Mittwoch, 17. Juni 2015

Rezension zu Big Game von Dan Smith


© Cover- und Zitatrechte: Chicken Verlag

Inhalt

Kurz vor seinem dreizehnten Geburtstag muss Oskari allein in die Wildnis, so verlangt es die Tradition. Bewaffnet mit Pfeil und Bogen soll er ein Tier erlegen, um seine Männlichkeit zu beweisen. Oskari hofft auf einen Hirsch, doch stattdessen fällt ihm der amerikanische Präsident vor die Füße. Er ist nur knapp einem Attentat entkommen und sieht trotz seines schicken Anzugs nicht so aus, als hätte er die Lage im Griff. Jetzt kann Oskari zeigen, was in ihm steckt. - Quelle Klappentext



Der zufällige Satz...   
   
„Jedes Rascheln im Unterholz und jeden Vogelruf nahm ich wahr, ich spürte den Wind in meinem Gesicht und jede Unebenheit unter meinen Füßen.“
 

Seite 173 Zeile 10 bis Seite 173 Zeile 12







Meinung

Oskari wächst in einem Dorf auf, das stark mit der Natur, Tieren, Legenden und Ritualen verwurzelt ist. Das wichtigste Ritual im Leben der Männer ist die
Startseite vom Chicken House
Männlichkeitsprüfung. Sie entscheidet was der Prüfling für ein Mann wird und bestimmt seinen gesellschaftlichen Platz.


Bereits im Kleinkinderalter werden die Jungen trainiert, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Im Alter von 5 Jahren muss Oskari gemeinsam mit seinem Vater einen großen Wasserfall hinunter springen. In diesem Alter kann Oskari die Tragweite nicht einschätzen und hat verständlicherweise eine Heidenangst in den Wassermassen zu ertrinken. Trotzdem folgt er seinem Vater blindlings. Für mich ein Moment, in den ich mit Oskari mitgefühlt und den Vater nicht verstanden habe, dass er seinem Sohn dieser Angst aussetzt.

Für Oskari ist die Prüfung wichtig, denn im Dorf gilt er als schwacher, kleiner Junge, der es nicht schaffen wird ein anständiges Tier zu erlegen. Oskari’s Vater erlegte seinerzeit einen Bären und wurde damit zur Legende. Der Druck kommt nicht von seinem Vater, sondern den macht Oskari sich selbst. Er ist besessen von dem Ziel ein respektables Ergebnis abzuliefern, da er hofft damit seinen Vater von der Trauer um Oskaris verstorbene Mutter abzulenken.

Oskaris Mutter ist die einzig Frau in „Big Game“, die maßgeblich erwähnt wird, ansonsten gibt es nur männliche Charaktere.

Kurze Zeit nach dem Oskari den Wald betritt, wird er unfreiwillig in einem Flugzeugabsturz, Mord und Intrigen verwickelt. Die Szenen sind teilweise recht rasant und blutig, werden zum Glück mit witzigen Situationen wieder aufgelockert.

Das erste Aufeinandertreffen von Oskari mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Alan Moore ist eine solche. Der Präsident ist nach dem Absturz orientungs- und planlos. Alleine würde er nicht in der norwegischen Wildnis überleben. Zum Glück findet Oskari ihn als erstes und fasst den Entschluss ihn zu beschützen. 

"Der Präsident steckte das Telefon in seine Anzugstasche, setzte sich und rieb sich nachdenklich das Gesicht. >>So wie es es aussieht, bedeutet es in diesen Wäldern nicht eben viel, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein.<<" - Alan Moore Seite 130-131

Das ein 12-jähriger Junge einen erwachsenen Mann beschützt ist doch eigentlich nicht realistisch oder? Und ob in "Big Game" funktioniert es, denn das Setting ist genau darauf ausgelegt. Oskari ist in den Augen einiger Dorfleute nicht der geborene Jäger, aber er ist klug, einfallsreich und er wächst an seinen Aufgaben. Für Mister Präsident gibt es keinen besseren Beschützer.

Oskari ist ein geschickter Ich-Erzähler, der sein Innenleben gut darstellen kann. Für sein Alter wirkt er jedoch oft genug, zu tough, mutig und zielorientiert und erwachsen. Während Alan Moore immer wieder träge und ängstlich agiert. Zum Glück kein Dauerzustand, hin und wieder kommt in 
Oskari das Kind und in Mister President der Erwachsene durch. Beide lernen in der kurzen Zeit viel von einander.

">>Welche Tiere jagt Ihr Sohn gerne?<< Der Präsident lachte. >>Hm ... ehrlich gesagt jagen wir nicht.<< >>Sie jagen nicht?<< Ich betrachtete ihn argwöhnisch." - Oskari Seite 121

Lange Zeit tappt man im Dunkeln über die Gründe, weshalb die Air Force One zum Absturz gebracht wurde und der Präsident anschließend gejagt wird. Die Antworten waren mir nicht überzeugend genug. Gegen Ende schwächelte Big Game ein klein wenig.

Fazit


Die Maschine des mächtigsten Mannes der Welt stürzt in den tiefen der Wälder ab. Der Präsident wird anschließend wie ein Tier gejagt, ein 12-Jähriger steht im bei und beschützt ihn. Wie realistisch ist das? Ob es realistisch ist oder nicht spielt keine Rolle, denn in "Big Game" ist genau dass das Besondere und unterhaltsame. Also Kopf aus und rein in ein herrlich unrealistisches Heldenabenteuer. "Big Game" ist spannend, atemlos spektakulär und durch aus witzig. Für junge und ältere Abenteurer. 4 Sterne

Am 18.06.2015 wird "Big Game" in den deutschen Kinos laufen und das Buch bietet den besten Stoff für eine hollywoodmäßige Umsetzung. Alan Moore wird auf der Leinwand von Samuel L. Jackson verkörpert und hier muss sich der Buch-Präsident warm anziehen, denn bezogen auf den Trailer finde ich der Movie-Präsident, ist tougher und weiß sich ganz sicher zu wehren. Wird bestimmt eine unterhaltsame Mischung.












Mit diesem Buch nehme ich an folgenden Challenges teil

Challenge der Gegensätze: Katjas grüne Seite - Ein Buch dessen Verfilmumng noch nicht erschienen ist

_____________________________________________________
© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hast Du ein Lob, eine Anregung oder vielleicht eine konstruktive Kritik für mich? Ich freue mich, wenn du mir dazu ein Kommentar hinterlässt.