Freitag, 3. Oktober 2014

Stigmata - nichts bleibt verborgen von Beatrix Gurian

© Cover- und Zitatrechte: Arena

Inhalt
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"Wenn du wissen willst, wer die Mörder deiner Mutter sind, dann meldest du dich an. Am besten heute noch." Dieser Satz unter einem alten Foto, auf der letzten Seite, eines ansonsten leeren Fotoalbum bringt Emma zum Transnational Youth Fondation Projekt. Emmas Mutter ist vor einigen Wochen bei einem Autounfall ums Leben gekommen, doch das Fotoalbum, welches Emma kurz danach geschickt bekommt wirft Fragen auf. Ist das Baby auf dem Foto wirklich ihre Mutter und warum soll sie ermordet worden sein? Ausgerechnet Emmas Mutter, die zu allen freundlich und ein hilfsbereiter Engel war. Haben die anderen Teilnehmer wirklich etwas mit den Tod ihrer Mutter zu tun? Je mehr sich Emma im bayrischen Jagdschloss auf die Suche macht, um so tiefer gerät sie in einem Strudel aus erschütternden Erkenntnissen. Was ist Lüge und was ist die Wahrheit?



Der zufällige Satz...   

Seite 268 Zeile 15 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 

„Ich denke an den Zeitungsartikel, den ich in ihrem Zimmer entdeckt habe.“
 

Seite 268 Zeile 15 bis Seite 268 Zeile 15





Meinung:

Stigmata ist ein unglaublich spannendes Buch, es berührt und kizelt die Nerven und lässt mich mit seinem Horror am Ende nachdenklich zurück.

Anfänglich verwirrend sind die unterschiedlichen Handlungslinien mit denen die Geschichte erzählt wird. Über die Figuren erfährt man zu nächst wenig, so habe ich zum Beispiel gebraucht, bis ich wusste, dass Emma Emma heißt und auch wie alt sie ist bemerkte ich nur zwischen den Zeilen. Ich finde im Schreibstil der einzelnen Kapiteln liegt eine gewisse Distanz. Sobald ich das Gefühl hatte jetzt komme ich den Figuren näher, sie öffnen sich oder es passiert etwas spannendes ist das Kapitel zu Ende und oft spielt das, darauf folgende Kapitel entweder in der Vergangenheit oder Gegenwart. Das hat mich ungemein zum Weiterlesen angestachelt und das macht auch den Reiz von Stigmata aus. Denn diese Erzählstruktur passt perfekt zu der schaurigen Kulisse eines kaputten alten Landsitzes. 

Das Transnational Youth Fondation Projekt soll Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, zwischen 16 und 18 Jahren zusammenführen. Ziel ist es, sich in Fremdsprachen zu üben und gemeinsam an seine Grenzen zu stoßen. Eben etwas für das Erwachsenwerden zu lernen. Eigentlich eine harmlose Sache wie Emma nach einigen Recherchen findet und sie stellt sich auch eher ein Camp mit Zelten, statt ein marodes altes Jagdschloss vor.

Gemütlichkeit und Behaglichkeit soll das Jagdschloss auch nicht ausstrahlen, es ist groß kalt und wirkt gefährlich und beängstigend. Immer wieder findet Emma Fotos, die aus dem Fotoalbum stammen müssen. Die Motive zeigen keine fröhlichen sorglosen Dinge, sondern reizen die Lesernerven.  Etwas unausprechliches muss sich in dem Jagdschloss zugetragen haben und mit Emmas Mutter in Verbindung stehen. Diese Fotos haben es in sich. Sie unterstreichen die gruselige Atmosphäre des Buches. Die Idee Fotos in die Handlung einzubinden, kenne ich von "Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs. Das trifft genau meinen Geschmack und macht die Bücher um einiges spannender. Durch den Film "Die umbarmherzigen Schwestern" habe ich einen kleinen Einblick erhalten, was so alles in kirchlichen Einrichtungen der 60er Jahren passieren konnte. Mit diesen Gedanken im Kopf hat mich Stigmata mehr an sich gefesselt, denn ich wollte unbedingt wissen, was wirklich geschehen ist.

Dadurch dass man nicht viele Informationen über Emma erhält bin ich ihr auch nicht so nah gekommen, aber sie hat mich trotzdem fasziniert und jede Wendung und jeder Schrecken, war als wäre es mein eigener. Emma hat ein starken mutigen Charakter. Ich hätte sie am liebsten gepackt  und wäre mit ihr schreiend aus dem Schloss gerannt. Den anderen Charakteren kommen Emma und der Leser nicht wirklich nahe, was aber daran liegt, das jeder ein potenzieler Mörder ihrer Mutter sein kann und Emma daher den anderen lieber mit Zurückhaltung und Skepsis begegnet. Fasst sie doch einmal mehr Vertrauen, dpassiert  irgendetwas oder die Person sagt etwas, dass Emma verdächtig vorkommt.

Während ich das Buch verschlungen habe, war ich mit angespannten Nerven unterwegs, immer auf den Sprung und wartend auf die nächste Wendung.

An einigen Stellen dem Ende entgegenblickend wurde die Handlung, für mich etwas vorhersehbar aber das war okay, denn das Ende hat mich dann doch überrascht.

Die Gesamtgestaltung von Stigmata ist wunderschön. Mir gefielen die Fotos und die besondere Gestaltung der Seiten. Einziger Minuspunkt, bei einer so schönen Aufmachung fand ich es schade, dass das Buch vom Einband ohne Schutzumschlag so schlicht und einfach gehalten ist. 

Fazit

Stigmata ist genau das richtige Buch, für alle die sich gruseln wollen und auf hohem Niveau unterhalten werden wollen. Es hat mich nachdenklich zurück gelassen und am liebsten möchte ich meine Mama in den Arm nehmen und ihr sagen wie lieb ich sie habe und das ich mich einfach für ihr Leben interessiere.


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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hallo liebe Cindy,

    dieses Buch habe ich auch gelesen und war ebenfalls begeistert! Eine schöne Rezi hast Du dazu geschrieben ♥ habe mich total gefreut, die Autorin auf der Frankfurter Buchmesse zu treffen. Habe sogar ein Autogramm bekommen und ein Foto mit ihr gemacht :-) wenn Du magst kannst Du es Dir ja mal hier anschauen:

    http://www.tanjasbuecher.blogspot.de/2014/10/mein-besuch-auf-der-frankfurter.html

    Ganz liebe Grüße,
    Tanja ♥

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    1. Hallo liebe Tanja,

      du hast so recht, das Buch ist wirklich genial gewesen. Ach bestimmt kann ich es noch mal lesen. Ich mag es wenn Bilder auf so schaurig gruseliger Art darin integriert werden. Deinen Beitrag schaue ich mir gleich an, erst mal muss ich deine Kommentare lesen und beantworten. :)

      Liebe Grüße
      Cindy

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