Freitag, 6. November 2015

Rezension zu "Zwei wie Zimt und Zucker" von Stefanie Gerstenberger und Marta Martin

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag

Inhalt

Nach einer heftigen Auseinandersetzung zwischen ihrer Tante und ihrer Mutter, erwacht die 15-jährige Charles (Charlotte) am nächsten Tag in ihrem Zimmer, aber plötzlich ist es ganz anders eingerichtet, als am Abend zuvor. Charles, Rhianna Poster ist verschwunden, dafür hängt ein anderes dort. Charles staunt nicht schlecht, als sie wenig später der gleichaltrigen Marion gegenüber steht, ihrer Mutter. Noch eh sie selbst begreift was eigentlich los ist, ist sie von dem lebenslustigen Mädchen fasziniert. Nie und nimmer, ist dieses Mädchen, ihre immer traurige, erwachsene Mutter. Charles setzt alles daran herauszufinden, wie sich ihre Mutter derart verändern konnte und stellt dabei die Zeit der 80er Jahre auf den Kopf.




Der zufällige Satz...   

 

„Ich griff nach einer Strähne meines Haares und hielt sie hoch, falls Marion die Ähnlichkeit zwischen dem Haar ihrer Mutter und meinem noch nicht aufgefallen war.“
 

Seite 53 Zeile 14 bis Zeile 16















Meinung



„Zwei wie Zucker und Zimt“ ist ähnlich, dem Film "Zurück in die Zukunft" aufgebaut und ist das erste Jugendbuch vom Mutter und Tochter Autoren-Duo Stefanie Gerstenberger und Marta Martin. Herausgebracht vom Arena Verlag.
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Der Familie, von Charles gehört das Café "Café Zimt" doch dessen wunderbare, köstliche Glanzzeit ist lange her. Mittlerweile fristet es sein Dasein, als Resterampe mit einem bunt gemischten Angebot von Brötchen und Toaster.
Charles ärgert sich, dass ihre Mutter sich nicht gegenüber ihrer großen Schwester Dagmar durchsetzt und den Laden wieder in ein echtes Café verwandelt hat. Ständig gibt es Streit im Haus der Zimt  Frauen und in Charles brodelt es unterschwellig, da sie ihre strenge, unterdrückende Tante Dagmar nicht ausstehen kann. Aber sich ihr gegenüber selbst zur Wehr setzen, traut sie sich auch nicht.

Charles findet nämlich, nicht nur das Leben ihrer Mutter miserabel, sondern ihr eigenes, schaut nicht anders aus. Glücklich mit der Schulwahl ihrer Tante ist sie nicht. Zu speziell, zu oberflächlich und ohne ihre Freundinnen aus Kindertagen, ätzend. Daher hat Charles auch kaum reale Kontakte, die meiste Zeit verbringt sie lieber auf Facebook.  Hier traut sie sich, an ihrem heimlichen Schwarm, Timo heran.



Diese starke Facebook Präsenz ist typisch  für unsere Zeit im Jahr 2015 und nicht nur Charles sollte sich Gedanken  über diese "Abhängigkeit" machen. Typisch für Charles, sind Erwartungen, die sie ihrer Mutter gegenüber hat: Durchsetzen und sich etwas trauen. Gelingt Charles ebenso wenig anzuwenden.


Nachdem sich Charles plötzlich im Mai 1980 bei ihrer jüngeren Familie wieder  findet,  ist sie zu nächst  nur geschockt und möchte  so schnell wie möglich nach Hause zurück. Was nicht einfach ist. Charles  sitzt fest und das passt dem verwöhnten Teenager nicht.  Logisch, dass sie Mobiltelefone und Facebook vermisst, gibt es schließlich nicht, aber ich finde, Charles reagiert oberflächlich abwertend, wie sie das bei  ihren Mitschülern nie mochte. Ihrer jungen Mutter vertraut sie sich als zukünftige Tochter an und plant in der Vergangenheit Änderungen einfließen zu lassen, welche hoffentlich die Zukunft, nachhaltig verändern werden.
Im Jahr 1980 treffen  blinde Naivität, eine kleine Meckerziege und ein Giftzwerg aufeinander,  wer davon wer ist, verrate ich nicht.


„Zwei wie Zucker und Zimt“ liest sich leicht, angenehm und man braucht nicht lange, bis es ausgelesen ist.
Charles legt eine tolle Entwicklung hin, nach allem, was sie so in der Vergangenheit anstellt, färben die 80er Jahre auf sie selbst ab.


"Keiner der sein Handy ans Ohr hielt und redete,  niemand der den Nacken beugte und mit zwei Daumen tippte. Auch keine Kopfhörer, keine MP3-Player. Die ganze Welt war auf das angewiesen, was gerade im Moment stattfand, und es gab keine Chance, diesem ereignislosen Jetzt zu entkommen." - Charles Seite  122.
 

Nur die Entwicklung von Tante Dagmar enttäuscht mich, kam schnell und unerwartet, nicht nachvollziehbar.  Ein weiter Minuspunkt ist der Schluss: Das Buch ist darauf aufgebaut,  dass Charles in der Vergangenheit ihrer Mutter mitwirkt, um nach Hause zu kommen und eine bessere Gegenwart vor zu finden Schade, das der Schluss in einem Kapitel abgehandelt wird. Vielleich hätte ein Teil von der Reise gekürzt  werden können, um dem Ende Platz zu geben.
 
Fazit
 

"Zwei wie Zucker und Zimt" von Stefanie Gerstenberger und Marta Martin ist nicht nur ein Jugendbuch,  es eignet sich auch hervorragend für Erwachsene. Es bringt die schnelllebige Zeit in der wir uns befinden  auf den Punkt und zeigt das ein Leben ohne permanentes  Erreichbar sein oder der schnelle,  „nur mal schauen Blick“ auf Facebook, spannend oder eben beruhigend sein kann. Da ich leider von der Dagmar Entwicklung und dem Schluss enttäuscht gewesen bin, gibt es 4 Sterne.


Mit diesem Buch nehme ich an folgender Challenge teil

Challenge der Gegenteile - Biancas lila Seite des YinYangs:
Ein Buch aus der Ich-Perspektive

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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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