Dienstag, 18. Juli 2017

~Buch Rezension zu "Am Abgrund des Himmels" von Sue-Ellen Pasley

Cover- und Zitatrechte: Guliver Belt & Gelberg Verlag

Inhalt

Das Letzte, was Grace nach ihrem Umzug von Sidney nach Bruny Island will, ist sich neu verlieben. Der Faszination des Nachbarsjungen Nick kann sie sich jedoch nicht entziehen. Als er Grace vor dem sicheren Tod bewahrt, offenbart sich sein Geheimnis: Nick ist ein Gestaltwandler – er kann sich in einen Adler verwandeln. Aber er darf keine Beziehung mit einem gewöhnlichen Menschen eingehen. Ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt? Weder Nick und Grace wollen das akzeptieren… - Quelle Klappentext



Der zufällige Satz...

 
 

Doch in dem Augenblick, als die Autotür aufgeht und ein Mädchen aussteigt – ein Mädchen mit langen knallroten Haaren, die in der Nachmittagssonne förmlich zu brennen scheinen -, bleibt mein Herz stehen, als wisse es nicht mehr, wie es schlagen muss, Adrenalin flutet durch meinen Körper und es ist derselbe Kick wie damals, als ich zum ersten Mal geflogen bin.“ - Nick
 
Seite 13
























Zwischen den Seiten

Romeo und Julia treffen auf Gestaltwandler vor australischer Kulisse.

Grace ist eine junge Frau, die in ihrem Leben schon viele dramatische Dinge erlebt hat. Ihre Familie ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Einzig ihre Großmutter Lilie ist ihr geblieben, bei der sie aufgewachsen ist.

Lilie hat aus ihrer Enkelin eine lebenslustige starke Frau gemacht, bis zu der Beziehung mit Ben. Ben hat Grace geschlagen und misshandelt, hat ihr das
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Selbstbewusstsein genommen und ihre sozialen Kontakte in Sidney kaputtgemacht. Deshalb auch der Umzug nach Bruny Island, der ein Neuanfang werden soll.


Das erklärt auch zunächst Grace ablehnendes Verhalten Nick gegenüber.

Nick ist auf Bruny Island aufgewachsen, fröhlich und hilfsbereit. Kaum das er Grace gesehen hat, weiß er sie ist die eine.

Trotz aller Zweifel und Befürchtungen von Grace aus, entwickelt sich sehr schnell eine sehr starke Beziehung zwischen den Beiden. Der Faktor Gestaltwandler und Grace Vergangenheit, die überraschend auf Bruny Island auftaucht und sie zurück haben möchte, gefährden das junge Glück.

Grace und Nick sind in „Ab Abgrund des Himmels“ die Ich-Erzähler und die einzelnen Kapitel sind kurz, wodurch sich das Buch schnell lesen lässt. Es macht eigentlich auch Spaß den beiden zu folgen, vor allem Nick ist mir anfangs ans Herz gewachsen, denn seine Unsicherheiten waren niedlich. Zum ersten Mal hat ihn die Liebe vollerwischt und am liebsten möchte er Grace nur noch umarmen.

Doch sie reagiert oft wie ein scheues Tier, mit so viel spontanen Gefühlen kommt sie nicht zurecht. Kein Wunder bedenkt man die traumatischen Erlebnisse in ihrer vorherigen Beziehung. Immer wieder betont Grace, dass diese Erlebnisse Monate zurück liegen. Trotzdem wird sie die ganze Zeit von ihren Unsicherheiten beherrscht.

Die Idee mit dem Gestaltwandler ist großartig und ich fand die Erklärungen auch schön ausgearbeitet. Es hätte mir gefallen, wenn die Gestaltwandlerthematik nicht so sehr von der dramatischen Liebesgeschichte überdeckt worden wäre.

Denn einem Drama folgt dem nächsten und das hat für mich die Spannung arg beeinflusst.

Lese Spaß

„Am Abgrund des Himmels“ bot mir zu nächst ein gutes Lesevergnügen mit kleineren Mängeln.

Zum Beispiel in Gestalt von Grace, der wohl widersprüchlichsten Figur des ganzen Buches.

Einerseits macht sie deutlich, dass sie von Nick nichts möchte, weil sie die schrecklichen Erlebnisse mit ihrem Exfreund noch nicht ganz verarbeitet hat, was ich absolut verstehen kann. Allerdings schwärmt sie nur Sekunden später davon, wie gut Nick ausschaut. Das wiederholt sich oft. Dann haben mir ihre Unsicherheiten sehr zu schaffen gemacht. Es vergeht kaum einen Augenblick, in dem sie nicht in Zweifel verfällt. Sie lässt sich zusätzlich auch schnell einschüchtern und mir fällt es schwer zu glauben, dass das alles ein Ergebnis durch Bens Einfluss ist, zumal Lillie ihr oft in den Hintern tritt und ihr klar macht, dass sie Dauertrübsal nicht duldet. Schwer vorstellbar, dass Grace mal unbeschwert und selbstbewusst gewesen ist.

