Montag, 21. September 2015

Rezension zu "Liebe ist was für Idioten. Wie mich" von Sabine Schoder

© Cover- und Zitatrechte: Fischer Verlag


Inhalt

Was ist das ungewöhnlichste Geschenk, das ihr zum Geburtstag bekommen habt? Viktoria, kurz Viki bekommt zu ihrem 17. Geburtstag einen Joint von ihren besten Freunden geschenkt. Ungewöhnlich und vollkommen durchgeknallt. Gefeiert wird in einem kleinen Club. An diesem Abend läuft Viki dem Leadsänger der Band Major Malfunktion über dem Weg, Jay Feretty. Einen Typen, der einen auf Weltverbesserer macht. Sie kann ihn nicht leiden und erwacht am nächsten Morgen nackt neben ihn in seinem Bett. Vielleicht war das ja doch kein so gutes Geburtstagsgeschenk? Mist. Aber Viki wäre nicht sie, wenn sie sich von diesem kleinen Ausrutscher unterkriegen lassen würde. Frei nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert“ legt sie einen besonderen Abgang hin.




Der zufällige Satz...
   
„Er wirft ein überhebliches Grinsen zu mir herab.“
 

Seite 173 Zeile 13















Meinung

„Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ ist das Debüt von Sabine Schoder mit Wow-Effekt.

Der Klappentext deutet es schon an, dass Viktoria (Viki) ein wenig anders ist. Tüten rauchen und dann überraschend mit einem Sänger ins Bett? Das wird bestimmt lustig, dachte ich im Vorfeld und dann holt mich der Prolog auf den Boden der Tatsachen zurück. Wie passt meine Erwartung von einer unbeschwerten, lockeren Romanze zu einer toten Mutter und einem lieblosen Vater? Gar nicht.

In „Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ ist nichts so wie es auf den ersten Blick scheint. Viki kommt erst mal schlecht gelaunt und schwarzmalerisch in
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Dauerschleife daher. Sie besitzt einen klaren Sinn für Situationskomik und trifft damit dem Nagel auf den Kopf. Nun hatte ich wenigstens gedacht, die Beziehung zwischen Jay und ihr wird nach dem Muster sie mag ihn – sie mag ihn nicht entwickeln, wieder habe ich mich geirrt. 


Ich bin der Meinung, dass der Stein, der alles ins Rollen gebracht hat, eine ganz andere Person ist. Da diese Figur mit ihren offenen Gefühlen Vikis Herz trifft. Sie scheut sich nicht in der Öffentlichkeit zu weinen und das zieht Viki an, da sie sich für deren Schmerz verantwortlich fühlt.

Viki hat auf schmerzvoller Art gelernt, dass Tränen und Gefühle nichts bringen und ihr nicht weiterhelfen, daher lässt sie das nur ungern zu. Viki ist ein Stehauf-Männchen, um so öfter sie am Boden liegt und vom Schicksal in den Hintern getreten wird, umso mehr steht sie auf und grinst mit ausgestrecktem Mittelfinger und einem lockeren Spruch auf den Lippen ihrem Leben entgegen. Mich hat Viki echt umgehauen, sie ist eine tolle Figur. Was nicht zuletzt, an dem Schreibstil von Sabine Schoder liegt. In der einen Sekunde habe ich gekichert und anschließend ergriffen geschluckt, weil der Sinn hinter den Worten wehgetan hat.

„Niemand hat mir gesagt, dass man auch Tannenbäume und Geschenke verliert, wenn Mama stirbt.“ – Viki Seite 114

Während Viki aus einem zerrütteten Elternhaus stammt, scheint Jay alles zu haben, was man sich wünschen kann, liebende Eltern, Geld und trotzdem macht er auf sorglosem Rebell.

Jay und Viki sind Sonne und Gewitterwolke. Jays immer gute Laune und Fixierung auf Viki machen einen weiteren Pluspunkt an diesem Roman aus. Die beiden schenken sich nichts und ihren verbalen Schlagabtausch ist frech, spritzig und unterhaltsam.

Nicht nur auf der Gefühlsebene stellt Jay Viki vor Rätsel. Rätsel, die einem erfahrenen Leser nicht lange verborgen bleiben.

Am Ende standen mir Tränen in den Augen und das hat in diesem Jahr noch kein Buch geschafft, dass ich zu dieser Zeit im Zug saß, war mir egal.

Fazit

„Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ ist eine Wundertüte, bei der man bestimmte Erwartungen an dem Inhalt hat und hinterher tatsächlich überrascht wird. Denn die Idee die in diesem Buch steckt, bietet an sich keine neuen Erkenntnisse, aber es ist der lebendige, ehrliche, treffende Schreibstil, der die Handlung beflügelt und dieses Buch zu einem Pagetuner macht. „Liebe ist was für Idioten“ ist eine Achterbahnfahrt an Gefühlen, ein Schwanken zwischen Kichern, Kribbeln, Kopfschütteln und Tränen. Jay und Viki werden noch lange in meinem Kopf herum spuken und ich empfehle dieses Buch jedem, der meint es schon zu kennen, bevor er es gelesen hat und es dann liest und feststellt, dass sich diese Figuren schwer berechnen lassen. 5 Sterne.

Mit diesem Buch nehme ich an folgenden Challenges teil

Challenge der Gegensätze: Biancas lila Seite – Ein Buch aus dem Fischer Verlag


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