Mittwoch, 26. August 2015

Rezension zu "Sommer am Abgrund" von Jane Casey

© Cover- und Zitatrechte: dtv


Inhalt

Erzählt wird die Geschichte der 16-jährigen Jess, die mit ihrer Mutter die Sommerferien in Port Sentinel, einem kleinen englischem Küstenstädtchen, verbringt. Port Sentinel, ist der Geburtsort ihrer Mutter, deren Zwillingsschwester noch immer mit ihrer Familie dort lebt. Durch einen Familienstreit lernt Jess erst jetzt ihre Verwandtschaft kennen. Ein tragisches Familienunglück trübt jedoch das Wiedersehen. Vor einem Jahr ist, Freya, Jess Cousine, unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen. Ob sie die Klippen freiwillig hinab sprang, stürzte oder hinab gestoßen wurde, kann keiner mit Gewissheit sagen. Einige gehen von Selbstmord, andere von einem Unfall und ganz wenige leise Stimmen von Mord aus. Jess erstes Aufeinandertreffen mit Port Sentinel ist ihr unangenehm, da sie die meisten Menschen anstarren. Der Grund dafür ist, die starke Ähnlichkeit mit Freya, welche die Leute denken lassen einen Geist zu sehen. Dadurch interessiert sich Jess für ihre Cousine und möchte wissen wie sie gelebt hat und ob sie wirklich einen Grund für Selbstmord gehabt hat. Mit ihren Nachforschungen bringt Jess sich in Gefahr, da es manchen lieber zu sein scheint, dass die Wahrheit verborgen bleibt.






Der zufällige Satz...   
Seite 8 Zeile 28
 

„Ich werde wohl alt.“
Seite 169 Zeile 7
















Meinung

Port Sentinel ist ein kleiner, malerischer Touristenort an der englischen Küste und trifft Jess Vorstellungen von aufregenden Ferien überhaupt nicht. Jess ist in London aufgewachsen und hätte am Liebsten dort die Zeit mit ihren Freunden verbracht.
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Port Sentinels äußere Erscheinung mag hübsch und beruhigend sein, aber über dem Ort liegt für Jess eine beklemmende Aura, weil jeder in ihr nur ihre Cousine sieht. Dieses seltsame Verhalten riecht stark nach Geheimnissen und Jess ist eine Spürnase für Geheimnisse. Es lässt sie neugierig werden und sie gibt so lang keine Ruhe bis sie Antworten erhalten hat. Der Stoff für einen kleinen sommerlichen Krimi mit jugendlicher Protagonistin.

Jess fürchtet sich vor der ersten Begegnung mit ihrer Tante, Onkel und den Geschwistern von Freya. Wenn schon die anderen Leute so merkwürdig reagieren, wie muss es dann wohl für die Familie sein, dem lebenden Abbild ihrer Tochter und Schwester gegenüber zu stehen? Entgegen der Befürchtungen werden Jess und ihre Mutter herzlich und mit offenen Armen empfangen. Vor allem die Begrüßung der Schwestern lässt die Frage zu, warum der Kontakt abgebrochen wurde? Für Jess ist es wie nach Hause kommen, so ein Familiengefühl kannte sie bisher nicht.

Der Schmerz über Freyas Tod ist in der Familie immer noch zu spüren, doch geben sie Jess einen detaillierten Einblick in Freyas Leben und beantworten ihre Fragen ehrlich. Freya war ein sensibles, romantisches, verträumtes, kreatives und künstlerisches Mädchen. Sie liebte es sich mit ihren Bildern auszudrücken. Harmonie und Frieden waren ihr sehr wichtig. Im Gegensatz zu Freya, wirkt Jess mutiger und stärker. Ungerechtigkeiten nerven Jess, sie scheut sich nicht davor sich zu verteidigen und ist auch eher der realistische rationale Mensch. Im Grunde hätten die beiden Mädchen sich perfekt ergänzt, hätten sie sich kennen gelernt. Jess sturer, neugieriger Dickkopf ist eine Stärke, mit leichter Tendenz sie in Gefahr zu bringen. In einigen brenzligen Situationen hätte Jess ruhig weniger auf den Putz hauen dürfen und es mit Einfühlungsvermögen und Nachdenken probieren können. Dieses leichtsinnige Verhalten führt zu einem Punktabzug. Jess ist sympathisch, aber das sie glaubt, sie schafft alles mit Leichtigkeit und sie muss unbedingt Recht behalten, fand ich nicht toll.
Jess lernt Freunde und Mitschüler von Freya kennen und erkennt, dass diese nicht offen mit ihr über Freya reden wollen. Eine Eigenschaft die viele Port Sentinler mit einander verbindet. Ganz klar, es gibt Gründe für Freyas Tod, ob Selbstmord oder nicht. Jess wird in einem Kreis, aus Liebe, Sehnsucht und Eifersucht gezogen und muss herausfinden wem sie trauen kann. Für ihren Kopf scheinen die Antworten klar, wären da nicht noch ihr Herz, das immer dann einen Sprung macht, sobald Will Henderson auftaucht. Der Sandkastenfreund ihrer Cousine und Sohn des Polizisten Dan Henderson. Den Jess schon deswegen nicht ausstehen kann, weil der sich an ihre geschiedene Mutter ran macht. Nach den Ferien möchte Jess schließlich wieder in die Großstadt zurück.

Fazit

„Sommer am Abgrund“ ein Ferienkrimi zum Mitraten und das wird hier eigentlich sogar dank einiger Hinweise auch leicht gemacht. Gelegenheitsleser könnten beim Enträtseln mehr Freude empfinden, als erfahrene Vielleser. Port Sentinel ist überschaubar als Handlungsort und die Figuren sind in ihrer Rolle und Funktion leicht zu merken und wieder zu erkennen. Port Sentinel lädt zum Wiederkommen und Entspannen ein und das scheint beabsichtigt, denn im November wird es ein Wiedersehen mit Jess geben. Schließlich sind noch nicht alle Fragen geklärt worden und bestimmt würde es Jess auch langweilen, wenn sie keine Geheimnisse entschlüsseln dürfte. 4 Sterne.

Mit diesem Buch nehme ich an folgenden Challenges teil
Challenge der Gegensätze: Biancas lila Seite - ein Taschenbuch

Die Jess Tennant Reihe im Überblick

Sommer am Abgrund -  Band 1 - meine Rezension
Sturz ins Bodenlose - Band 2 -  erscheint erst im 11/2015
Hide and Seek (engl. Ausgabe) - Band 3 - noch keine deutsche Erscheinung bekannt



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