Dienstag, 7. Februar 2017

~ Rezension ~ "Eine Geschichte der Zitrone" von Jo Cotterill

© Cover- und Zitatrechte: Königskinder Verlag

Inhalt

„Wie gern hätte Calypso eine richtige Freundin! Vielleicht wird es ja Mae, die Neue in der Klasse? Die ist genauso ein Bücherwurm wie sie. Auch wenn für Mae ein Buch nur gut ist, wenn sie am Ende richtig heulen muss.
Aber Calypsos Dad findet, man soll sich nicht auf andere einlassen. Er hat ohnehin keine Zeit für so was – er schreibt sein Meisterwerk über die Geschichte der Zitrone. Und scheint darüber oft zu vergessen, dass er eine Tochter hat. Je mehr Zeit Calypso bei Mae und ihrer herzlichen Familie verbringt, desto klarer wird ihr, wie seltsam, staubig und leer ihr eigenes Zuhause ist.“ – Quelle Klappentext




Der zufällige Satz...

 
 

„Wörter sind ein bisschen wie Essen, findest du nicht?“, fragt sie, ohne von den bedruckten Karten aufzusehen. „Jedes schmeckt anders und fühlt sich im Mund anders an…“- Mae

 
Seite 22




Zwischen den Seiten

Mit gerade mal 11 Jahren ist Calypso bereits sehr selbstständig, sie wäscht Wäsche, putzt gelegentlich im Haus und muss sich leider zu oft um das Abendessen kümmern. Ihr Vater meint das nicht böse, es ist eher so das er sich nach dem Tod der geliebten Frau, mehr und mehr zurückgezogen hat in seine
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Bibliothek hinter seinem Buch über Zitronen. Und darüber vergisst, dass seine Tochter noch ein Kind ist. Calypso kommt klar, ihr fehlt nichts, solang sie nur ihre Bücher hat, bis sie Mae, die neue Mitschülerin kennenlernt und beide Mädchen entdecken, dass die Liebe zur Literatur und zum Wort sie verbindet.


„Dad sagt immer, man sollte sich selbst der beste Freund sein.“ – Calypso Seite 9

„Aber Bücher sind mir ehrlich gesagt lieber. Ich mag den stillen Raum, den sie in meinem Kopf schaffen; den Raum, der sich mit allem Möglichen füllen kann, mit Magie oder Inseln oder dunklen Geheimnissen.“ – Calypso Seite 11

Mae nimmt ihre neue Freundin sofort mit nach Hause und dort erkennt Calypso, dass ihr etwas fehlt. Die Geborgenheit und die Wärme einer Familie. Calypso sehnt sich so sehr danach, dass ihr Papa sie in den Arm nimmt, dass sie auch mal schwach eben Kind sein darf und von ihm getröstet wird. So wie es ihre Mama früher gemacht hat.

Calypso erzählt ihre Geschichte in "Eine Geschichte der Zitrone" und ist nicht nur selbständig mit 11 Jahren, sondern auch sehr klug und Weise in ihren Gedanken. Wie sie ihre Gedanken beschreibt, ist poetisch. Ihre Einstellung zur inneren Stärke nimmt eine Erkenntnis, an die mir die Tränen in die Augen, denn es macht deutlich, wie sehr sich in einen anderen einfühlen kann.

Calypso schafft es trotz des ganzen Trubels der über sie im Laufe der Handlung hereinbricht, ihre kindliche Naivität zu behalten und ich bin mir sicher, dass das der Grund ist, weshalb sie zu extrem reifen und klugen Gedankengänge in der Lage ist. Sie handelt intuitiv. Ihre Einstellung zur inneren Stärke hat mich zum Weinen gebracht. Es ist ihr oft gelungen, mich während des Lesens zum Weinen zu bringen. Das hört sich nach Drama an, Drama gibt es schon, aber auch nicht so viel das sie die Handlung bestimmt. Vielleicht hat ihr Papa Schwierigkeiten seine Verfassung zu beurteilen und um Hilfe zu bitten, Calypso hat das nicht und so zeigt sich am Ende, dass es eine Verbesserung gibt, aber diese ein stetiger Prozess bleibt. Was Anderes hätte ich hier auch nicht gut gefunden.

