Montag, 15. August 2016

Rezension zu "Emmy & Oliver" von Robin Benway

© Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag

Inhalt


"Die Welt dreht sich weiter, auch wenn wir uns wünschen, dass sie stehen bleibt. Oder gerade dann."

"Mit sieben sind Emmy und Oliver Freunde. Beste Freunde - für immer. Bis zu dem Tag, als Oliver von seinem eigenen Vater entführt wird.

Zehn Jahre später taucht er plötzlich wieder auf . Und Emmy spürt, dass das Band ihrer Freundschaft nie zerrissen ist. Doch empfindet Oliver das genauso wie sie? Oder sind ihre Herzen wie die Teile zweier Puzzles - unmöglich, dass eins
jemals zum anderen passt. - Quelle Klappentext

Erster Satz

"Als Emmy Oliver zum letzten Mal sieht, gehen sie seit dreiundvierzig Tagen zusammen in die zweite Klasse." - Seite 5

Zwischen den Seiten

Für Emmy war Oliver niemals weg, er hat sie in ihren Gedanken und Träumen begleitet. Außerdem ist Emmys Familie noch immer mit Maureen und ihrer neuen Familie befreundet und eine Mama vergisst ihr Kind niemals, selbst wenn
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sie zwei kleine Töchter bekommen hat.


Als Emmy Oliver dann nach 10 Jahren wieder sieht, geht ihr Herzenswunsch in Erfüllung und fühlt sich doch nicht real an. Dieser 17-jährige junge Mann schaut so fremd auf dem ersten Blick aus. Anders eben als das Bild des kleinen bekannten Jungen in ihrem Kopf.

Von ihren Eltern, zur Rücksicht ermahnt, stürzen Emmy und ihre Freunde, Dean und Caro nicht sofort auf Oliver zu und nehmen ihn in ihrer Mitte auf. Doch Emmy, beobachtet Oliver, erkennt, dass er mit dieser neuen Situation überfordert ist und einsam ist. Für Oliver ist das nämlich auch nicht einfach nach 10 Jahren wieder bei seiner Mutter zu wohnen. Wenn man 17 Jahre alt ist, ist man nicht jener kleine Junge der verschwand. Ein neuer Mann an der Seite der Mutter, kleine Schwerstern. Verständlich, dass all das zu viel für Oliver ist. Er und seine Mutter sind voller Erwartungen und Gefühle und bei Oliver ist da zusätzlich Angst.


"Glaub mir ", sagte ich und korrigierte mich dann "Glaub uns. Wir sind immer noch Freunde. Daran hat sich nichts geändert."
-Emmy Seite 132



Nur bei Emmy findet Oliver die richtigen Worte, ihr sein inneres zu erklären und sie begreift, so viel besser, als die Erwachsenen, wie es ihm geht. Ihre Vertrautheit war nie wirklich weg und wird nun neu, anders, fester und intensiver.


"Ihr könnt nicht da weitermachen, wo ihr aufgehört habt", sagte sie, jetzt mit sanfterer Stimme, weil er nicht mehr derselbe ist wie früher. Ihr befindet euch jetzt auf einen komplett anderen Weg."
- Caro Seite 124/125



Lesespaß

Die Entführung von Oliver ist der rote Faden im Buch, auch für Emmy veränderte die Kindheit. Ihre Eltern, die ansonsten echt cool sind und die Emmy liebt, erstellen Regeln, die für eine 17-Jährige zur Geduldsprobe werden. Welcher Teenager in Emmy Alter ist schon gerne um 21 Uhr zu Hause? Emmy sehnt sich verständlicherweise so sehr nach Selbstständigkeit, dass sie Geheimnisse entwickelt. Hierbei unterstützen sie ihre besten Freunde Caro und Dean, wo sie können.

Klar wird die Entführung von Oliver thematisiert und es war falsch, was sein Vater gemacht hat, aber Oliver wurde von ihm weder misshandelt noch eingesperrt. Oliver liebt ihn und der Schwerpunkt liegt vielmehr auf den Konflikt zwischen Verstand und Herz.


Mir hat diese Herangehensweise gut gefallen, sie macht "Emmy und Oliver" unspektakulär, aber echt und einfühlsam. Emmy und Oliver haben unterschiedliche Windmühlen, gegen die sie antreten und der Blick des anderen sowie sein Verständnis, bewegt sie selbst umzudenken.

Ich konnte aber auch die Beweggründe der Erwachsenen nachvollziehen, diese Entführung war für alle ein einschneidendes Erlebnis.

Emmy hat mich mit ihrer unaufgeregten, natürlichen Erzählstimme nach wenigen Seiten von sich überzeugt. Auch die anderen Figuren sind wunderbar gezeichnet. Gelegentlich gibt es kleine Einblicke in die Kindheit von Oliver und Emmy, bevor Oliver verschwand und die Minis sind herzallerliebst zusammen. Die Teenager übrigens auch, ihre tiefe Verbundenheit kommt nicht von ungefähr und ich bin hin und weg von ihnen gewesen. "Emmy und Oliver" liest sich toll und die Seiten fliegen nur so dahin. Großartig.

Fazit

Kindesentführung ist kein fröhliches Thema, es hinterlässt bei allen Beteiligten Spuren, auch bei "Emmy und Oliver". Trotzdem gelingt es der Autorin Robin Benway dieses Thema ganz natürlich ohne effektvolles Drama aufzugreifen und sie setzt vielmehr auf den Konflikt zwischen Herz und Verstand. Das Buch strahlt eine innere Wärme aus, die Charaktere sind liebenswert und es macht Spaß sie zu begleiten. Für mich ist "Emmy und Oliver" ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich liebe es. 5 Sterne.

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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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