Mittwoch, 28. Oktober 2015

Rezension zu "Der Gesang des Blutes" Hörbuch von Andreas Winkelmann

© Cover- und Zitatrechte: Argon Verlag


Hätte man mich noch vor einigen Monaten danach gefragt, was ich von Hörbüchern halte, hätte in ähnlicher Form geantwortet: „Sie sind hilfreich zum Auffrischen weiterführender Bücher“, aber auf die Frage ob ich mir vorstellen könnte, mir noch nicht bekannte Bücher als Ohrenfutter zu gönnen, hätte ich wohl betreten zu Boden geblickt und geantwortet: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese nicht lieber lesen, statt hören möchte.“ Mittlerweile bin ich da offener geworden. Es gibt soooo unglaublich viele Bücher die mich interessieren, dass ich 1000 Leben brauche, um sie zu lesen, da ist ein Hörbuch praktischer und zeitsparender.

Die gesprochene Erzählstimme, übt einen größeren Einfluss auf die Sympathie zwischen mir und der Geschichte aus, als die geschriebene Erzählstimme. Stimmt die Chemie mit dem Sprecher nicht, kann die Geschichte noch so gut sein, ich könnte sie nicht hören. Anders geht es aber auch. Manchmal hakt es zwischen meinem Gefühl und der Wortgewandtheit der Autoren, das Buch büßt Lesefreude ein, die durch eine mitreißende Vorlesung, allerdings wieder Spaß mit sich bringt.



Inhalt


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Kristin und Tom sind auf der Suche nach einem Häuschen für ihre kleine Familie und werden auf dem Lande in Althausen fündig. Sie finden ein Haus, das sie wunderschön finden, bis auf dem Keller, ein kleines Schmuckstück. Der Keller des Hauses ist alt und Kristin unheimlich, trotzdem kaufen sie es. Kurze Zeit nach der Renovierung und dem Einzug kommt Tom auf tragische Weise, ums Leben. Kristin ist am Boden zerstört und von der Situation überfordert, die Trauer, ihre kleine Tochter, das Haus und dann beginnt Kristin Stimmen im Haus zu hören.





Meinung
 




Dieses Hörbuch wurde mir von einer Kollegin empfohlen und mit der Thematik geheimnisvolles, verfluchtes Haus, hatte sie mich gleich überzeugen können. Nach der ersten Hörprobe hat Simon Jäger, der unter anderem als Synchronstimme für Heth Ledger eingesetzt wurde, mich zusätzlich von sich und dem Buch überzeugt.

Aber Achtung ich bin der Ansicht, dieses Buch ist aufgrund von zum Teil heftigen Gewaltszenen eher für Erwachsene, statt Jugendlichen geeignet.


„Der Gesang des Blutes“ von Andreas Winkelmann ist als Buch im Rowohlt Verlag erschienen und wurde im Argon Hörbuchverlag mit Simon Jäger vertont.




"Der Gesang des Blutes" beginnt mit der Besichtigung des Hauses, für das sich Tom und Kristin später entscheiden werden. Kristin steht im Keller und fühlt sich dort nicht wohl. Sie bekommt eine schaurige Gänsehaut, Tom ist darüber nur belustigt, schließlich ist er nicht empfänglich für solche Dinge. Als Architekt ist er rationales Denken gewohnt und für ihn ist ein Keller nur ein unterirdischer Raum, den sie nicht unbedingt nutzen müssen, wenn es Kristin damit besser geht.

Kristins Gefühlswelt im Keller lässt etwas von dem geheimnisvollen Haus erahnen. Leider, bleibt dem Zuhörer nicht viel Gelegenheit Tom kennenzulernen, nach dem erstem Kapitel, wird im zweiten Kapitel ein Robert Stolz eingeführt, der so gar nicht in die Handlung zu passen scheint. Was hat ein Kleinkrimineller mit der Familie und dem Haus zu tun?

„Der Gesang des Blutes“ erzählt zu nächst zwei Geschichten und was Robert mit Kristin und ihrer Familie gemeinsam hat, wird klarer, je weiter die Handlung voranschreitet. Auch das Robert und Kristin einander begegnen werden, wird ebenso schnell deutlich.

Anfänglich fiel es mir schwer mich zurecht zu finden, bei wem ich gerade bin, ob bei Kristin oder einer anderen Figur. Simon Jäger hilft dem Hörer dabei, da er für jede Figur seine eigene Stimme entwickelt.

Mein Hörbuch war mit 130 Kapiteln, ungekürzt und selbst beim gekürzten Hörbuch, kam es stellenweise zu kleineren Längen in der Handlung, in der kaum etwas passierte.

Wenn dann etwas geschah, dann rasant und heftig. Sei es Gewalttaten oder die gruselige Vergangenheit des Hauses, Simon Jäger gelingt es, dass sich das Erzählte, im Ohr festsetzt und ein eigenes Kopf Kino produziert. Bei einer Schilderung bin ich fassungslos dagesessen und habe abwechselnd die Augen weit aufgerissen oder meine Hand vor dem Mund geschlagen. Ich bin entsetzt gewesen und hatte mir geschworen, wenn jetzt noch meine persönliche Grenze überschritten wird, die Stopptaste zu drücken und das Buch abzubrechen.

Dazu ist es nicht gekommen, weil Simon Jäger längst wieder weiter gelesen hatte, eh ich das Gehörte verarbeiten konnte. Der Vorteil eines Buches, ich kann mir mein Tempo selbst bestimmen, vielleicht sogar ein paar Seiten weiter schauen, um die Nerven zu beruhigen, bei einem Hörbuch bin ich dem Tempo des Erzählers ausgeliefert.

Im "Der Gesang des Blutes" lassen sich ein paar Möglichkeiten bereits erahnen, andere dagegen sind so versteckt, dass man am Ende überrascht wird und es eigentlich logisch findet, dass es so und nicht anders endete.

Fazit

"Der Gesang des Blutes" war mein erster Ausflug in den Psycho Thriller Hörbuch und meine Erwartungen von fesselnder Spannung, durch eine hervorragende Stimme, sind erfüllt worden. Zwischenzeitlich verliert sich die Handlung in Längen, die ich überspringen wollte, weil ich fand, an einem anderen Ort, wäre es jetzt interessanter, als aktuell bei dieser Figur. Aufgrund von teilweise sehr extremen Gewaltbeschreibungen eignet sich dieses Buch, für mutige Hörer. 4 Sterne.


Mit diesem Hörbuch nehme ich an folgenden Challenges teil

Challenge der Gegensätze: Biancas lila Seite – ein ungekürztes Hörbuch


© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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