Montag, 2. November 2015

Rezension zu "Dieser eine Moment" von Christoph Wortberg

© Cover- und Zitatrechte: Beltz&Gelberg

Inhalt

Nur eine Sekunde – und alles ist anders: Jan ist schuld an einem Unfall, bei dem eine junge Frau erblindet. Er flüchtet, aber die Sache lässt ihm keine Ruhe. Immer wieder muss er an die Frau denken. Monate nach dem Unfall trifft er sie zufällig wieder. Nur eine Sekunde – und Jan begreift, was in seinem Leben wirklich fehlt… - Klappentext




Der zufällige Satz...  
 

„Die Finger seines Vaters trommeln ungeduldig auf das Deckblatt des Programmheftes: Ausschnitte aus Tschaikowskys Nussknacker.“
Seite 136 Zeile 8 bis Zeile 10








Meinung

Dieser eine Moment der das Leben zweier Menschen von einer Sekunde auf die nächste nachhaltig verändert beschreibt Christoph Wortberg in seinen kleinen feinen Roman auf knapp 190 Seiten sehr eindringlich und anschaulich.

Aufgrund der großzügigen Schrift und der überschaubaren Seitenanzahl dachte ich, dieses Buch lese ich innerhalb eines Tages durch. Es waren zwei Tage, da
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ich das Buch zwischenzeitlich beiseite legen musste, um das Gelesene nachwirken zu lassen.


Protagonist Jan ist ein ruhiger Charakter, der lieber für sich bleibt. Seine handwerkliche Ausbildung, absolviert er nur auf Wunsch seiner Eltern. Er selbst empfindet die immer gleichen Tätigkeiten als stumpfsinnig. Von seinen Azubikollegen unterscheidet er sich erkennbar. Zum Teil unterhalten sich diese nämlich direkt und derb in Bezug auf Frauen. Anders als seine Kollegen wirkt Jan unsicher und unentschlossen. Oft weiß er nicht, was er möchte oder handelt entgegen seiner Gedanken, dass macht es mir schwer seine Entscheidungen nachzuvollziehen. In Anbetracht auf sein Alter, sein bisheriges Leben und dem Unfall, jedoch verständlich und für Jan angemessen.

Catrin, die Frau die in dem Unfall verwickelt ist und schwere Verletzungen erleidet, ist die zweite Figur, aus deren Sicht dir Handlung ebenfalls geschildert wird. Ihre Verzweiflung wird durch die kurzen prägnanten Sätze, umso deutlicher. Jan und Catrin haben mehr gemeinsam, als es auf dem ersten Blick, scheint. Ich habe Catrin als willensstark wahrgenommen und ihre Beweggründe erschienen mir logischer, als die von Jan.

Am Anfang hat mich "Dieser eine Moment" extrem gefesselt, im Verlauf schwächte das ab. Catrins Verletzungen sind nicht unerheblich, sondern lebensverändernd gewesen. Ich hatte mir gewünscht einen besseren Einblick auf ihre Eingewöhnung zu erhalten. Jans Schuldgefühle wachsen je mehr Zeit vergeht und nagen an ihm. Sein Zustand wurde gut rüber gebracht. Was gegen Ende auf Catrin und Jan zukam, war für mich unrealistisch und in der Kürze der Zeit ein wenig übertrieben. 



Fazit
Schuld,  Hilflosigkeit, Angst und Wut, sind die Gefühle  die in "Dieser eine Moment" präzise transportiert und herausgearbeitet worden sind. Bei der Liebe hat das gefehlt. Ich finde Liebe ist ein Gefühl, das eine Entwicklung benötigt und nicht von einer Sekunde auf die nächste vorhanden ist. Hier schwächelt "Dieser eine Moment". Das gleiche ist bei den Figuren gewesen, Catrin muss von nun an,  mit den Folgen des Unfalls zurechtkommen, sie hat einen  starken Willen und das ist gut. Schade, dass ihr nicht mehr Aufmerksamkeit gegeben wurde, denn sie hätte mit mehr Herausforderungen umgehen müssen. Das Ende hat nicht zu dem wunderbaren mitreißenden Anfang gepasst. Gute 3 Sterne für die Emotionen, die in "Dieser eine Moment" ausgelöst werden.




Mit diesem Buch nehme ich an folgender Challenge teil:

Challenge der Gegenteile Katjas Aufgaben, die grüne Seite des Yin Yangs: Ein trauriges Buch


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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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