Donnerstag, 6. April 2017

~Buch Rezension~ "Knietzsche und das Hosentaschen-Orakel" von Anja von Kampen

Cover- und Zitatrechte: Mixtvision


Inhalt

„Knietzsche erlebt den miesesten Geburtstag aller Zeiten: Als er zwölf wird erfährt er, dass er adoptiert wurde. Seine leiblichen Eltern haben ihm nichts hinterlassen außer eine kaputte Taschenuhr, die urplötzlich zum Leben erwacht … Als ob das alles nicht schon verrückt genug wäre, lernt er am gleichen Tag Mildred kennen: Ihr Vater sitzt in Untersuchungshaft, weil er wertvolle Gemälde aus dem Museum gestohlen haben soll. Mildred ist fest entschlossen, seine Unschuld zu beweisen. Ehrensache, dass Knietzsche und seine Freunde Norbert, Pepe und Darwina ihr dabei helfen!“ – Quelle Klappentext



Der erste Satz...

 
 

„Wie alles begonnen hatte? Sosehr sie sich auch fragten, sie hatten es vergessen.“ 

 
Seite 5



Zwischen den Seiten

Knietzsche feiert seinen 12. Geburtstag mit seinen Eltern, und als er sich gerade auf ein Geschenk freut, beichten sie ihnen, dass er adoptiert ist. Er lag eines Tages vor ihrer Tür, mit einem Brief in dem stand, er heiße Knietzsche (prima) und einer alten ollen Taschenuhr. Geburtstag im Eimer supergelaufen. 
Startseite vom Mixtvision Verlag


Von seinen Eltern betrogen gefühlt, ist da nur noch sein bester Freund Norbert, auf den sich Knietzsche verlassen möchte. Das Band der beiden Freunde ist besonders dick und reißfest. Als Knietzsche seinem Kumpel dann auch noch von der eigenartigen Taschenuhr, deren Zeiger in der Nacht wie verrückt umherschwirrten und das Wort Wahrheit anzeigten, berichtet, glaubt ihm Norbert sofort. Bedingungslose Freundschaften ist eines der Kernthemen des Buches.

Am selben Tag lernen Knietzsche und Norbert, Mildred kennen, die gerade mit ihrer Familie in der Nachbarschaft einzieht. Auch für sie steht fest, dass die Taschenuhr von Knietzsche magische Fähigkeiten hat und das es einen Grund gibt, weshalb sie bei Knietzsche gelandet ist.

Mildreds Papa wird vorgeworfen, an einem Diebstahl beteiligt zu sein. Mildred ist natürlich von der Unschuld ihres Papas überzeugt und bittet Norbert und Knietzsche um Hilfe, es zu beweisen. Ab diesem Zeitpunkt läuft die Handlung in Richtung Kinderkrimi und die geheimnisvolle, magische Uhr gerät etwas in den Hintergrund.

Knietzsche beschreibt sein Leben witzig, jungenmäßig, locker und erfrischend. Norbert ist ebenfalls sympathisch und nobertmäßig liebenswert. Mildred dagegen ist oft sehr cool, launisch und lässt die Jungs gelegentlich wie alberne Kleinkinder dastehen. Die drei Freunde geben ein gutes Team ab und es hat mich überrascht, wie überaus selbstständig und gewitzt sie sich ihrem Plan widmen, den Diebstahl aufzuklären. An den Kindern sind definitiv kleine Geheimagenten verloren gegangen. Kindern wird es gefallen, ich musste da schon oft schmunzeln, weil es etwas unrealistisch ist, was sie auf die Beine stellen und das ganz ohne Erwachsenen.

Im Handlungsverlauf stoßen zwei weitere Kinder zu der Gruppe. Das Buch hat nur 265 Seiten und ich fand es schade, dass die beiden Kinder erst so spät auftauchen. Da bleibt nicht viel Zeit, jedem Charakter gerecht zu werden. Wobei das bei Pepe dem Jungen aus Indien und mit Wiederkennungsfaktor noch ganz gut funktioniert hat.

Viele Schlussfolgerungen der kleinen Hobbydetektive in Hinblick auf den Diebstahl oder die Uhr lassen sich im Vorfeld bereits erahnen und gut verfolgen. Ich denke, dass es auch jüngeren Lesern gelingt, wird die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es muss wohl weitere Abenteuer mit Knietzsche geben, da am Ende, nicht alle Rätsel enträtselt sind.

Lesespaß

Mir hat der jungenhafte, freche Ton von Knietzsche gefallen und ich mochte die Freundschaft zwischen ihm und Norbert wahnsinnig gern. Die beiden sind immer füreinander da und das wünschen sich nicht nur Kinder. Sie albern miteinander, können aber auch über ernste Themen reden.
Zu wissen, dass man adoptiert ist, ist bestimmt nicht einfach, man denkt plötzlich anders über sich und/oder die Familie nach. Das macht Knietzsche auch durch. Hier zeigt sich allerdings, wie unabhängig die Kinder agieren können und das die Erwachsenen zu Randfiguren werden. Ich fand das etwas schade, junge Leser, im Alter von 8 bis 12 Jahren, empfinden das aber bestimmt anders.
Mir ist "Knietzsche und das Hosentaschen-Orakel" zunächst aufgrund der Covergestaltung aufgefallen. Es zeigt die Protagonisten gezeichnet und diese knuffigen Zeichnungen tauchen für meinen Geschmack im Buchinneren viel zu selten auf. In einem weiteren Abenteuer darf das gerne ein bisschen mehr werden.

Fazit

"Knietzsche und das Hosentaschen-Orakel" ist ein Kinderbuch mit liebenswerten frechen Protagonisten, knuffige Zeichnungen runden dieses Bild ab. Eigentlich bedarf es keiner geheimnisvollen, magischen Uhr, um die Handlung spannend zu gestalten, der Kriminalfall und der Einfallsreichtum der Kinder genügt vollkommen aus. Es ist erstaunlich wie unabhängig, selbstständig die Kinder agieren können, das fand ich doch etwas unrealistisch, selbst für ein Kinderbuch. Die Taschenuhr garantiert allerdings, dass es mit Knietzsche und seinen Freunden ein Wiedersehen geben muss, weil hier noch nicht alle Geheimnisse gelöst wurden. 4 Sterne.


_____________________________________________________
© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hast Du ein Lob, eine Anregung oder vielleicht eine konstruktive Kritik für mich? Ich freue mich, wenn du mir dazu ein Kommentar hinterlässt.