Montag, 1. Mai 2017

~Buch Rezension~ "Die wahre Königin - Königreich der Schatten" 1 von Sophie Jordan


Cover- und Zitatrechte: HarperCollins

Inhalt

„Tiefe Finsternis, die seit siebzehn Jahren über dem Reich Relhok liegt, und die dicken Mauern ihres Turms – etwas anderes kennt Luna nicht. Sie muss sich verstecken, damit die Welt sie für tot hält, nachdem ein Verräter ihre Eltern ermordete, um sich der Krone zu bemächtigen. Als sie fliehen muss, weil ihr Leben in Gefahr ist, hilft ihr der Waldläufer Fowler. Er erfüllt ihre dunkle Welt mit Licht, doch nicht einmal ihm darf sie sagen, dass sie die wahre Königin Relhoks ist. Denn der neue König sucht nach ihr, um sicherzustellen, dass sie niemals ihren Thron besteigen wird.“ – Quelle Klappentext




Der zufällige Satz...

 
 

Menschen, die man liebte, diejenigen, die einem am nächsten standen, starben alle irgendwann. Niemand wurde verschont. Wenn man sie verlor, verlor man alles, was man hatte, sein ganzes Herz.“ - Fowler

 
Seite 101



Zwischen den Seiten

"Königreich der Schatten - Die wahre Königin" wird seinem Titel gerecht, denn das Königreich Reholk befindet seit 17 Jahren in einer andauernden Finsternis. Hereingebrochen an dem Tag der Geburt der Prinzessin Luna. Ihr Geburtstag ist auch gleichzeitig der Untergang der Königsfamilie, denn der Kanzler unternimmt einen erfolgreichen Putschversuch und tötet Lunas Eltern. Ihr Leben verdankt
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sie ihrer Amme Perla und Sivo, dem Vertrauten ihres Vaters. In dem Tumult konnten beide mit dem Baby entkommen und leben nun versteckt in einem Turm im dunklen Wald.


Dunkelheit beherrscht Lunas Welt, Elend, Hunger und Angst ebenso. Einige Lebewesen haben sich der ewigen Dunkelheit angepasst. So sind einige Tierarten über die Jahre größer geworden, wie etwa die Fledermäuse oder es haben sich komplett neue Wesen entwickelt wie die Finsterirdischen. Diese Wesen stellen eine große Gefahr da, angezogen von Licht oder lauten Geräuschen, fallen sie über ihre Opfer her, dabei erinnern sie mich in ihrer Beschreibung stark an Zombies. Sehr gruselige Kreaturen und sie schüren die Urängste vor der Dunkelheit ungemein.

Luna wird schon bald der heilen sicheren Welt des Turms entrissen und kämpft an der Seite von Fowler, einem jungen Mann ums Überleben. Fowlers Ziel ist es die Insel Aula zu erreichen, von der man sagt, dass sie ein zivilisierteres Leben in dieser unwirklichen Welt verspricht. Der Weg dorthin ist für Luna und Fowler gefährlich, da dieses entbehrliche Leben nicht unbedingt das Gute in den Menschen herausgeholt hat. Beide Protagonisten wissen nicht wem sie wirklich vertrauen können und ich war beim Lesen ebenfalls permanent angespannt.

Die Spannung ist kontinuierlich hoch, manchmal hatte ich das Gefühl, das dadurch auch Durststrecken entstanden sind. Außerdem habe ich kein richtiges Ziel erkennen können. Denn das Luna, die rechtmäßige Thronerbin ist, wusste ich früh, aber nicht wie sie sich ihr Königreich zurückholen wird. Dahin gehend fehlte der Handlung eine klare Linie. Auch der amtierende König ist mir hier lediglich wegen seiner heftigen Grausamkeit aufgefallen, jedoch gehen seine Bewegründe und das geheimnisvolle Orakel unter.

Luna kennt nur das Leben mit der Sonnenfinsternis, sie ist im Turm durch Perla und Sivo sehr beschützt und behütet aufgewachsen, anders als Fowler der früh lernen, musste in dieser neuen Weltordnung zu überleben. Er musste früh erfahren, was Angst und Verlust ist. Luna dagegen hat wahnsinnig gut trainierte Instinkte, welche den beiden oft weiterhelfen. Diese Fähigkeiten machen sie stark und lassen sie weniger hilflos scheinen. Allerdings und das aufgrund ihrer beschützen Vergangenheit hat sie ein großes, mitfühlendes Herz, was in der dunklen Welt sofort auffällt. Ich mochte sie, sie kann sich gut behaupten, auch wenn ich ihren Entschluss im Handlungsverlauf für einen unüberlegten Fehler halte, weil er nicht logisch ist und gut zu dem fehlenden roten Faden in Sachen rechtmäßige Königin passte.

