Mittwoch, 31. Dezember 2014

Sannah & Ham von Tom Ellen und Lucy Ivision

© Cover- und Zitatrechte: Chicken House
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Inhalt

Genau einen Sommer lang brauchen Hannah und Sam , um ein echtes Liebespaar zu werden. Dabei ist bereits die erste Begegnung für beide unvergesslich. Wer verliebt sich schon auf dem Klo? Aber bevor das Schicksal sie endlich zueinander führt, müssen sie peinliche Situationen überstehen und die gutgemeinten, aber hirnrissigen Ratschläge ihrer Freunde umsetzen. Und dann können sie sich - hurra! - vom schrecklichsten aller schrecklichen Albträume verabschieden: wohlmöglich NIEMALS ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. 

Klappentext



Der zufällige Satz...   

Seite 5 Zeile 11 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 

„"Ja!", brüllte Tilly und vollführte einen Siegestanz.“
 

Seite 5 Zeile 11 bis Seite 5 Zeile 12






Meinung
 
Sannah und Ham - das ist eine lockere sprachlich unverkrampft und direkte Geschichte über das sich finden, Freundschaft, das 1. Mal und Erwachsen werden.

Hannah und Sam haben es nicht leicht in ihrem Leben als Teens in London. Die Abschlussprüfungen sind geschrieben, die Sommerferien stehen an, doch anstatt sie in vollen Zügen zu genießen, hegen die beiden unter anderem Zukunftsängste. Denn soweit ich es aus dem Buch verstanden habe, bekommen englische Abiturienten erst nach den Sommerferien ihre Abschlussnote mitgeteilt, die den Grundstein für die Universtätenwahl bildet. Sam und Hannah sind sehr gute Schüler, haben aber beide ihrer Meinung nach, in einem Prüfungsfach total versagt und bangen nun, um den notwendigen Notenschnitt, um in Sams Fall nach Cambridge und in Hannahs nach York zu kommen. 

Mit dieser Angst stehen sie in ihrem jeweiligen Freundeskreis ziemlich alleine da, denn ihre Freunde haben nicht so hoch gesteckte Universätsziele. Man könnte meinen Sam und Hannah kennen sich bereits? Nein das tun sie noch nicht, aber wir Leser lernen, die beiden sehr schnell ziemlich gut kennen, denn ihre Geschichte wird abwechselnd von Hannah und Sam aus der Ich-Perspektive erzählt. Gerade in Bezug auf Sam finde ich das sehr gut. Endlich mal ein kleiner Einblick in die Gefühls(chaos)welt eines männlichen Heldens in einer Lovestory. So etwas lese ich gerne und die Bücher, die das behandeln, sind rar.

Sam ist mir schnell ans Herz gewachsen und ich habe ihn sogar ein kleines bisschen lieber, als Hannah. Aber nur ein kleines bisschen. Hannah ist auch sympathisch und im Großen und Ganzen sind die beiden sich sehr ähnlich.

Beide wirken etwas schüchtern und unbeholfen, gerade im Umgang mit den anderen Geschlecht. Sind ehrliche Seelen und gute Freunde für ihre Freunde. Außerdem wissen beide nicht, was sie für eine anziehende Außenwirkung haben.

Erst auf einer Hausparty begegnen sich die beiden völlig unerwartet im Badezimmer. Hannah hat sich vor lauter Aufregung im Badezimmer versteckt, denn es soll der Abend der Abende werden... Ihre Jungfräulichkeit soll endlich dran glauben, wie kann man den nur mit 18 Jahren noch Jungfrau sein? Eben, das ist ein Unding, daher muss das so schnell wie möglich erledigt werden, damit Hannah Erwachsen werden kann... Das denkt jedenfalls Hannah.

Ihr Auserwählter ist Freddie, doch sie liebt ihn nicht, jedenfalls nicht so wie es in den Filmen immer gezeigt wird. Sie mag ihn und er sieht gut aus, na ja und weil er nett ist, soll er es sein, dem sie ihre Jungfräulichkeit schenkt. Doch etwas Angst hat sie schon, außerdem haben ihre Freundinnen sie vorher zum Intim Waxing geschleift und das ist nicht nur rot, es juckt auch noch füchterlich. Die Zeichen stehen also auf ein turbolentes Erstes Mal.

Warum Sam, dass Badezimmer aufsucht? Nun er muss einfach mal und so treffen die beiden im Bad aufeinander. Die Szene ist sehr lustig und zeigt das in Sannah & Ham ein leichter lockerer Ton herrscht, die Dialoge zwischen den Figuren wirken nie aufgesetzt, sondern immer authentisch.

