Samstag, 27. Juni 2015

Rezension zu a little too far von Lisa Desrochers

© Cover- und Zitatrechte: dtv



Inhalt


Wie konnte das passieren? Wie konnten sie so weit gehen? Ihr Stiefbruder Trent war doch immer Lexis bester Freund und engster Vertrauter. Fluchtartig verlässt Lexie ihre Familie und bricht zu einem Auslandsjahr in Rom auf. Aber auch Tausende von Kilometern entfernt und trotz des attraktiven Alessandro schafft sie es nicht, den Mann, den sie nicht haben kann, zu vergessen... Quelle Klappentext





Der zufällige Satz...   


„Wir sind immer noch dicke Freundinnen, obwohl wir alle weit weg an verschiedenen Colleges studieren.“ 


Position 92










Meinung

"Eine Stiefbruder-Priester-Lovestory für Zwischendurch" so in etwa hat Damaris das Buch in ihrem Buchzugänge vs. Buchabgänge vs. Geflüster im Januar 2015 beschrieben und ihre Worte machten mich neugierig und ich musste „a little too far“ einfach lesen.


„A little too far“ von Lisa Desrochers ist im New Adult Genre zu Hause. Lexie, Katie und Sam haben bereits sexuelle Erfahrungen gemacht und reden darüber offen miteinander. Damit habe ich kein Problem, auch nicht, wenn das F-Wort fällt, aber die Wortwahl der Mädels war mir in der Bucheinstiegsphase doch etwas derb, denn ich finde das Wort jemanden "durchnudeln" einfach komisch. Ich kann damit nichts anfangen, dann doch lieber das F-Wort, aber bei "durchnudeln" stehe ich gedanklich vor einem Lachanfall. Leider bleibt "durchnudeln" nicht das einzige unpassende Wort in dem Buch: Sam und Lexie nennen sich oft "Bitch", was mir auch nicht gefallen hat, weil ich meine beste Freundin, niemals als "Bitch" bezeichnen möchte, auch wenn das Wort in „a little too far“ nicht abwertend gemeint ist.

„‘Siehst du, Lexie, genau das haben wir uns immer gewünscht, dein Dad und ich – dass unsere Kinder sich nicht wie Stiefgeschwister fühlen.‘“ - Position 557




Der Titel ist Programm. Lexie beginnt in wenigen Tagen ihr Auslandssemester in Rom und es ist klar, wenn sich etwas zwischen ihr und Trent entwickelt, dann muss das zu Beginn geschehen. Die Sexszene zwischen den Beiden wird deutlich beschrieben. Gut fand ich, die beschriebenen Gewissensbisse von Lexie. Einerseits schildert sie den Sex mit Trent als das Phänomenalste, das sie je erlebt hat, andererseits hat sie riesige Angst, dass sie die Familie und die Ehe der Eltern zerstört haben. Nachdem sie miteinander geschlafen haben, haben Lexie und Trent kaum Gelegenheit darüber zu reden, sie einigen sich darauf, dass es nicht wieder vorkommen wird. Sie sind machtlos, gegenüber den starken Gefühlen zueinander und das lässt sie Distanz zu einander aufbauen. Lexie ist felsenfest davon überzeugt, dass ihr Auslandssemester dazu beiträgt, dass ihre Leidenschaft für Trent verschwindet und aus ihnen wieder Bruder und Schwester und beste Freunde werden kann.

Leichter als gedacht, die Gefühle und Gedanken um Trent kreisen pausenlos in ihrem Kopf herum und sie hält diese innere Anspannung nicht lange aus. Lexie flüchtet sich in eine Kirche und beichtet alles was ihr in den Sinn kommt, auch die Nacht mit ihrem Stiefbruder. In der Hoffnung das der italienische Pater, ebenso wenig Englisch, wie sie Italienisch sprechen und verstehen kann. Ihr Pater spricht sehr wohl Englisch und schickt sie zur Buße zu Reverend Alessandro. Alessandro ist ein junger Mann, nicht viel Älter als Lexie, und ein angehender Priester. Alessandro überredet Lexie, ihm bei einem Projekt zu helfen, dass Kinder für die Kunst begeistern soll im Gegenzug zeigt er ihr, die schönsten Orte Roms und hilft Lexie, damit für ihr Kunststudium weiter.

