Mittwoch, 22. Februar 2017

~Rezension~ „Winger" von Andrew Smith

© Cover- und Zitatrechte: Königskinder Verlag


Inhalt

*** Sex und Liebe ***

"Wenn man Ryan Dean West heißt, Klassenbester und dazu noch zwei Jahre jünger als alle anderen ist, wird einem der Kopf manchmal ins Klo gehängt. Aber Ryan Dean hat größere Sorgen: Wie soll er verhindern, dass sein neuer Zimmergenosse im Internat ihn nachts erwürgt? Noch wichtiger: Wie soll er Annie, die er wahnsinnig liebt, davon überzeugen, dass er nicht zu jung für sie ist? Ohne seinen Freund Joey aus dem Rugby-Team wäre dieses Schuljahr die Hölle. Dass Joey schwul ist, ist Ryan Dean völlig egal. Schließlich liebt er Joey. Auf total unschwule Art, versteht sich. Dann passiert das Undenkbare. Und Ryan Dean West begreift, was wirklich wichtig ist.“ – Quelle Klappentext



Der erste Satz...

 
 

“Ich sprach ein stilles Gebet. Sagen wir so, ich möchte niemanden raten, anders als still zu beten, wenn er mit dem Kopf in der Kloschüssel steckt.““ - 

Ryan Dean

 
Seite 7



Zwischen den Seiten

"Winger" ist die Geschichte von Ryan Dean West, 14-jähriger Mickerarsch, schulisches Ausnahme Genie, in der 11. Klasse, die Winger Position im Rugby Team spielend und durch und durch in der Pubertät.

Ryan Dean ist der Ich-Erzähler und hat ein lockeres Mundwerk. Er scheut sich
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nicht permanent an Sex zu denken, bei jeder Gelegenheit zu erwähnen, dass er ein Loser ist und beinahe alles mit dem F-Wort zu würzen. Ach und Eier hat er auch noch.

„Winger“ liest sich zunächst leicht, flüssig, sofern man sich nicht an Ryan Deans Sprache stört, wie ich es tat. Aber eigentlich macht gerade das die Sympathie von „Winger“ aus. Ryan Dean präsentiert sich zunächst als kleiner, dünner Knilch, den man schnell unterschätzt und hat es doch faustdick hinter den Ohren.

Immerhin ist er gerade mal 14 Jahre alt und seine Mitschüler sind mindestens 16 Jahre alt. Er ist der jüngste Spieler in seinem Team und verliebt zu sein in die beste, ebenfalls 16-jährige, Freundin, Annie Altmann. Ryan Dean hat es also nicht gerade einfach.

Nicht selten manövriert er sich sehenden Auges gehörig in die Scheiße, nimmt dabei seine Freunde mit und kommt doch wieder raus. Zugegeben mit blauen Augen, Wunden oder geschundene Weichteile. Zu Ryan Deans Freunden gehört auch der Rugby Team Kapitän Joey, welcher offen zu seiner Homosexualität steht und der auf Ryan Dean als Gewissen einwirkt. Mit Joeys Homosexualität gewinnt „Winger“ an Ernsthaftigkeit und riss mich am Buch Ende um und wirkt so in mir nach.

Lese Spaß

Zugegeben ich mag ehrliche Sprache, doch wenn der Protagonist an nichts Anderes denken kann, als an Sex mit der persönlichen Traumfrau, der heißen Mitschülerin, der Lehrerin oder der anderen Mitschülerin mit Damenbart, dann ist das für mich eine Schippe zu viel. Anstrengend war auch die Wiederholung vom Loser sein, ja Ryan Dean ich habe es kapiert.

Manchmal musste ich mich deshalb richtig zum Weiterlesen zwingen und das obwohl Ryan Dean ansonsten schnell packen kann und die Seiten nur so dahinfliegen. Es ist doch lustig. Ich wollte schon abbrechen, obwohl es wie gesagt, mehr mit mir als mit dem Buch oder den Figuren zu tun hatte.

Zum Glück habe ich durchgehalten und ich glaube, ich bin dann doch dem Schlitzohr Charme von Ryan Dean erliegen.

Ihm sind seine Schwächen bewusst und er am Ende beweist er, um es mit seinen Worten zu sagen, genug Eier, dazu zustehen und zu machen was richtig ist.

Und dem Charme der anderen Rugby Jungs, der O Hall und allen voran Joey dessen persönliche Geschichte in mir eine 180 Grad Wendung hervorrief und mich am Ende dann doch das Buch gut finden lässt

Fazit

„Winger“ die schonungslos ehrliche Geschichte von Ryan Dean der als 14-jähriges Genie in der Schule und dem Rugby seinen Mann steht. Ryan Dean steckt mitten in der Pubertät, eigentlich dreht sich alles um Sex, Loser sein und seinen Sport und um Mädels. Der Schreibstil ist locker, für mich zwischen durch einfach zu locker. Wörter wie "Eier", "Loser", "schwul" "F-Wort" kommen nicht selten vor und machten mir das Lesen schwer. Auf der anderen Seite ist Ryan Dean ein Schlitzohr und hat sich immer wieder in meine Gedanken geschlichen, denn einmal gelesen, konnte ich schwer aufhören. Außerdem verzeiht man ihn schnell. Es liegt auch an den anderen Jungs um Ryan Dean, das ich schlussendlich am Buch geblieben bin. Denn es ist authentisch und gefühltechnisch vollzieht es am Ende eine komplette Wandlung, die mich immer noch fest im Griff hat und weil „Winger“ das gelang tendiere ich mehr zu 4 Sternen als zu 3 Sternen.

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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hey Cindy,

    danke für die ehrlichen Worte. :) Ich bin nun etwas unentschlossen, ob die Sprache ein Problem für mich wäre oder eher die Geschichte überwiegt. Wobei ich es auch nicht mag, wenn sich wirklich ALLES um Sex dreht... hmm. Nun bin ich ehrlich unsicher, ob das Buch auf der Wunschliste bleibt oder nicht. Bisher haben mich die Königskinder ja noch nie enttäuscht...hmm.

    Alles Liebe,
    Anna

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    1. Hallo Anna,

      tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte. Hadt du dir schon überlegt, ob du das Buch noch lesen möchtest?
      Liebe Grüße Cindy

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