Samstag, 1. August 2015

Rezension zu "50 Tage Der Sommer meines Lebens" von Maya Shepherd

© Cover- und Zitatrechte: Maya Shepherd


Inhalt

„Sommer 1965 – Dieser Sommer sollte perfekt werden! Jade hat einen tollen Freund, eine großartige beste Freundin und das Sommercamp wartet. Doch dann erwischt Jade die Beiden bei einem Kuss. Ihre Welt zerspringt in tausend Teile. Aber genau das war nötig um den Mut zu fassen, etwas Eigenes zu starten.“ Ausschnitt Klappentext



Der zufällige Satz...   

 

„Aber ausgerechnet in Albuquerque, New Mexico, traf ich nun auf ihn und mein Gefühl der Sicherheit brach wie ein Kartenhaus in sich zusammen.“
 

Seite 215 Zeile 9 bis Seite 215 Zeile 12







Meinung

Jade möchte nicht den Sommer im Camp verbringen, wo sie unweigerlich auf Katie treffen wird. Ihre Eltern sind jedoch taub auf dem Ohr und liefern ihre Tochter am Reisebus ab. Während ihrer ersten Rast an einer Tankstelle, fällt Jade, Jason auf, der von dem Tankwart ein Ersatzteil für seinen schwarzen Mustang benötigt. Jason gibt sich unnahbar, aber es gelingt ihm nicht, trotz Glatze und brummigen Verhalten,
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furchteinflößend auf Jade zu wirken.  Er hat etwas an sich, das ihre Neugier weckt. Durch das belauschte Gespräch zwischen ihm und dem Tankwart erfährt, Jade, dass Jason auf der Route 66 unterwegs ist. Die legendäre Straße der USA, welche durch mehrere Bundesstaaten führt und Abenteuer und Freiheit verspricht. Was bewegt einen jungen Mann dazu, diese Reise allein zu unternehmen? Jade bewundert ihn dafür und sehnt sich, ebenfalls ein Abenteuer zu erleben. Im Idealfall außerhalb des verhassten Sommercamps. Auf dem Weg zum Bus, kommt sie an dem unbeaufsichtigten Mustang vorbei und kann dem Drang nicht widerstehen, hier und jetzt einzusteigen. Jade krabbelt auf den Rücksitz und versteckt sich unter dem Schlafsack. Lange bleibt sie Jason nicht verborgen und als er sie bemerkt, ist er rasend vor Wut. Er stoppt das Fahrzeug und wirft Jade kurzerhand aus den Wagen und saust davon. Kurze Zeit später wendet er und sammelt Jade wieder ein. Seinen Vorsatz, sich am nächsten Morgen an einer Raststätte zurück zu lassen, von der ihre Eltern sie abholen können, bröckelt langsam. Als Jason von einer 50 Punkte umfassenden Liste mit Dingen, die Jade mit Katie in diesem Sommer machen wollte - erfährt, ist er Feuer und Flamme, einige Punkte abzuarbeiten und so beginnt für die Beiden der Sommer ihres Lebens.


„50 Tage der Sommer meines Lebens“ ist das aktuellste Buch von Maya Shepherd.

Dieser Roman hat mir das Gefühl von Freiheit und einen unvergesslichen Sommer gegeben. 50 Tage im Zeitraffer von 5 Tagen. Die Atmosphäre, die im Hintergrund ausgestrahlt wird, erinnerte mich an Sonne auf der Haut, knirschenden Sand zwischen den Zehen und ein angenehmes, zufriedenes Gefühl, das mich im Sommer immer begleitet.

Jade erzählt rückblickend vom Sommer 1965 und schon der Prolog gibt dem Leser einen Gedanken mit auf dem Weg, den man durchaus vergessen kann, der einem unterbewusst, die gesamte Reise begleiten kann und wird. Mal still und mal so laut wie ein Paukenschlag. Etwas das einem, mit Jade und Jason zittern und mitfiebern lässt.