„Wir sind uns so nahe gekommen, wie es nur menschenmöglich ist, und genau das hat uns auseinandergebracht.“ – Position 2334

Der Italienpart nimmt einen großen Teil im Buch ein und lässt die Thematik der Geschwisterliebe in den Hintergrund rutschen, denn Lexie und Trent geben sich Mühe ihr Leben normal weiter zu leben und beschränken sich auf einen oberflächlichen SMS Kontakt. Dabei leidet Lexie unter der ungeklärten Situation, zumal ihre beste Freundin Sam, ihr immer wieder schreibt, wie sie sich an Trent heran macht, um ihn ins Bett zu bekommen. Lexie kocht vor Eifersucht, ihr sind jedoch die Hände gebunden.

Schade, dass „a little too far“ nur aus der Sicht von Lexie erzählt wird und die Gedanken und Gefühle von Trent am Rande oder zwischen den Zeilen geschildert werden. Ich hatte mir mehr Spannung und Konfliktmaterial für die beiden gewünscht.

Auf der anderen Seite rutscht Alessandro mehr und mehr in den Mittelpunkt und zwischen Lexie entwickelt sich mehr als Bekanntschaft. Ich bin überrascht wie viel Ernsthaftigkeit und Zerrissenheit die Autorin in ihre Figuren gesteckt hat und wie ich zwischen Trent und Alessandro hin und her schwanke.

Gegen Ende verstricken sich Lexie und Alessandro in unüberlegten Handlungen, bei denen ich mich gewundert habe, warum diese eingebaut und so schnell abgehandelt wurden.

Fazit

Das Cover von „a little too far“ zeigt ein junges Paar, welches sich zaghaft, zärtlich küsst. Es wirkt verspielt und leicht verträumt. Hinter den Buchdeckeln geht es bei den Charakteren zur Sache, an die zum Teil heftig gewählten Worte in Verbindung mit dem Thema Sex, musste ich mich erst gewöhnen. Als Jugendbuch sehe ich „a little too far“ daher nicht, es richtet sich viel mehr an junge Erwachsene. Der Italienaufenthalt hat mir sehr gut gefallen, zum einen weil ich Italien als Land äußerst interessant finde, zum anderen weil Alessandro ein heißer und charmanter Priesteranwärter ist. Dem Lexie-Trent Beziehungskarussell hat Italien etwas geschadet. Für mich waren ihre gemeinsamen Momente zu kurz und ich habe Trent nicht näher kennenlernen können. Trotzdem ist „a little too far“ ein gutes zwischendurch Buch, das sich schnell lesen lässt. 3 Sterne.



Mit diesem Buch nehme ich an folgender Challenge teil

Challenge der Gegenteile - Katjas grüner Seite des YinYangs: Ein Buch für Leser über 16 



Die little too... Reihe im Überblick

a little too far - Band 1 - meine Rezension
a little too much - Band 2 - breits erschienen im 05/2015
a little too hot - Band 3 - bisher nur auf Englisch erschienen

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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    eine sehr gute Rezi.
    Ich habe das Buch schon hier und da gesehen und immer wieder überlegt es zu kaufen, aber war mir bisher immer zu unsicher. Das Buch behalte ich jetzt aufjedenfall weiterhin im Auge.
    Ganz liebe Grüße
    Sara

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    1. Hallo Sara,

      mir waren die Wörter die sich die Charaktere am Anfang arg um die Ohren gehauen haben, etwas zu viel, aber trotzdem war a little too far schon gut zu lesen. Am meisten freue ich mich auf den zweiten Teil mit Alessandro. Weil ich den sehr gerne mag. :)

      Lieben Gruß
      Cindy

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