Sonntag, 28. Mai 2017

~Buch Rezension~ "Ewig und ein Sommer" von Kerstin Arbogast

Cover- und Zitatrechte: Drachenmond Verlag


Inhalt


„Sophie glaubt an einen Fluch, der ihr die erste Liebe verwehrt. Obwohl sie kein Wort versteht, sieht sie sich mit ihrer Oma ständig brasilianische Telenovelas im Fernsehen an. Ihren Rauhaardackel Whiskey liebt sie über alles, hasst aber Katzen und Ponys, dennoch würde sie am liebsten mit dem Zirkus durchbrennen. Weihnachten feiert Sophie im Hochsommer, und auch noch mit achtzehn klettert sie auf Spieltürme hinauf. Sie bringt die Menschen um sich herum am liebsten auf die Palme, aber am besten: zum Lachen und aus sich heraus.

Genauso wie Konrad, der sich von ihrer Verrücktheit und ihrem Nichtangepasstsein beeindrucken und anstecken lässt. Weil sie ihn aus seinem Schneckenhaus herauslockt. Weil sie ihn in ihre eigene Welt zieht. Weil er dann seine verkorkste Familie vergessen kann. Weil er sich neben Sophie so schrecklich normal fühlen kann – und gleichzeitig so herrlich verrückt. Oder ist es ihm letztendlich doch wichtiger, was die anderen von ihm denken?“ – Quelle Klappentext




Der erste Satz...

 
 

Darin lag mein Fluch. Entweder die Männer brachten ihn über uns oder er lag in der Familie. Genetisch veranlagt. - Sophie

 
Seite 6













Zwischen den Seiten

Der Sommer steht vor der Tür, in „Ewig und ein Sommer“, ist er die Materie, die alles umgibt und durchdringt. Da kommen beim Lesen Sonne und gute Laune auf, für ein weiteres Summerfeeling liefert Autorin Kerstin Arbogast eine Playlist
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mit, die zum Teil richtig schräge Lieder beinhaltet, die ich so nie erwartet hätte. Die meisten Lieder passen gut zu der 18-jährigen Sophie, die ebenfalls außergewöhnlich ist.


Sophie ist immer gut gelaunt, mega sympathisch, eben auch weil ich ihre crazy liebenswerte Art nie unnatürlich oder aufgesetzt fand. Für mich betritt Sophie ein Raum und fällt auf jeden Fall auf, sie ist jemand, mit goldenen Herzen, der andere super gerne zum Lachen bringt und dazu, dass sie aus sich heraus kommen. Ihr Kleidungsstil ist ebenfalls auffällig, kreuz und quer, bunt gemischt.

"Als ob sich Doris Day und Ernie und Bert in der Grabbelkiste auf dem Flohmarkt in die Haare gekriegt hätten." - Konrad S. 16

Sophie hat für mich ganz viel von Pippi Langstrumpf und macht sich die Welt ganz so, wie es ihr gefällt. Ihre positive Art ist ansteckend, vor allem für Konrad, der zunächst wie das komplette Sophie Gegenteil wirkt: verschlossen, skeptisch und zurückhaltend. Dadurch, dass sowohl Sophie als auch Konrad die Ich-Erzähler sind, erfährt man als Leser schnell, was die Gründe für Konrads Verhalten sind. Konrads Probleme leiten ihn zwar, bestimmen zum Glück aber nicht weitesgehend die Handlung. Manchmal habe ich sie sogar vergessen, weil einfach so viel Tolles und Aufregendes geschieht und ich in dem Moment gelebt habe.

Anfangs stellt sich Konrad gegenüber Sophie quer, sie ist ihm lässig und er wünscht sich nur, dass das gemeinsame Schulprojekt schnell vorübergeht. Sophie anschließend aus seinem Leben verschwindet und ihn sich selbst überlässt. Sich, seinen Problemen, der Lustlosigkeit und allem, was Konrad gerade sonst so plagt. Augenscheinlich ein richtiger Miesepeter, der gegen gute Laune immun zu sein scheint. Doch Sophie ist eine Supermacht, gegen die Konrad nicht lange standhalten wird. Und das ist auch gut so, denn Super-Sophie, tut ihm gut und er zeigt, dass ein wundervoller junger Mann in ihm schlummert, der es sogar gelegentlich mit Sophies Überraschungsmomenten aufnehmen kann.