Lese Spaß

Ich habe das 253 Seiten Buch innerhalb von ein paar Stunden durchgelesen. Mich hat dieses Buch mehrmals zum Weinen gebracht. Ich wollte Calypso in den Arm nehmen und sie trösten.

Es gibt in "Eine Geschichte der Zitrone" allerdings viel Wärme. Das Buch strahlt, trotz der traurigen ergreifenden Szenen hell und warm, was ich damit begründe, dass Calypso und ihr Papa nicht alleine gelassen werden. Es gibt Menschen, die ihnen helfen und das hat mir beim Lesen gutgetan. Das macht "Eine Geschichte der Zitrone" für mich zu einem erfrischenden Leseerlebnis mit gut dosierter sauren Note.

Fazit

Calypso ist eine junge Protagonistin, oft ihrem Alter entsprechend kindlich und dann wieder so reif und weise darin wie sie Zusammenhänge erfasst, dass sie mich regelmäßig zum Weinen gebracht hat. Ja, es gibt Probleme in Calypsos zweier Familie, die ihr Vater verhindern hätte können, doch wenn der Verlust eines geliebten Menschen, einen zerstört, wie soll man es selbst merken?

Klappt nicht immer. Doch Calypso und ihr Papa sind nicht alleine, was der Handlung Wärme und Sicherheit gibt. Es ist nicht mit einem Fingerschnippen alles wieder in Ordnung, nein es ist, wie es ist nun mal ganz realistisch betrachtet ein stetiger Prozess mit Erfolgen und Niederlagen. Und das ist auch gut so.

"Eine Geschichte der Zitrone" ist eine kleine Buchperle wie eine Zitrone erfrischend, ein bisschen sauer und voller Vitamine. 5 Sterne.



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© Cover-/Zitatrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de 

Kommentare:

  1. Huhu Cindy,

    das hört sich richtig gut an. <3 Das Buch ist wohl zurecht auf meiner WuLi. :D Hoffentlich komme ich dann auch mal dazu, es zu lesen. >.> (Man bräuchte soooo viel mehr Zeit für all die tollen Bücher D:)

    LG Alica

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    1. Hallo Alica,

      mehr Zeit zum Lesen? Wo kann ich unterschreiben? Da bin ich bei dir. :) So viel krank kann man leider nicht sein. Beziehungsweise wenn ich krank bin, suchte ich lieber Serien. :D Freut mich das ich dich für dieses wunderbare Buch neugierig machen konnte.
      Liebe Grüße Cindy

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  2. Hey,
    Das Buch subt noch bei mir, aber das hört sich doch mal super an :)
    LG Lena

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    1. Hallo Lena,

      lass es nicht zu lange ungelesen. Es lohnt sich und es liest sich ja schnell. ;)
      Liebe Grüße Cindy

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  3. Hi Cindylein!

    Wusste ich doch, dass dir das Buch gefallen wird!! ;) Ich fand die Geschichte auch richtig richtig toll, weil sie so berührend war und einfach nur schön! Eine Geschichte fürs Herz!

    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Hallo Lauralein,

      du hast ja so recht gehabt, dieses Buch ist ein purer Sonnenschein und etwas Besonderes. Vielen Dank. :)
      Liebe Grüße Cindy

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  4. Hallo Cindy,
    was für eine wundervolle Rezension. Ich hätte vom Klappentext her nicht gedacht, dass die Geschichte so emotional sein könnte. Dass du mehrfach Tränen in den Augen hattest, spricht dafür, dass der Autorin die Umsetzung perfekt gelungen ist. Vielen Dank für diese schöne Buchempfehlung. <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      Danke für deine lieben Worte. :) Ich hatte auch nicht erwartet, dass Calypso und Mae mich so mitreißen. Vielleicht liest du es ja auch bald? Liebe Grüße Cindy

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  5. Hey Cindy,

    hach du triffst es wirklich gut - dieses Buch steckt voller Wärme und Calypso wollte man immer wieder nur in den Arm nehmen. Aber auch einfach zu sehen, wie die Erkenntnisse auftauchen und wie Calypso geholfen wird, dass mal "jemand anderes stark für sie ist", das fand ich auch so wunderbar an diesem Buch!

    Alles Liebe,
    Anna

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