Samstag, 25. November 2017

~Buch Rezension~ "Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" von Rainbow Rowell

Cover- und Zitatrechte: dtv Verlag Reihe Hanser

Inhalt


"Liebe, Freundschaft, ein Auserwählter und viel Magie
Simon Snow ist der mächtigste Zauberer, den die Welt der Magie je hervorgebracht hat. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass Simon völlig unfähig ist, seine magischen Kräfte zu steuern. Aber dafür ist ja Watford da, das Zaubererinternat. Für Simons Zimmergenossen Baz – Vampir aus angesehener Familie und Simon in freundlichem Hass zugetan – ist er, der Auserwählte, eine wahre Fehlbesetzung. Am liebsten würde Baz den Magie sprühenden Simon mit seinen spitzen Zähnen ein für alle Mal erledigen. Doch dazu kommt es nicht, vorerst zumindest. Denn die verfeindeten Jungs tun sich zusammen, um gemeinsam mit ihrer blitzgescheiten Schulkameradin Penelope den Mord an Baz' Mutter aufzuklären. Für Simon beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Und die Welt der Zauberer steht fortan nicht nur in Liebesdingen kopf." - Quelle Klappentext


Der erste Satz...

 
 

Ich gehe allein zur Bushaltestelle. Bevor ich mich verabschiede, gibt es immer ein Mordstheater wegen meiner Papiere.“ - Simon Snow

 
Seite 11


















Zwischen den Seiten

Simon und ich hatten einen holprigen Start zusammen und ich weiß, nicht ob es an mir oder an ihm lag.

„Wer Harry Potter liebt, wird an dem Buch nicht vorbeikommen“, so wurde es mir im Vorfeld präsentiert, da war ich sofort Feuer und Flamme und habe mir noch einmal ein paar Harry-Potter-Hörbücher angehört und damit einen Fehler gemacht.

Es stimmt das Simon Snow und Harry Potter Gemeinsamkeiten haben, beide Jungen haben bis zu ihrem 11. Lebensjahr nichts von einer magischen
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Parallelwelt gewusst und entsprechend bei uns „Normalen“ oder „Muggel“ gelebt.


Der eine bei seinen Verwandten, der andere in verschiedenen Kinderheimen, bis sie in ihren Zauberschulen Hogwarts und Watford aufgenommen werden und damit ebenfalls erfahren, dass sie Berühmtheiten sind, der eine ist der Junge, der überlebt hat und Simon ist der Prophezeite, der die Magierwelt retten wird.

Simon Snow lernt man auf dem Weg zur Schule kennen, es ist sein letztes Schuljahr und er erzählt dem Leser einiges über seinen Werdegang und genau das hat mich irritiert, ich habe mich so außen vor gelassen gefühlt, weil ich die bereits vergangenen Schuljahre nicht aktiv miterleben durfte.

Bei Harry Potter konnte ich schließlich die ganze Zauberwelt entdecken und davon gab es viel, aber bei Simon Snow war das nicht möglich, nicht in dieser Fülle.

Ich war ernüchtert und enttäuscht und habe deshalb das Buch zugeklappt und beiseitegelegt. Im Kopf hing ich in dem Moment zu stark an Harry Potter fest und das sollte man trotz einiger Parallelen nicht machen, stattdessen akzeptieren das Simon Snow und Harry Potter unabhängig voneinander sind und sich nicht miteinander vergleichen lassen.

Hier lag es eindeutig an mir und so habe ich Simon Snow eine neue Chance gegeben und einen zweiten Anlauf gewagt.

Die englische Zaubergemeinschaft organisiert sich in einem Hexenzirkel, dem steht ein Zauberer vor, den alle nur den Magier nennen. Er hat die Zaubererwelt revolutioniert, denn seit er der Direktor der Schule in Watford ist, kann jeder der Magie in sich trägt, zur Schule gehen. Vor ihm war das größtenteils den Kindern aus angesehenen Häusern oder Kindern mit sehr hohem magischen Potenzial vorbehalten.

Das Zaubern finde ich äußerst kreativ, denn es lebt von der Sprache, so kann „Vom Winde verweht“, „Have a Break, have a Kit Kat“ ein Zauberspruch sein, womit Werbetexter oder Autoren zur Magie inspirieren.

Die Zauberwelt sieht sich einer großen Bedrohung gegenüber, dem Schatten. Vor allem Simon Snow ist dessen Lieblingsangriffsobjekt, denn Snow wurde der magischen Welt als dessen Retter prophezeit. Ein Umstand den Simon nicht gerade prickelnd findet, da er nicht gerne im Mittelpunkt steht.