Hannah und Sam verstehen sich auf Anhieb und jeder merkt ganz deutlich "Hey mit ihm/ihr ist Reden vollkommen leicht und normal". Keiner muss sich verstellen, oder krampfhaft versuchen eine typische Jungen-Mädchen Verhaltensweise an den Tag zu legen. Doch die friedvolle Stimmung wird nicht lange halten, schnell werden die beiden unterbrochen und schlittern in die erste von vielen peinlichen Situationen hinein.


"Ja, super, aber du musst sofort runterkommen. Freddie ist da. Er fragt schon nach dir."- Seite 58.

Sam ist ebenfalls Jungfrau, steht damit in seiner Jungsclique ziemlich allein da. Es ist nicht so, dass er keine Chancen gehabt hätte, aber bisher haben sich die Mädchen immer von ihm, und einem anderen Typen zugewandt. Es gibt halt immer einen Freddie. Eines wird Sam sofort klar, Hannah ist seine Traumfrau, aber die hat ja diesen Freddie, also wird daraus nichts. Doch vergessen kann er sie nicht, dabei weiß er nicht einmal wie sie heißt, sondern nur das sie genau wie er heißen Ribena liebt.

Auch Hannah kann dieses kurze Klo-Intermezzo nicht vergessen und sieht in Sam ebenfalls ihren Traummann. Sie nennt ihn den Klo-Boy, auch sie weiß nicht, wie er eigentlich richtig heißt. Es wird also schwer sich wieder zu finden, doch das Schicksal spielt den beiden in die Hände, dabei kommt es aber oft zu Missverständnissen und zum zweit wichtigsten Thema im Buch:

Freundschaft - Hannah hat drei Freundinnen, das sind Grace, Tilly und Stella. Gemeinsam gehen die vier durch Dick und Dünn und das schon seit dem Kindergarten. Sie fahren in den Urlaub, reden über Jungs, Sex, Jungs, Sex, das erste Mal und Sex. Während Grace und Tilly eher unauffällig agieren, ist Stella die Zicke und die Diva. Zwischen ihr und Hannah kracht es öfters. Das eine oder andere Mal hätte ich sie am liebsten gehauen, so eine schreckliche Ich-bezogene Freundin - Bäh. Da muss Hannah alleine durch, daran wachsen und sich weiter entwickeln. Letzten Endes hat mir die Wandlung die sie durch macht sehr gut gefallen. Freundschaft durch Dick und Dünn eben.

Das Miteinander von Sam und seinen Jungs wirkt von Anfang an viel ruhiger und harmonischer. Klar, Jungs sind auch keine durchgängigen Zicken, jedenfalls diese Exemplare. Robin hat einen herrlichen Spleen - diese besondere Leidenschaft macht ihn so sympathisch. Aber nie würde er ihn zugeben.

Im Großen und Ganzen war Sannah & Ham sehr unterhaltsam und lustig, die Sex Dauer-Thematisierung war mir jedoch zu fiel. Es ließ die Figuren zeitweise sehr oberflächlich wirken. So oft, wie sie sich über ihr erstes Mal Gedanken gemacht haben, hätte ich ihnen am liebsten "Kommt mal wieder runter und bleibt locker" gesagt. Ich kann mich nicht erinnern, dass das in meiner Teenzeit einen ebenfalls so großen Stellenwert eingenommen hat und so lang ist das nicht her, das ich selbst 18 Jahre alt war.

Zum Ende hin, hat Sannah & Ham abgenommen. Das Hin und Her hat mir einfach zu lang gedauert und am Schluss, habe ich das Gefühl einen Sprung zu haben, das ich irgendetwas verpasst habe.

Fazit:

Bücher über die erste große Liebe gibt es viele und was ich meine, viele in der der Hauptcharakter ebenfalls ein Mädchen ist. Diese Gefühls- und Gedankenwelt kenne ich von mir. Sannah & Ham ist ein Buch, in welchem auch der Junge zu Wort kommt und Sam ist ein liebenswerter Charakter, der für mich das Besondere an Sannah & Ham gewesen ist. Punktabzug gibt es leider für die über alles schwebende "Sexwolke" und dafür, dass das Ende zu abrupt gewesen ist, nach dem Hannah und Sam, davor ewig gebraucht hatten sich zu "finden".


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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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