Bei den ganzen Grace Päckchen schreiten sie und Nick in ihrer Beziehung zu schnell voran.

Spannung kommt auf, als Grace Besuch aus Sidney bekommt und er ihr Leben mit Nick beeinflussen möchte. Wie stark der Einfluss gewesen ist, macht Grace damit deutlich, dass sie tatsächlich gefühlstechnisch verwirrt ist. Ein guter Aufhänger für Konflikte.

Leider wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Autorin immer noch einen draufsetzen wollte, allerdings diese Handlungen nicht zu Ende, geführt hat. Denn in diesem Zusammenhang kommt es zu einer Straftat, bei deren Ende der Täter in der Versenkung verschwindet und allenfalls als Randnotiz auftaucht.

Doch wie bereits erwähnt, das waren Mängel, die mir aufgefallen sind, mir aber nicht meinen Lesespaß verderben konnten. Erst als der Konflikt in Sachen Liebe zwischen Gestaltwandler Nick und normale Grace ihren Höhepunkt erreichte, bin ich schwer enttäuscht worden.

Denn Nick den ich bis dahin für einen klugen jungen 18-Jährigen gehalten habe, lässt sich wirklich zu einer kopflosen unüberlegten Trotzreaktion hinreißen, die von vornherein nur gefährlich und dumm sein kann.

Hier zeigt sich für mich ganz deutlich, dass die Autorin zu viel gewollt hat und nicht zu Ende gedacht hat. Drama pur und ich finde die Botschaft, auch wenn sich hinterher alles auflöst, äußerst bedenklich.

Fazit

„Am Abgrund des Himmels“ bietet eine tolle Idee mit dem Gestaltwandlerthema und mit der Liebesgeschichte, die viel von der Dramatik von Romeo und Julia mit sich bringt. Vielleicht schon etwas zu viel, da sie viel Platz einnimmt und den Gestaltwandler zur Nebenfigur macht. Der stetige Perspektiv Wechsel zwischen Nick und Grace hat mir gefallen, denn dadurch lernt man die Charaktere gut kennen, außerdem las sich das Buch recht schnell. Schade, das vor allem bei Grace die Unsicherheiten alles von ihr dirigieren, das machte sie oft anstrengend und zu einer kleinen Drama-Queen. Einer Szene in der viel passiert, folgt der nächsten, wirkt allerdings auch oft nicht durchdacht und gerade der Schlussakt hat mich aufgeregt, da darin zu viel Leichtsinniges und unüberlegtes aus einer Trotzreaktion heraus geschieht, die ich sehr bedenklich fand. Deshalb gebe ich 3 Sterne.


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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hallo Cindy,

    über das Buch haben wir ja schon viel diskutiert und ich finde dir ist deine Rezi auch sehr gut gelungen. Man versteht was dich am Buch gestört hat ohne das du zu viel verrätst.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Liebe Sandra,

      danke für deinen Kommentar, ich habe diese Rezension mehrfach überflogen, eine kritische Rezension zu schreiben und dabei sachlich zu bleiben, ist nicht leicht.
      Liebe Grüße Cindy

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  2. Huhu liebe Cindy!

    Für dieses Büchlein habe ich gerade erst mein Glück bei Lovelybooks versucht. :) Der Klappentext klang echt spannend! Deine Kritik kann ich gut verstehen, denn zu viel Drama in der Lovestory ist im Fantasy Genre auch nicht so mein Ding. Bei reinen Liebesgeschichten stört mich das weniger. Sollte ich das Buch gewinnen, kann ich bald auch meine Meinung dazu veröffentlichen. Bin auf jeden Fall gespannt, ob wir uns einig sein werden. :)

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Liebe Nina,

      wann wirst du wissen, ob du das Buch gewonnen hast? Ich bin auf dein Fazit gespannt. Du kannst mir gerne Bescheid geben, sobald du das Buch gelesen hast. :)
      Liebe Grüße Cindy

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  3. Hi Cindy,
    ich bin ja echt neugierig auf das Buch und nach deiner Rezi noch viel mehr, da ich deine Kritikpunkte sehr gut verstehen kann.
    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. Liebe Mandy,

      es freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte mit meiner Rezension. Hast du dich auch auf Lovelybooks für die Leserunde beworben? Oder planst du dir das Buch bald zu kaufen?
      Liebe Grüße
      Cindy

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