Dienstag, 28. Februar 2017

~ Rezension ~ "Ins Blaue hinein" von Kristina Dunker

Cover- und Zitatrechte: Coppenrath

Inhalt

"Eigentlich hat Merle keine Lust auf Urlaub bei den Großeltern. Im Feriendorf trifft sie jedoch auf Felix, mit dem sie so herrlich den Waldsee erkunden und fantastische Geschichten erfinden kann. Auch mit Dana ist sie gern unterwegs, obwohl diese alle Jungs einschließlich Felix für »Kinder« hält. Eines Tages wird die Urlaubsstimmung am Waldsee gestört – muss Merle sich nun zwischen ihren Freunden entscheiden?" - Quelle Klappentext



Der erste Satz...

 
 

Eine Schnecke 🐌 kann wenigstens nicht stolpern und sich die Beine brechen.“ - Felix

 
Seite 32



Zwischen den Seiten


Ein Sommer der Veränderungen und der Freundschaften wartet auf die 13-jährige Merle und sie sträubt sich vor allem gegen die Veränderungen. Ihre Eltern bauen ein Haus, weshalb Merle nach den Ferien aus dem Mehrparteien Mietshaus ausziehen wird und nicht mehr in direkter Nähe zu ihren Freundinnen wohnen kann. Dass sie die Ferien bei ihren Großeltern verbringt, fühlt sich nicht richtig an, eher wie abschieben, obwohl Merle Oma und Opa eigentlich ganz gerne hat.
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So können die Ferien niemals gut werden. Oder vielleicht ja doch? Oft sind es die Dinge, die man vorab nicht kommen lassen möchte, die einem hinterher die schönsten Erinnerungen schenken. Felix der Nachbarsjunge kümmert es nicht, was Merle möchte. Er zieht sie sofort mit sich und gemeinsam erleben sie Abenteuer, lauschen den Geschichten von Opa Merle, schmieden Pläne und haben einen tollen Sommer.

Lese Spaß

"Ins Blaue hinein" von Kristina Dunker, richtet sich vordergründig an Mädchen ab 12 Jahren und das merkt man dem Buch auf wunderbarerweise auch an. Merle ist 13 Jahre alt, sie steckt irgendwo zwischen Kind und Teenager, hat allerdings für sich selbst noch nicht ausgemacht, wie viel Kind oder wie viel Teen in ihr stecken darf. Ein paar Jahre zurück gedacht, kann ich mich mit Merles Gefühlen identifizieren, während einige Mädchen in diesem Alter, bereits auf Jungs, Mode oder Kosmetik aufmerksam wurden, wollte ich Kind sein und weiterhin mit meinem Spielzeug spielen.

Merle und ich haben eine weitere Gemeinsamkeit und der liegt in der Familie. Merles Papa ist nicht, ihr biologischer Papa, doch er hat sie bis jetzt großgezogen, einen anderen kennt sie nicht. Sie liebt ihn, hat bisher nie Unterschiede gemacht. Jetzt kommt sie aber auch in eine Veränderung, in der leichte Zweifel aufkommen. Worüber sie sich dabei Gedanken macht, darüber hab ich mir in ihrem Alter auch den Kopf zerbrochen. Zum Glück unbegründet, wie ich als Erwachsene weiß, aber damals war das wichtig für mich, herauszufinden wo in meiner Familie mein Platz ist. So fühlt Merle auch.

"Ins Blaue hinein" hat eine tolle Erzählerstimme, es fühlt sich nach Kinderbuchgeschichte an, hat zwischenzeitlich etwas liebevolles märchenhaftes an sich, das mich während des Lesens glücklich gemacht hat. Es fühlt sich auch geborgen und abenteuerlustig an, wenn Merle und Felix den See erkunden und gelegentlich sickern Merles Ängste durch, die ich vollkommen nachvollziehen konnte.

Merles Großeltern haben ein Häuschen am See und an dem Fleckchen verbringen viele Familien mit ihren Kindern die Ferien. Es gibt Kinder im selben Alter wie Merle und Felix, wie zum Beispiel die Zwillinge Tim und Piet, die blaue Flecken, Schrammen und Beulen magisch anziehen oder Dana, die sich schon entschieden hat, lieber erwachsen zu werden. All das macht aus "Ins Blaue hinein" ein Sommerferienroman mit Ferienlager Feeling.

Die Sprache von Merle und Felix ist bildlich, so zum Beispiel werde ich den Satz mit der Schnecke niemals mehr vergessen oder das Glück oben schwimmt. Auch habe ich gerne den Geschichten von Merles Opa gelauscht, denn eines zeigt sich. Für Erzählungen ist niemand zu alt und sie verbinden.

Fazit


Mir wurde "Ins Blaue hinein" auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und ich bin ganz glücklich, dass ich es lesen durfte, denn es ist ein warmer herzlicher Roman. Merle stehen große Veränderungen bevor und sie weiß noch nicht, ob sie das gut finden darf. Am Anfang findet sie alles doof. Dann erlebt sie diesen Sommer mit neuen Freunden, erlebt Abenteuer, entdeckt sich selbst. All, das bekommt eine bildliche Sprache und hat etwas von der Atmosphäre eines Kinderbuches, ist warm, und macht glücklich. 5 Sterne.
 

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar
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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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