Montag, 22. Juni 2015

Rezension zu Blut wie die Liebe von A.L. Kahnau

© Cover- und Zitatrechte: Anna-Lena Kahnau

Inhalt

Luisa möchte nicht schon wieder umziehen. Ihre Mutter verliebt und entliebt sich ständig, dadurch wechseln die Beiden regelmäßig ihren Wohnort. Luisa hat keine Chance Freundschaften aufzubauen, daran hat sich die 15-Jährige gewöhnt. Solange der jeweilige Wohnort eine Bibliothek hat, ist sie zufrieden, nur eine Zuschauerin zu sein. Was sie sich sehnlichst wünscht ist, eine intakte Familie, ihren Vater kennen zu lernen und ein dauerhaftes Zuhause. Kreuztal stellt eine weitere Station auf ihrer Reise dar, weshalb Luisa ihren Reisekoffer nicht auspackt. Ihr Aufenthalt entwickelt sich anders als erwartet. In Yasin findet sie einen guten, zuverlässigen Freund, der ihr zur Seite steht. In der Schule trifft sie Justus, der ihr den Kopf verdreht. Ihre unaufmerksame Mutter mischt sich plötzlich in ihr Leben ein. Das weckt Luisas Neugier. Es muss einen Grund geben, weshalb sie in Kreuztal gelandet sind. Bisher hat Luisa sich erfolgreich aus ihrem eigenen Leben herausgehalten, jetzt muss sie sich mit Familie, Freundschaft und der ersten Liebe befassen.




Der zufällige Satz...

 

„'Sicher? Meine Mama hat’s gemacht.'“
 

Seite 72 Zeile 15 bis Seite 72 Zeile 15
















Meinung

Blut wie die Liebe ist das Debüt der Autorin Anna-Lena Kahnau. In dem Jugendroman ist Luisa die Erzählerin. Die Sprache ist verständlich und weil der Roman ohne fantastische Elemente auskommt, findet man sich schnell in Luisas Leben zurecht. Der kauzige, liebenswerte Vermieter Herr Schmidt, sorgt für kleine Grinser, denn als waschechter Siegländer beherrscht er den Siegländer Platt perfekt.

„Hö es edd waane heiß, woar? Dadd sie mier gar nedd me jewürnt im Sejjerland.“ – Seite 21 Herr Schmidt

Nicht nur Luisa hat anfänglich Schwierigkeiten ihn zu verstehen und antwortet zur Sicherheit lieber mit einem Danke oder einem Ja. Dass dadurch der alte Herr ebenfalls verwirrt ist, macht die Szenen mit ihm lustig und ihn liebenswert. Je mehr Luisa mit ihm spricht, desto leichter fällt es ihr und dem Leser, ihn zu verstehen.
Startseite von Anna-Lena Kahnau

Luisa wünscht sich das ihre Mutter nicht mehr rastlos ist, sich von den Männern nicht den Kopf verdrehen lässt, sondern bei ihrer Tochter bleibt und sich mit ihr beschäftigt. Die Beziehung der Beiden ist kompliziert. Luisas Mutter war 14 Jahre alt, als sie schwanger wurde. Ihr Freund verließ sie und ihre Familie ließ sie im Stich. Es ist ihrer Mutter hoch anzurechnen, dass sie sich für Luisa entschied. Dennoch benimmt sie sich wie eine Jugendliche, immer auf der Suche nach dem eigenen Vergnügen und nicht wie eine verantwortungsvolle Erwachsene. Luisa lernt früh, dass sie sich auf ihre Mutter nicht verlassen kann und wird selbstständig, und skeptisch, wenn es um ihre Mutter geht. Luisa wirft ihrer Mutter vor, sie nie gewollt zu haben. In diesem Moment bricht die Schale bei ihrer Mutter auf und sie ist ehrlich betroffen. Der Augenblick, der zu einem Wendepunkt in ihrer Beziehung werden kann. Ihre Mutter ist eine sprunghafte Frau.

Zum ersten Mal findet Luisa in ihrem Leben Freunde, in Yasin, den besten und zuverlässigsten. Yasin steht hinter ihr und holt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus. In seiner Familie wird Luisa akzeptiert und herzlich aufgenommen. Beeindruckt ist Luisa von Yasins Mama, die das komplette Gegenteil zu ihrer eigenen Mutter darstellt. Yasin weiß, was er möchte und hält daran fest. Luisa lernt Justus am selben Tag kennen, wie Yasin, als ersichtlich wird, dass Luisa Gefühle für Justus hat, wird die Freundschaft mit Yasin auf eine harte Probe gestellt. Denn Yasin entwickelt ebenfalls Gefühle für Luisa, da ist ihm, die aufkommende Romanze, zwischen Justus und Luisa ein Dorn im Auge.

„Aber du musst endlich begreifen, dass Freundschaft nicht immer gleich Zustimmung bedeutet. Ich bin kein Freund, nur weil ich dir in allem Recht gebe und immer deiner Meinung bin.“ – Seite 186 Yasin

Die Geschichte ist zwischenzeitlich vorhersehbar. Das Chaos der ersten Liebe hat mich an Blut wie die Liebe gefesselt, so dass ich mich an den vorhersehbaren Szenen nicht lang aufgehalten habe. Beide Jungen hatten überzeugende Argumente, die mich ihnen näher gebracht hat. Yasin steht für all das wonach sich Luisa sehnt: Sicherheit und Geborgenheit. Doch reicht das aus, ihn ebenso aufrichtig zu lieben? Oder wird es der launenhafte, komplizierte Justus, bei dem sogar ihre sonst desinteressierte Mutter ein Veto einlegt?
Luisa erlebt viel in den 208 Seiten, vielleicht ein Tick zu viel für meinen Geschmack, vielleicht passt es auch. Ich bin mir darüber nicht sicher. Was ich weiß, dass es mit Luisa weitergeht, denn das Ende mischt die Karten neu und macht mich auf den zweiten Teil neugierig.

Fazit

Blut wie die Liebe ist ein Jugendroman mit kleinen vorhersehbaren Schwächen, die mir jedoch nicht die Lesefreude genommen haben. Die Grundthemen Familie, Freundschaft und Liebe wurden gut umgesetzt. Gerade die Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe haben mir an Blut wie die Liebe am besten gefallen. Bis auf einige wenige Ausnahmen, sind die Charaktere greifbar und ihre Beweggründe nachvollziehbar. Die aufkommende Romanze wird gefühlvoll erzählt und kommt ohne eindringlich beschriebene Szenen aus. Das Ende erinnert mich an ein Puzzle. Man sortiert die Teile, welche zusammen passen, freut sich das Gesamtbild schon erahnen zu können, durch ein Missgeschick fällt das Puzzle herunter und man muss es neu zusammensetzen. 4 Sterne

 Vielen Dank an Anna-Lena Kahnau für das Rezionsexemplar.




Blut wie die Liebe 1: Meine Rezension
Blut wie die Liebe zu dir 2: Meine Rezension

Mit diesem Buch nehme ich an folgender Challenge teil:

Challenge der Gegenteile Katjas Aufgaben, die grüne Seite des Yin Yangs: Ein Buch eines unbekannten Autors / unbekannten Autorin (Debüt, Indie, etc.)


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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de
 

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