von damals, an dem ihre Protagonisten eingehen. Manchmal sind die Protagonisten dem Linda Part einen Schritt vor raus oder beide Handlungsstränge ergänzen einander.
Lindas Erzählperspektive ist viel tiefer, durch ihre Augen sieht man Lenzen ebenfalls als Monster, man übernimmt ihre Emotionen und spürt die Abneigung so tief brodelnd, als wäre es der eigene Hass. Am Anfang war ich zu keinem Zeitpunkt unsicher, dass Victor Lenzen sich dessen schuldig gemacht hat, dass Linda ihm vorwirft.

Sobald er gemeinsam mit seinem Kameramann Lindas Haus betritt, spürt man seine Überheblichkeit. Er ahnt etwas, er weiß genau, was Linda von ihm möchte. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis diese Bombe explodiert. Aber wie soll das kontrolliert vonstattengehen? Kann das funktionieren, ohne das Linda sich strafbar macht? Diese Gedanken haben mich oft begleitet? Hätte ich Gleiches mit Gleichem akzeptieren können? Als man sich sicher sein konnte, dass Linda ihn hat, dreht sich plötzlich das Blatt.

Victor Lenzen kann beweisen, dass er nicht für das verantwortlich zu machen ist, was Linda ihm vorwirft. In seinen Augen ist er schlichtweg der Falsche. Und bäm das sitzt nicht nur bei Linda, sondern auch bei mir. Plötzlich werden Zweifel laut und gemeinsam mit Linda wusste ich auch nicht mehr wo unten und oben war. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? Wer stellt die Falle und wer tappt hinein?

Dieses Spiel mit der Wahrnehmung ist der Autorin Melanie Raabe unheimlich gut gelungen. Sie hat Linda zugleich stark und zerbrechlich wirken lassen. Lenzen ebenfalls zum Täter und Opfer gemacht. Dabei wird man als Leser mit plausiblen Gesprächen und beweisen kräftig durchgerüttelt, dass einem der Kopf schwirrt und man im zickzack Lauf der Handlung folgt.

Der Roman im Roman ist ein Stilmittel, um die Vergangenheit von zwei Seiten anzugehen auf der Seite des Romans wirkt die Perspektive distanziert, bei Linda ist sie geprägt von vielen Emotionen. Nur ging meiner Meinung nach, der Roman zum Ende hin, zu weit. Für mich hat er einfach zu viel von der tatsächlichen Vergangenheit aufgegriffen und dadurch auch etwas an Spannung vorweggenommen.

Fazit

Die Idee von einer Bestseller Autorin, deren Schatten der eigenen Vergangenheit sie ans Haus fesseln und die mithilfe einer neuen Buchveröffentlichung dem Mann eine Falle stellen möchte, den sie dafür verantwortlich macht, fand ich megaspannend. Die Figur der Linda ist emotional gezeichnet, durch ihre Augen betrachtet, übernimmt man ihre Ansichten. Und dann kommt die Wende. Die große Frage, wer die Wahrheit sagt? Linda, die vermeintlich geschädigte oder der mutmaßliche Täter Victor Lenzen? Zum Anfang hilft der Roman im Roman, alle Fakten zusammenzutragen, gegen Ende allerdings nimmt er dem Linda Erzählstrang entscheidene Dinge voraus. 4 Sterne



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ihr wollt einen Beitrag kommentieren? Bitte beachtet vorab, folgendes Bitte dass du mit Absenden eines Kommentars und beim Setzen eines Hakens für weitere Benachrichtigungen auf Folgekommentare Du Dich einverstanden erklärst, dass personenbezogene Daten (z.B. IP-Adresse, Username, E-Mailadresse, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) eventuell abgespeichert und von Blogger / Google weiterverarbeitet werden.

Kumos Buchwolke Datenschutz: https://www.kumosbuchwolke.de/p/daten.html
Google Datenschutz: https://policies.google.com/privacy?hl=de

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.