Donnerstag, 18. August 2016

Rezension zu "Ein Kuss in den Highlands" von Emily Bold

© Cover- und Zitatrechte: Emily Bold


Inhalt


"Charlotte hat alles, was sich eine Frau erträumt. Einen Job, den sie liebt, einen erfolgreichen Mann an ihrer Seite, und - zu ihrer größten Überraschung - die begehrenswerte Hochzeitslocation Londons. Doch mitten in der hektischen Hochzeitsvorbereitungen sorgt eine unerwartete Erbschaft für Turbulenzen, denn das Haus in den schottischen Highlands weckt ungeahnte Sehnsüchte. Und dann ist da noch Matt, der keine Gelegenheit auslässt, sie aus der Fassung zu bringen. "Finde dich selbst" fordert der Schotte von ihr. Aber was weiß der schon?" - Quelle Klappentext


Der erste Satz in "Ein Kuss in den Highlands"

"Sehen Sie sich nur diese außergewöhnliche Pinselführung an" - Seite 5


Zwischen den Seiten


Nicht nur eine Beziehung vor allem ein Leben steht auf dem Prüfstand. Noch bevor Charlotte über den plötzlichen Tod ihrer Tante Helen und dem Erbe benachrichtigt wird, zeichnet sich ab, das ihr bisheriges Leben in London festgefahren ist.
Startseite von Emily Bold


In Schottland wird Charlotte mit ihrer Trauer konfrontiert und mit Matt O'Donnely dem Hausverwalter der Verstorbenen. Matt nimmt kein Blatt vorm Mund und setzt genau da an, wo Charlottes kühle, geschäftsmäßige Fassade bröckeln muss. Charlotte und Matt liefern sich viele hitzige Wortgefechte und die Atmosphäre knistert.


An dieser Stelle hätte sich mein Gewissen melden müssen, weil Charlotte in London einen Verlobten hat und Matt, eigentlich nicht dazwischenfunken darf. Doch mein Gewissen hat ihn angefeuert und Charlotte regelrecht angeschrien, endlich zu erkennen, wie unpassend Francis für sie ist.


Francis ist der Erbe eines großen Unternehmens in der Immobilienbranche. Er hält sich für unfehlbar und kritisiert Charlotte permanent. Einen Hauch von Mitgefühl oder aufrichtigen Interesse sucht man bei ihm vergebens. Das hat mich an "Ein Kuss in den Highlands" gestört, da sein so auffälliges Verhalten auch ein schlechtes Bild von Charlotte zeichnet. Denn wenn da nichts Freundliches von Francis kommt, warum ist Charlotte so viele Jahre mit ihm zusammen? Charlotte wird anfänglich als kontrolliert, logisch oder pragmatisch beschrieben, dass sie Francis über einen langen Handlungszeitraum rechtfertigt, passt zu einer vor Liebe blinden jungen Frau und nicht zu der Charlotte, wie ich sie wahrnahm. Auch Matt entspricht einem klassischen Bild und zwar ist er das komplette Gegenteil zu Francis breit, muskulös, kräftig, er spricht und handelt intuitiv, was ihm im direkten Vergleich mit Francis etwas herber wirken lässt.


Außerdem hat Matt absolut kein Problem das Charlotte in einer Kunstgalerie tätig ist und das ihr Herz für die Kunst schlägt, er bestärkt sie sogar darin, auf ihre Gefühle zu hören und ihren eigenen Wünschen Raum zu geben. Anders als Francis der für die Leidenschaft seiner Verlobten harte Worte findet.


Durch einen personellen Erzählstil war ich meist ganz nah bei Charlotte, später in Schottland wechselt dieser gelegentlich zwischen ihr und Matt hin und her. Hat mir eigentlich ganz gut gefallen, da mir, wie nicht anders zu erwarten war, Matt sympathisch gewesen ist.



Lesespaß



Ich hätte schon gerne mit Charlotte mitgefiebert, hätte mitgelitten, wenn sie zwischen ihren Verlobten und Matt hin und her gerissen ist. Allerdings blieb das aus, weil Francis wirklich ganz unmöglich gewesen ist und ich nicht nachvollziehen konnte, warum er überhaupt eine Frau wie Charlotte hat. Das Schlüsselerlebnis, das diese Frage klärt, hat mich nicht überzeugen können, irgendwie wirkte dieser Moment sogar arg konstruiert. Ich fand es wirklich schade, dass Francis meine komplette Antipathie abbekommen hat, weil es die aufkommende romantische Beziehung zwischen Charlotte und Matt weniger reizvoll und verboten gemacht hat.


Mein Lesespaß an diesem Roman war ruhig, entspannt und nett, allerdings im positiven Sinn, jedoch ohne unerwartete Wendungen oder Überraschungen.


Von Emily Bold habe ich bereits ihre "The Cursed" Trilogie und ihre "Windham" Reihe gelesen und habe sie sehr gemocht.


Mein nächster Emily Bold Roman wird mich ganz sicher wieder mitreißen und begeistern.


Fazit


"Ein Kuss in den Highlands" hat sich gut lesen lassen. Für die 208 Seiten habe ich nicht lange gebraucht. Nur bin ich in Sachen Romantik nicht ganz auf meine Kosten gekommen, weil die Charaktere kaum Überraschungen geboten haben, was sich in der Handlung widergespiegelt hat. Da waren keine unerwarteten Wendungen. Alles in allem ist "Ein Kuss in den Highlands" ein gut gemeintes unaufregendes Lesehäppchen, welches ich mit 3 Sternen bewerte.


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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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