Montag, 14. März 2016

Rezension zu "Panthersommernächte" von Bettina Belitz

© Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag

Inhalt

„Unter Ninas Bett liegt ein schwarzer Panther. Eine lebendige, wilde Raubkatze, die urplötzlich in der Kleinstadt aufgetaucht ist und die Bürger in Angst und Schrecken versetzt. Während draußen schon der Schützenverein zur Jagd auf „die Bestie“ bläst, ist es Nina gelungen Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Sie spürt den geheimnisvollen Zauber des Panthers, der sich sogar von ihr berühren lässt. Aber ein Panther ist kein Schmusekätzchen. Er braucht Freiheit und vor allem täglich jede Menge frisches Futter. Hilfe bekommt Nina von ihrem Klassenkameraden Lionel. Ausgerechnet, denn Lionels Vater ist der Anführer der Panther-Jagdgesellschaft.“ - Quelle Klappentext



Der erste Satz...


 

'Sind sie das?' Cedric musste nicht antworten, ich konnte schon auf wenige Meter Entfernung riechen, dass sie es waren - fünfhundert frisch gedruckte, jungfräuliche Hallo, wach!-Ausgaben.
 
Seite 7 Zeile 1 bis Zeile 4

 






Meinung

Um „Panthersommernächte“ bin ich herum geschlichen, habe es misstrauisch beäugt, weil ich die Idee, dass sich ein wilder Panther unter Ninas Bett versteckt, selbst für einen Jugendroman mit
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fantastischem Einfluss, abwegig fand. Damaris hat mir die Entscheidung, ob ich Nina und ihrem Panther eine Chance gebe, abgenommen, indem sie mir das Buch überraschend schickte. Zu dieser Zeit steckte ich in einer Leseflaute hervorgerufen durch einen wenig mitreißenden Krimi.

„Panthersommernächte“ hat mich beim Lesen entspannt, in keiner Sekunde wurde ich innerlich aufgewühlt oder es wurde an meinen Nerven gezerrt. Mit meiner ersten Bettina Belitz Erfahrung, „Die Splitterherz Trilogie“, hat sie mich verschlungen und als nervliches Wrack wieder ausgespuckt. Elli (Splitterherz Trilogie) ist nämlich keine einfache Protagonistin, dagegen ist Nina Balsam gewesen.

Der Fokus liegt in „Panthersommernächte“ auf Nina, Ich-Erzählerin, Klassensprecherin, Nachwuchstalent im Eiskunstlauf, Redakteurin der Schülerzeitung „Hallo, wach!“, deren Leben nicht erst mit dem Panther durcheinander gewirbelt wird. Es benötigt einen kleinen nicht böse gemeinten Ausrutscher in der Schülerzeitung, um Ninas Welt auf den Kopf zu stellen, der Panther läuft da nur nebenher. Auch wenn der Panther alles andere als normal ist, so behält „Panthersommernächte“ einen ruhigen unaufgeregten Ton bei. Außerdem fand ich es angenehm wie Nina mit ihrem Fehler umgegangen ist. Sie hat daraus kein langgezogenes, künstliches Drama veranstaltet sondern so gehandelt wie es Menschen außerhalb von Büchern auch machen würden.

Wie der Panther in die Kleinstadt Bornhausen gelangt ist, bleibt ein Rätsel. Anfänglich ist es, Ninas Reporterherz und der Wille sich zu beweisen, der sie jegliche Vorsicht vergessen lässt. Nina merkt, dass sie den Panther auf eine Weise fühlt, die sich nicht mit Worten beschreiben lässt. Eine dezente Fantasy vermischt sich mit der Handlung. Je mehr Zeit Nina mit dem Panther verbringt, umso wichtiger wird ihr das Tier. Eine Raubkatze, die nichts an Wildheit einbüßt, versetzt die Bornhausener in Schrecken, ganz klar, dass sich eine Jagdtruppe gründet. Während sie ihren Panther zu beschützen versucht, entwickelt Nina Ecken und Kanten, mit denen sie ihren liebenswerten, besorgten Eltern graue Haare beschert. Die Ecken und Kanten stehen ihr und machen Nina sympathisch.

„Hier geschah gerade so etwas wie ein Wunder, als wäre ich ein Märchen gefallen, dass all die Jahre auf mich gewartet hatte.“
– Nina Seite 215


Nina mausert sich nicht nur zur Raubkatzen-Flüsterin, kleinen Rebellin, sie lernt, was es heißt, einen Freund an ihrer Seite zu haben. Dass sie diesen ausgerechnet in Lionel Schöter, dem Sohn des Schöter Wurstimperium Inhaber und leidenschaftlichen Jäger, findet, sorgt zusätzlich für Konfliktpotenzial. Lionel und Nina gelingt es einen Draht zu einander zu finden, auch wenn es hier nicht vordergründig um eine Liebesbeziehung geht, haben die beiden neben tiefgründigen Momenten, auch herzkribelnde Szenen miteinander.

Fazit

Ich war überrascht wie normal und alltäglich sich die „Panther unterm Bett“ Idee in „Panthersommernächte" einfügt und wie flüssig sich das alles lesen lässt. Nina und der Panther sind besonders und trotzdem bleibt sich jede Figur treu. Nina bleibt ein junges Mädchen mit Idealen und der Panther bleibt trotz allem ein wildes gefährliches Tier. Bettina Belitz hat mit „Panthersommernächte“ einen realitätsnahen Jugendroman mit einem kleinen Hauch Fantasy geschaffen, der sich so angenehm leicht liest, wie sich eine laue Sommernacht anfühlt. „Panthersommernächte“ hat mich entspannt aus meiner Leseflaute gehoben und dafür gibt es 5 Sterne und vielen Dank Damaris für dieses überzeugende Abenteuer. :)


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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Liebe Cindy,
    Ich weiß, was du mit entspanntem Lesen meinst. Pantersommernächte - man schreibt es zusammen, lt. Buch und Verlagsseite ;-) - liest sich einfach schön. Mich hat beeindruckt, dass der Panther so realistisch war. Es freut mich sehr, dass das Buch dich aus einer kleinen Flaute geholt hat.
    Grüße dich ganz lieb,
    Damaris

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    1. Guten Morgen liebe Damaris,

      schau mal, ich habe deinen Korrekturhinweis gerade umgesetzt. :) Dankeschön nochmal. Ja das hat mich auch überrascht und nun bin ich bereit für das nächste Buch.
      Ganz liebe Grüße für dich Cindy

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  2. Hey Cindy,

    ich habe bisher diesem Werk von Bettina Belitz wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Irgendwie hat der Klappentext mich nicht gefixt und die Idee mit dem Panther unter dem Bett hat mich genau so skeptisch gemacht wie dich. Nach deiner Rezension überlege ich, ob ich nicht doch dazu greifen sollte. Vielleicht schleicht sich das Buch auf der Messe in meinen Koffer ... Ich bin gespannt! tolle Rezension!

    Liebste Grüße,
    Diana

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    1. Hallo liebe Diana,

      Ja die Panther unterm Idee ist schon speziell, wird aber ganz natürlich gelöst. Vielleicht reißt dich das Messefeeling für "Panthersommernächte" mit. ;)
      Ich werde auch in Leipzig sein. Hab viel Spaß.
      Liebe Grüße Cindy

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