Donnerstag, 17. März 2016

Rezension zu "Im Schatten deines Herzens" von Kerstin Arbogast

© Cover- und Zitatrechte: Drachenmond Verlag

Inhalt

„Wenn aus Träumen Albträume emporwachsen, ein Jäger zum Gejagten und eine Gejagte selbst zur Jägerin wird, dann finden Märchen und Fabeln ihren Weg in die Wirklichkeit. Um zum Star der elterlichen Pferdeshow zu werden, ist dem Stuntreiter Jarosch kein Preis zu hoch. Eine geheimnisvolle wie gefährliche Stute soll ihm zum erhofften Erfolg verhelfen – selbst wen sie ihn seine Seele kostet. Als Johanna Jarosch und seinem wilden Pferd begegnet, kann sie sich deren Faszination nicht verschließen. Doch kann sie die dunklen Schatten der beiden verscheuchen, ohne selbst davon verschlungen zu werden?“ – Quelle Klappentext





Der zufällige Satz...

 

„Heute, am letztem Ferientag vor Schulbeginn (ja, ich war neunzehn Jahre alt und hatte immer noch zwei Jahre bis zum Abitur, denn aufgrund meines Trainingsplans, der Arbeit im Stall und der Touren über die Sommermonate war ich nicht nur einmal sitzen geblieben) wollte ich mich das erste Mal auf den Rücken der Schimmelstute schwingen.“
 
Seite 108 Zeile 4 bis Seite 108 Zeile 8




 



Meinung


„Im Schatten deines Herzens“ ist eine Pferdegeschichte der ganz besonderen Art, sehr gefühlvoll, düster und manchmal beklemmend und dabei ist es der erste Roman von Autorin Kerstin Arbogast. Lange Zeit habe ich keine
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Pferdegeschichten mehr gelesen, immer der gleiche Ablauf bestehend aus wildem Pferd und das eine Mädchen, dem es gelingt, dieses Pferd zu zähmen, wurde mir langweilig.


In gewisser Weise ist die Grundidee in „Im Schatten deines Herzen“ dem nicht unähnlich, aber doch ganz anders erzählt. Mit einer ergreifenden, poetischen, alles mit sich reißenden Tiefe in den Charakteren. Anders als erwartet, steht nämlich nicht die liebenswerte unschuldige Johanna mit ihrem goldenen Herzen im Mittelpunkt dieser Erzählung sondern Jarosch. Jarosch ist ein Zirkuskind und von klein auf, an den Umgang mit Pferden gewöhnt. Sein Vater hat den einstigen Zirkus mittlerweile in eine Pferdeshow gewandelt. So sehr Jarosch sich ins Zeug legt, gelingt es ihn kaum die Anerkennung des strengen Vaters zu gewinnen. Der wiederum seinen ältesten Sohn Adam als Zuschauermagnet der Pferdeshow sieht. Jarosch steht seinem Bruder Adam sehr nahe, wird jedoch regelrecht von seinem eigenen Erfolgsgedanken zerfressen. Da die Familie seiner Mutter aus Rumänien stammt, verbrachten die Brüder die ersten Lebensjahre auf dem Hof der Großeltern. Als Jarosch noch klein war, entdeckte er auf einen seiner Walderkundungen eine wunderschöne Wildstute. Diese Begegnung brannte sich unauslöschlich in ihm ein. Das er Jahre später als 19-jähriger, nach Rumänien zurückkehrt, um diese Stute zu fangen. Mit Erfolg.

Damit beginnt der Zauber, die Magie, die Sogwirkung von „Im Schatten deines Herzens“ denn die Stute ist unbeschreiblich wild. In ihr toben Wut und Trauer, darüber das sie gefangen wurde.
Woher ich das weiß? Kerstin Arbogast bedient sich eines interessanten Stilmittels, nicht nur ihre menschlichen Hauptfiguren Jarosch und Johanna bekommen von ihr eine Stimme, sondern auch die Stute. Die Passagen der Stute werden mit wunderbar gefühlvollen Worten eingeleitet, gefühlvoll weil sie den Emotionen des Tieres einen Namen geben: „Die Gejagte“ „Die Verglühte“ oder „Die Jägerin“ sind nur einige Beispiele.

„Ich mauerte ihre Wut, ihre Ohnmacht ein.“ Jarosch Seite 52


„Ich schmeckte Angst und Bitterkeit im Schatten deiner Seele“ die Stute Seite 53

„Aber ich hasste sie nicht dafür. Ich hasste mich.“ – Jarosch Seite 53

Jarosch ist ein emotional einnehmender Charakter, ich konnte seine Zerrissenheit spüren, als wäre es meine eigene. Seine Ängste nachempfinden, allerdings auch die schönen Momente genießen, die sich mit Johanna entwickeln. Johanna bringt Wärme, Humor und Leichtigkeit in die Handlung ein. Johanna hat nur einen kleinen Schwachpunkt, ihre Unsicherheiten haben mich zum Ende, gestört. Jarosch gibt sich große Mühe und doch zweifelt Johanna an ihm.
Gerade Jaroschs anfänglicher Antrieb verlagert sich im Laufe der Handlung. Er ist sich seiner Fehler bewusst und steht zu seinen Schattenseiten.
Ich habe mich in die Sprache von Kerstin Arbogast verliebt. Für mich wurde sie hier zu einer Wortkünstlerin und ich freue mich bald mehr von ihr zu lesen.

Fazit

„Im Schatten deines Herzens“ ist die Geschichte eines freiheitliebenden Wildpferdes und seines Besitzer. Doch anders als erwartet, steht hier kein junges Mädchen als Heldin und Bezwingerin im Vordergrund sondern Jarosch. Seine Gefühlswelt hat mich ab den Roman kleben lassen. In Jarosch und seinem Pferd herrscht ein Sturm aus Schatten und Licht. Für dieses gefühlvolle, poetische Debüt gebe ich 5 Sterne.



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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hy!

    Ich habe das Buch auch verschlungen Und ich hatte das Glück, das ich es in einer Leserunde bei Büchertreff lesen durfte. Und die Autorin hat es begleitet.

    lg backmausi81

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    1. Hallo Backmausi,

      oh schön das dir das Buch auch gefallen hat und eine von Kerstin Arbogast begleitete Leserunde ist bestimmt ganz toll gewesen.

      Liebe Grüße Cindy

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  2. Hallo :)
    Grad hab ich dein Blog entdeckt und ein wenig gestöbert. "Im Schatten deines Herzens" wartet hier auch schon in den Startlöchern. Eines habe ich noch zu beenden und dann gehts dem Pferd an den Kragen, lach. Deine Rezi dazu gefällt mir richtig gut und steigert meine Neugierde noch ein wenig mehr. Ich bleib auch gleich als Leserin hier

    liebe Ostergrüße
    Sandra von http://www.sandraskreativelesezeit.blogspot.com

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    1. Hallo Sandra,

      schön das es dir hier bei mir gefällt und das Jarosch und Johanna dich bald begleiten dürfen. Das Buch ist wirklich wunderbar und ich werde deinen Blog im Auge behalten, damit ich mitbekomme, wie du es findest.
      Wünsche dir einen schönen letzten Ostertag.
      Liebe Grüße Cindy

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