Sonntag, 15. Februar 2015

Rezension zu Who I am not von Ted Staunton

© Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag

Inhalt

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Ein Name gibt uns eine Identität, was aber macht man, wenn man viele Namen und Identitäten hat? So ergeht es dem männlichen Protagonisten in Who I am not. Er schlüpft in so viele Rollen, dass man denken könnte, er habe seinen richtigen Namen vergessen, aber das hat er nicht, denn er weiß nur wer er nicht ist, aber nicht wer er eigentlich ist. Seit einigen Jahren reist er mit dem älteren Haley, quer durch die Vereinigten Staaten. Mit kleinen oder mal mit größeren Betrügereien ziehen sie den Leuten das Geld aus den Taschen und halten sich damit über Wasser. Nach dem eine Betrügerei schief läuft und Haley am Ende stirbt, findet sich der namenslose minderjährige Junge im Büro von Jugendamt Mitarbeiter Josh wieder. Der Junge läuft Gefahr in seine persönliche Böse Zeit zurückkehren und das möchte er mit allen Mitteln verhindern. In einem unbeobachteten Moment macht er sich am PC von Josh zu schaffen und sucht nach vermissten Kindern. Er entdeckt das Profil von Danny Dellomondo, einen Kanadier, der seit drei Jahren als vermisst gilt und in seinem Alter ist. In Windeseile lernt er alle Fakten und Daten auswendig, die ihm das Profil liefern und wird so zu Danny Dellomondo. Danny ist der perfekte Köder, schließlich wohnt seine Familie in Kanada und Er ist in Amerika, doch sein Plan rechtzeitig zu entkommen, bevor ein Familienangehöriger ihn abholen kann, misslingt und Er ist gezwungen als Danny nach Kanada zu fliegen. Seltsam ist nur das ihn Dannys Familie mit offen Armen empfängt und ihm jedes abenteuerliche Wort glauben. Warum erkennen sie es nicht, dass er eben nicht Danny ist?



Der zufällige Satz...   
Seite 115 Zeile 18 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 

„Unter meiner Hand spürte ich, wie sich das Auto bewegte.“
 

Seite 115 Zeile 18 bis Seite 115 Zeile 19

















Meinung

Nach dem ich seit Anfang dieses Jahres nur Ich-Erzählerinnen begleitet habe, wollte ich mich gerne an die Seite eines männlichen Protagonisten heften und da kam die Lovelybooks Leserunde wie gerufen.

Er, der keinen eigenen Namen und erst im Laufe des Buchs zu Danny Dellomondo wird, beginnt seine Geschichte mit den Tod von Haley, der Auslöser für die eigentliche Handlung. Da der zukünftige Danny minderjährig ist, wird er vom Unfallort in das nächste Jugendamt Büro gebracht und da wird die Geschichte verzwickt, denn es gelingt ihm eine neue Identität anzunehmen. Der Grund dafür waren die zum Teil heftigen Erlebnisse der vergangenen Jahre mit verschiedenen Pflegeeltern, seine persönliche Böse Zeit. Was er da erlebt hat, hat mich mitgenommen, denn mir ist klar, dass es wirklich im realen Leben passieren kann.

Eigentlich möchte "Danny" mit der neuen Identität nur eine Chance zur Flucht haben, doch Josh ist nicht doof und lässt ihn nicht unbeaufsichtigt, nach dem er weiß, dass er ein seit drei Jahren vermisstes Kind, vor sich hat und so rutscht "Danny" in die Arme seiner "Familie".

Seine große Schwester Shan fliegt in die Vereinigten Staaten, um ihren kleinen Bruder abzuholen und hier wird es zum ersten Mal im Buch wunderlich. Müsste man seinen Bruder nach 3 Jahren, nicht eigentlich erkennen? Müsste Shan nicht eigentlich spüren, das dieser "Danny" nicht ihr Danny ist? Eigentlich ja, aber sie nimmt ihn an. "Danny" ist mittlerweile ein guter Lügner geworden, dem es nicht schwer fällt für bestimmte Fragen passende Antworten zu erfinden. Dadurch klappt auch die Verwirrung mit der neuen Augenfarbe.