Neben dem Schatten muss sich Simon Snow regelmäßig gegenüber seinen Zimmergenossen Baz behaupten, Magie verhindert zwar, dass sich die Jungen innerhalb des Zimmers an die Gurgel gehen können, aber Simon Snow ist stets auf der Hut. Nach dem Baz nach den Sommerferien nicht in der Schule ankommt, schrillen bei Simon die Alarmglocken.

Simon ist nicht gerade der beste Magier, seine Magie ist schon etwas speziell und eigen und befördert ihn oft in heikle Situationen, nur gut, dass seine beste Freundin Penny eine kleine schulische Streberin ist und ihn immer unterstützt. Hermine nicht ganz unähnlich, nur ist Penny, halt Penny und lässt nicht einfach in eine Schublade stecken. Dann wäre da noch die hübsche Agatha, die seine feste Freundin ist, mit der ich nicht viel anfangen konnte. Ihr fehlt in meinen Augen der Esprit von Penny.

Die Geschichte wird mit verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei der Schwerpunkt immer bei Simon Snow liegt. Allerdings kommen auch Penny und sogar Baz zu Wort.

Gerade Baz hat dadurch bei mir punkten können. Er macht absolut keinen Hehl bezüglich seiner Absichten Simon gegenüber und hier hat mich „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ umgeworfen, ich ahnte ja nicht, in welche Richtung das führen sollte. Es gibt von der Autorin Rainbow Rowell „Fangirl“ und in dem schreibt ein Mädchen eine Fanfiction über Simon Snow und seine Welt. Nun und da gibt es wohl bereits Informationen, von denen ich nichts wusste, da ich „Fangirl“ nicht gelesen habe.

Meine Zuneigung gegenüber Baz tat dem nichts an. Ich finde, Baz ist vielsichtiger und interessanter angelegt als Simon, den ich auch mochte.

Weitere Erzähler sind zum Beispiel Lucy die keine aktive Verbindung zu Simon, Baz oder Penny. Man fragt sich, wer ist Lucy und wie wird sie in die Handlung integriert? Lucy steht als Beispiel für eine Umsetzung, mit der ich bis zum Schluss nicht klargekommen bin. Lucy und weitere Erzähler machen den Leser zum einzigen der am Ende alles weiß und der Zusammenhänge begreift, bevor ohne das die jenigen es wissen, die davon betroffen sind. Für mich fühlt sich das merkwürdig an, am liebsten möchte ich petzen und alles verraten, das geht nur nicht und so etwas mag ich nicht.

Der Schreibstil ist dynamisch, so wie es die Figuren sind, die gerade am Erzählen sind. Oft chaotisch und lustig, wenn es Simon ist. Ist Baz an der Reihe schwingt da auch immer eine arrogante, melancholische Sehnsucht mit, die ich von ihm so nicht erwartet hätte. Penny ist die pragmatische vernünftige Stimme und Lucy, die Unbekannte bringt vergangene Geheimnisse mit. Irgendwie wirkt gerade dieses eigene, andere von „Aufstieg und Fall des Außerordentlichen Simon Snow auf mich.

Die Magierwelt wirkt leider nicht auf mich, sie wird zwar erwähnt, aber es bleibt bei einem Anriss. Mir fehlen schillernde Wesen, Dinge, Menschen, die mich verzaubern können. Irgendwie ist da alles so trist, grau und stark auf dem Kampf gegen den Schatten ausgerichtet.

Fazit

Harry Potter und Simon Snow haben einige Ähnlichkeiten, das lässt sich nicht abstreiten, doch sind sie auch grundverschieden. Wer zu sehr an Harry und Hogwarts hängt, könnte seine Schwierigkeiten mit Simon Snow und seiner Geschichte bekommen. Der Zauber wirkt anders, seine Welt ist anders und er ist von Anfang an ein junger Erwachsener, dadurch rückt beispielsweise die Liebe in ein ganz anderes Licht und hier ist nicht alles so, wie es scheint. Dass sich die Erzählung nicht auf nur eine Figur beschränkt, sondern immer wieder die Perspektiven wechseln, werden Leser am Ende alles wissen und das ist gewöhnungsbedürftig.

Ich mag es da aufgeräumter und geklärter. Leider hat mir auch der Umstand nicht zugesagt, dass wir uns bereits im Abschlussjahr befinden und alles was Simon über vergangene Schuljahre erzählt, ist distanziert und schafft einen unpersönlichen Eindruck. 3 Sterne.



Vielen Dank an den dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Hier gibt es noch mehr Simon Snow, Baz und Co.
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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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