Obwohl es das Jahr 1965 ist, kann dieser Sommer in jedem Sommer spielen. Das hier kein Internet oder Mobiltelefone auftauchen, merkt man nur am Rande. Anhand der Musik wie z. B. The Beatles, Rolling Stones oder Sonny & Cher und eine Anspielung auf den Vietnamkrieg, kann man auf das Jahrzehnt schlussfolgern.

Das Buch gliedert sich in 50 zum Teil kurze Kapitel und entspricht pro Tag ein Kapitel. Die Überschriften sind die Punkte auf der „To-Do-Liste“ in Schreibschrift. Um sie, als „erledigt“ zu kennzeichnen, werden sie mit einem kräftigen Strich durch gestrichen. Die feine Schrift, ist dadurch manchmal schwer zu lesen. Ein Wechsel zwischen den "fein" und "kräftig",finde ich angenehmer. Jedes Kapitel hat einen fühlbaren, sichtbaren, klassischen Spannungsbogen: „Aufbau“, „Höhepunkt“, „Abschluss“. Nicht immer enden die Kapitel mit einem „abschließenden“ Gefühl, weshalb ich so lang weiter gelesen habe, bis der gewünschte Effekt kam und ich das Buch bei Seite legen konnte.

Jade und Jason sind sympathische, liebevolle Charaktere und nicht nur sie sondern auch die Menschen, denen sie unterwegs begegnen. Jedenfalls die meisten von ihnen. Gerade Jades Eltern haben mich überrascht. Zu Beginn lernt der Leser mit Jade eine Protagonistin kennen, die mehr kindlich, als erwachsen ist und nicht genau weiß wohin ihr Lebensweg geht. Im Verlauf reift sie und entwickelt sich weiter. Während wir bei Jade sofort wissen, dass sie sich auf diese Reise begibt, weil sie ihren Problemen mit Katie aus dem Weg geht, erfährt der Leser Jasons Beweggründe erst viel später. Ab diesem Zeitpunkt kommen neben Abenteuerlust eine Portion Emotionen ins Spiel und sorgen dafür, dass Seite um Seite weg gelesen wird. Aufhören wird schwer. Gemeinsam überwinden Jade und Jason Hindernisse, stellen sich persönlichen Herausforderungen, lernen sich nicht nur gegenseitig kennen. Da sind ein Kribbeln und Seufz Momente vorprogrammiert und alles ist stimmig und situationspassend gewählt worden.





Gegen Ende verlieren sich Jade und Jason jedoch in sich wiederholenden Diskussionen, darüber wie sie sich das Ende des Sommers vorstellen. Beide haben ihren Standpunkt von denen keiner abweichen mag. Als Leserin hatte ich für Beide Verständnis, habe mich bewusst aber auf eine Seite geschlagen, da ich aus den gleichen Gründen wie der oder die Protagonist/in so reagiert hätte. Worum es genau geht, erfährt nur wer das Buch liest, es wäre sonst zu viel verraten.

Das Cover passt farblich mit einem Hauch von Sonne zu dem Buch.

Fazit

„50 Tage der Sommer meines Lebens“ von Maya Shepherd ist ein Auf und Ab der Gefühle, Abenteuerlust, Wohlfühlmomente gehen Hand in Hand mit Emotionen und Witz. Jason und Jade sprühen, jeder auf seine ganz eigene Weise vor Lebenslust. Passend zur Farbwahl entwickelt, dieses Buch eine sommerlich, sonnige Atmosphäre, die ich mit einem perfekten Sommertag vergleiche. Überwiegend großartig, zum Seufzen schön und gelegentlich ein turbulentes Sommergewitter. In Gedanken war ich den letzten Tagen immer bei Jason und Jade, selbst während ich nicht las. Jade ist sonst kein spontaner Mensch und unter normalen Umständen, wäre sie nie auf den Rücksitz geklettert. Sie hat den Moment so ausgenutzt, wie sie fühlte und für diesen Mut, bewundere ich sie. Was mir von „50 Tage der Sommer meines Lebens“ bleibt? Trau dich, um die Zeit deines Lebens zu erleben. 5 Sterne.

Mit diesem Buch nehme ich an folgender Challenge teil

Challenge der Gegenteile - Biancas lila Seite des YinYangs: Ein Sommer Buch


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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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