Fowler ist der Beschützertyp, auch wenn er das anfänglich noch widerwillig ist, was ausreichend mit Erlebnissen aus seiner Vergangenheit erklärt wird. Mir war von Anfang klar, dass Fowler mehr Geheimnisse hat, als er bereit gewesen ist, in seinen Ich-Perspektiven zu verraten. Die tatsächliche Auflösung kam daher für mich auch nicht überraschend.

Der Schreibstil ist bildlich und erzeugt viel gruselige spannende Momente und lässt die Seiten schnell lesen. Nur sind mir hier einige doch auffällige Übersetzungsfehler aufgefallen, die mich irritierten.

Am Buchende wartet ein fieser Cliffhanger auf ungeduldige Leser. Es bleibt also spannend, wie es weitergehen wird.

Lesespaß

Es war, als hätte mich die ewige Nacht auch während des Lesens begleitet. Diese Ängste sind gut rausgearbeitet worden. Mit der Gefahr der Finsterirdischen musste ich oft an eine Zombie Invasion denken und ich bin kein großer Fan von solchen Geschichten. Zu ausweglos und sinnlos erscheint mir da ein Überleben, auch in Relhok habe ich mich oft gefragt, wie das wohl enden wird.

Die erste richtige Begegnung zwischen Luna und Fowler kommt mit einem Wusch-Moment um die Ecke, mit Gefühl, Humor und einem Aha-Effekt. Zum Glück für den Spannungsbogen bleiben die Gefühle zurückhaltend und wirkten nicht verkitscht, das hätte nämlich in dieser Welt nicht hineingepasst. Schade war, dass die Königsthematik nicht mehr Raum bekam und nur an der Oberfläche kratzte, da wünsche ich mir für Band 2 mehr Strategie und Ideen.

Fazit

"Das Königreich der Schatten - Die wahre Königin" versinkt in ewiger Dunkelheit und schafft so ein Setting, das einem beim Lesen begleitet. Jeder Schritt, jedes kleinste Geräusch kann todbringende Kreaturen anlocken und auch bei den wenigen Menschen, kann man sich über deren Absichten nicht sicher sein. Die Fragen, wie dem Königreich geholfen und der Prinzessin ihrer Bestimmung zugeführt werden kann, zogen sich für mich durch die Handlung. Ein wenig geht das hier unter, nichtsdestotrotz, liest es sich flüssig und lässt einem nicht mehr los. Und am Ende fordert ein fieser Cliffhanger Geduld ein. 4 Sterne.

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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Huhu Cindy,

    schöne Rezension. :) Ich bin tatsächlich neugierig geworden, obwohl ich nach der "Firelight"-Reihe von Sophie Jordan doch eher unwillig war, wieder etwas von ihr zu lesen. Ich denke, ich warte mal den 2. Band ab, ob die Handlung da einen sichtbaren roten Faden bekommt. ;)

    Liebe Grüße und eine angenehme Woche
    Alica

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    1. Hallo Alica,

      die "Firelight" Reihe kenne ich bislang gar nicht. Dass du bis Band 2 warten magst finde ich gut, bin in jedem Fall gespannt, wie es mit Luna und Fowler weitergehen wird.
      Ganz liebe Grüße Cindy

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  2. Huhu liebe Cindy,

    sehr tolle Rezension! Und mir ging es ähnlich wie dir. Ich mochte die dargestellte Dunkelheit im Buch total gerne. Ich stimme dir aber auch zu, dass die Königinnenthematik mehr ausgearbeitet hätte sein können. Das Ende lässt mich jedoch auf einen spannenden zweiten Teil hoffen.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo liebe Sandra,

      vielen lieben Dank für deine lieben Worte. Die Dunkelheit ist hier wirklich ein besonderes Erlebnis. In Band 2 wird das Königinnen Thema bestimmt angegangen werden, muss ja einfach. :)
      Liebe Grüße Cindy

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