An dieser Stelle wird Who I am not knifflig, spannend interessant, weil ich mir natürlich immer wieder die Frage gestellt habe, warum er nicht auffliegt. Nicht nur das Shan ihm alles glaubt, auch die Großeltern und der Onkel begrüßen "Danny" vertraut und überglücklich.

In Kanada angekommen, wohnt "Danny" zunächst bei seiner Schwester, ihrem Mann und den Kindern und erlebt zum ersten Mal ein freundliches Familienleben. Jedenfalls für eine gewisse Zeit kehrt in ihm Ruhe ein. Denn der echte Danny hatte bereits vor drei Jahren ein sehr schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter und seinem Bruder. Die Familie Dellomondo ist eine schwierige und zerrüttete Familie. Die Mutter ist Alkoholikerin und der Bruder ein Schläger und drogenabhängig, nur Shan scheint die Familie zusammen zuhalten und die Mutter für ihre Kinder zu sein, die sich ihr Danny und der neue "Danny" immer gewünscht haben. Der "Bösen Zeit", der unser Danny sich entziehen wollte, ist er in Kanada dummerweise wieder einen Schritt näher. Zum Glück für "Danny" beansprucht seine Mutter ihn nicht für sich und er darf weiterhin bei Shan wohnen bleiben.

Selbstverständlich ist es "Dannys" Ziel erneut abzuhauen, schließlich waren die Dellomondos nur Mittel zum Zweck, aber es ist nicht so leicht von Kanada wieder nach Amerika zu gelangen und ihm werden einige Steine in den Weg gelegt. Was zur Folge hat das er sich in seiner neuen Familie und in seinem neuen Leben beginnt einzuleben.

Bei mir kam dadurch der Wunsch auf, dass Danny sesshaft wird und ein geregeltes Leben beginnt. Er findet sogar eine Freundin und alles könnte gut werden, aber das Geheimnis um den echten Danny ist allgegenwärtig und bleibt immer in Gedanken. Nach und nach baut sich die Geschichte darauf auf und jeder möchte wissen, warum Danny abgehauen ist und was die Familie zu verbergen hat.

Who I am not liest sich gut und lässt einem sofort in die Geschichte einsteigen und den Charakteren nahe kommen. Die gesamte Zeit über wurde ich angetrieben wie weit "Danny" gehen kann. Irgendwann muss er doch auffallen. Beziehungsweise was ist denn mit dem echten Danny passiert? All diese Fragen finden am Ende eine Antwort aber dennoch bin ich nicht vollständig mit dem Ende zufrieden gewesen.

Fazit

Who I am not ist die Geschichte von einem jungen Hochstapler, der nur, um den eigenen Schatten der Vergangenheit zu entkommen, in die Rolle eines Jungen schlüpft, dessen Leben, ebenfalls Leid und Tragödien bereit hält. Es lässt sich super gut und schnell lesen. Die Charaktere sind klar definiert. Zum Schluss werden jedoch nicht alle meine Fragen geklärt, dennoch mochte ich den Helden.



Mit diesem Buch nehme ich an folgender Challenge teil:

Challenge der Gegenteile Katjas Aufgaben, die grüne Seite des Yin Yangs: Ein Buch eines Autors
Ran an den SuB Abbau: Monatsaufgabe Februar: Einzelbände 

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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Ich finde die Rezension ist gut gelungen und der Inhalt wurde gut wiedergespiegelt. Es ist schwer jemanden zu beschreiben und den falschen Danny von dem echten Danny getrennt zu halten jedoch finde ich es größtenteils gut versändlich. Allerdings finde ich, dass man ein Bisschen mehr drauf achten könnte nicht zu voreilig alles zu erzählen und den Leser z.B. selber drauf kommen lassen, dass es merkwürdig ist, dass "Danny" so herzlich empfangen worden ist. Eine Sache noch: es wäre vielleicht ratsam darauf zu achten, dass die Namen der Personen stimmen (Harley nicht Haley) und, dass die Beziehungen zwischen Personen klar sind (Halbschwester Shannon nicht Schwester Shan)

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    1. Hallo Anonym,

      vielen Dank für deinen konstruktiven Kommentar. Ich denke mit einigen Punkten hast du recht und ich werde bei meinen künftigen Rezensionen gewissenhafter vorgehen.
      Liebe Grüße Cindy

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