Konrad und Sophie passen perfekt zueinander, auch wenn hier die Liebe gar nicht im Vordergrund steht, da Sophie glaubt, auf ihrer Familie läge ein Fluch; der es ihr nicht erlaubt, das Glück in der Liebe zu einem Jungen zu finden. Weil ihre Oma Ursel und ihre Mutter Sanne, ebenfalls kein glückliches Händchen mit den Männern hatten. Dass einzige männliche Wesen, das im Arendt Haushalt lebt, ist Sophies heiß und innig geliebter Rauhaardackel Whisky. 

Auch Konrad glaubt nicht mehr an die große Liebe. Aber das müssen beide auch nicht, denn ihre Sommerferien funktionieren auch ganz gut mit der Freundschaft.

Einfach zu machen, wozu man Lust hat, ohne sich dabei nach der Meinung anderer zu richten, ist das Herzstück von "Ewig und ein Sommer". Nie geschieht etwas Gefährliches oder mit böser Absicht das anderen schaden kann.
Was ist schon dabei, wenn man in der Öffentlichkeit lauthals Schlager singt oder ausländische Telenovela kurzerhand in Eigenregie synchronisiert? Erlaubt ist was gefällt und so wird jeder Ferientag auch immer zur guten Laune.

Lese Spaß

Bunt, herzlich, warm, aktiv, Sommer und pastellene Farben das sind die Worte, die mir einfallen, wenn ich an "Ewig und ein Sommer" denke. Gute Laune und ein gemütliches Wohlfühlgefühl führen die Emotionen während des Lesens an. Es sind die Figuren und die transportierte Stimmung, die das Buch zu einem absoluten schönen sommerlichen Jugendroman machen. Die Arendt Frauen sind zum Lachen und viel zu oft zum Knutschen, der einzige "Mann" im Arendt Haushalt, Rauhaardackel Whisky einfach nur zum Knuddeln.

Diese Natürlichkeit im Schreibstil und in den Stimmen der Erzählstimmen von Sophie und Konrad habe ich vor allem in dem einen besonderen Moment zwischen Sophie und Konrad sehr genossen, vor allem auch, weil dieser Moment aus Konrads Perspektive geschildert wurde. Eine unverkrampfte, gelöste Stimmung, die den Moment bestimmt ganz ohne Perfektion einfängt.

Außerdem hat es mich riesig gefreut, dass Kerstin Arbogast mit Konrad eine Figur entwickelt hat, die ganz und gar ohne Bad Boy Image funktioniert und beweist, dass auch die lieben, netten Jungs Brausepulverbauchgefühle bei den Mädels hervorrufen können. Ich bin verknallt in Konrad, den Jungen mit dem Wuschelhaar und der Nerdbrille.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Dass Konrad ein paar Schwierigkeiten hat, erfährt man recht schnell und ich dachte mir, dass diese Probleme noch einmal zum Thema werden. Was an sich nicht der Punkt gewesen ist. Ich finde nur, dass dieser Konflikt viel zu spät rangekommen ist, da waren nicht mehr viele Seiten von dem Buch übrig, dementsprechend schnell wurde mir das Ende (mit dem ich leben konnte) herbeigeführt.

Fazit

"Ewig und ein Sommer" ist ein großartiger Jugendroman, der Lust auf den Sommer macht, vor allem auf einen unbeschwerten Sommer so, wie ihn viele in der Kindheit hatten. Die Protagonisten sind herzallerliebst, ganz vorne dabei die verrückte Art von Sophie, die für mich immer etwas von Pippi Langstrumpf hatte und sich die Welt so macht, wie sie ihr gefällt. Oder auch Konrad, der zeigt, dass auch die lieben Jungs garantiert Brausepulverglücksmomente erzeugen können. Also schnappt euch dieses Buch und genießt einen wundervollen Sommer, aber bitte mit viel Sahne. 4 Sterne



andere Meinungen zu "Ewig und ein Sommer"

Maike von Kunterbunte Flaschenpost
Simone von Leselurch

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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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