Donnerstag, 10. November 2016

Rezension zu "Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen" von Cornelia Franke

© Cover- und Zitatrechte: cbt Verlag


Inhalt

"Jess glaubt weder an Aliens noch Elben, dafür an die Magie des Kinos. Ihre besten Freunde Lisa, Tom und Marvin teilen ihre Leidenschaft für Filme. So scheint es Jess ein Leichtes, für ein Schulprojekt einen Blog über ihr Lieblingsthema ins Leben zu rufen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Und dann ist da auch noch Marvin, der plötzlich mehr von ihr will, als nur der Freund zu sein. Da ist das Gefühlschaos vorprogrammiert, und langsam merkt Jess, dass sich das Leben nicht immer wie im Film abspielt..." - Quelle Klappentext





Der erste Satz...

 
 

Jedes Mal, wenn ich vor der Glasfassade meines Stammkinos am Potsdamer Platz stehe, überkommt mich ein Kribbeln.
 
Jess Seite 5




Zwischen den Seiten

Filme im Kino zu sehen, ist für mich anders, als sie zu Hause auf der Couch zu schauen. Denn im Kino lasse ich mich nicht von meinem Handy ablenken. Es
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bleibt bis zum Filmende in der Tasche. Das sieht auf meiner Couch schon wieder ganz anders aus. Ich denke, das liegt einfach an der Atmosphäre im Kinosaal, und seitdem es mittlerweile erschwingliche Möglichkeiten, öfters ins Kino zu gehen gibt, nutze ich das voll aus.


Da war "Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen", wo sich alles um Filme und Kino dreht für mich ein Muss.

Jess, Hauptfigur und Ich-Erzählerin hat sich vom Fleck weg ein Ticket zu meinem Herzen gelöst. Sie und ihre Freunde lieben Filme nicht nur sie leben sie auch. Was mir auf Anhieb sympathisch ist, da ich mich gut mit den Freunden identifizieren kann, ist bei ihnen in der Schule Grund für Spötteleien.

Im Medien Unterricht bekommen die Schüler die Aufgabe einen Blog zu erstellen, logisch Jess und Lisa entscheiden sich für das Kino Thema. Sie haben einen ganz anderen Ansatz als eine weitere Filmgruppe. Zwischen den beiden Gruppen entsteht ein Wettkampf, der mit allen Mitteln ausgefochten wird.

Jess hat einen persönlichen Bezug zu Kinofilmen, sie fühlt sich, so ihrer früh verstorbenen Mutter nahe. Die Sehnsucht nach ihr nimmt stetig zu, seit dem sich ihr Vater mehr und mehr in seine Arbeit vergräbt und gemeinsame Zeit rar ist. Zu mal Jesse Vater nicht so begeistert von der Filmleidenschaft seiner Tochter ist. Das sorgt in dem überwiegenden lustigen, fröhlichen Buch gelegentlich für leise, ernste Töne.

Lesespaß

Die Kombination Blog, mit allen Freuden und Tücken (Themen finden, schreiben, kommentieren oder wie viel Privates wird geteilt) und Film (Leidenschaft, Nerdsein) sind die Berührungspunkte zwischen mir und dem Debüt der Autorin Cornelia Franke.

Jess Begeisterung für Filme steckt an, der Kinosaal 7 wird zum eigenen Wohnzimmer. Tom, Marvin, Lisa und Jess agieren locker, herzlich und mit einem tollen Witz untereinander. Sofort ist da das Gefühl von Best Friends Forever spürbar und das necken und rumblödeln hat mir richtig Spaß gemacht. Die vier Freunde stehen einander bei, sobald es gegen die Oberzicke geht, in Herzensdinge oder Streitereien in der Familie.

Nicht immer ist alles Heiterkeit und Sonnenschein. Selbstverständlich ha. Jess auch Streit mit ihrem Vater, weil sie unterschiedliche Meinungen haben. Jüngere Leserinnen können sich hier bestimmt sofort auf Jess Seite stellen. Die älteren Leserinnen werden aber auch den Vater in seiner Strenge verstehen. Weshalb so reagiert, lässt sich leicht erahnen.

Mir hat das Zusammenspiel vom Humor und den Auseinandersetzungen zwischen Vater und Tochter in "Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen", so sehr gefallen, dass mir die Bilderbuch Zickereien in der Schule herzlich egal gewesen sind. Ich hatte meinen Spaß und konnte oft lachen und sogar schwärmen, nach dem sich die Gefühle zeigten.

Fazit

"Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen" ist der Debütroman von Cornelia Franke und macht mit Kino und Blog zwei Dinge zum Thema, die mich in letzter Zeit immer mehr begleiten und die ich sehr mag. Jess hat grandios tolle Freunde um sich herum, das immer das Gefühl von Best Friends Forever zwischen den Zeilen begleitet. Die Leichtigkeit des Humors hat mich gleich abgeholt und das zwischen all dem fluffigen und Sorglosem, auch ein Vater Tochter Konflikt mitschwingt, hat eine überzeugende ruhige Stimmung reingebracht. Denn auch Auseinandersetzungen mit den Eltern gehören neben Träumereien und der 1. Liebe zum Erwachsenwerden dazu. 5 Sterne.

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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Huhu Cindy,
    das Buch klingt echt gut! Ich packs mal auf die WuLi! :D
    Mir ist Kino leider zu teuer geworden, vor allem da die Filme, die ich gerne im Kino sehen würde, häufig nur noch in 3D laufen... Daher bin ich inzwischen höchstens einmal im halben Jahr im Kino... :/ Hab aber auch nur eine Freundin, die einen ähnlichen Filmgeschmack hat und da ist es eh schwer, mal einen gemeinsamen Termin zu finden. >.<

    LG Alica

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  2. Hallo Cindy,

    ich habe gerade die Rezi bei dir entdeckt und da ich das Buch auch gerade gelesen habe, musste ich doch mal spinsen kommen. Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, auch wegen der Themen Film und Blog. Ich mochte die Charaktere, vor allem Jess, sehr gern.

    Liebe Grüße,
    Silke

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  3. Hey Cindy,

    mensch, jetzt machst du mich ja richtig neugierig auf das Buch. Das hatte ich bisher nicht so auf dem Schirm, weil mich das rosa-Cover etwas abgeschreckt hat. :)

    Danke dir für die tolle Rezi!
    Alles Liebe,
    Anna

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