Freitag, 17. Oktober 2014

Die Seiten der Welt von Kai Meyer

© Cover- und Zitatrechte: FJB

Inhalt
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Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Ahnen birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie der Worte entfesseln. Noch weiß sie nicht, in welch tödlicher Gefahr sie schwebt. Denn Furias Familie wird von mächtigen Feinden bedroht - und die trachten auch ihr nach dem Leben. Der Kampf gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher beginnt...

Klappentext





Der zufällige Satz...   

Seite 406 Zeile 6 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 

„Weiter oben fiel Lichtschein durch Spalten des Geflechts - das musste die Rückseite der Kammer sein.“
 

Seite 406 Zeile 6 bis Seite 406 Zeile 7




Meinung

"Händler, die in Libropolis arbeiteten, konnten auf eine Weise von einem Roman erzählen, die dem Käufer das Gefühl gab, er selbst spiele die Hauptrolle darin." - Seite 175.

Ganz eindeutig hat sich Kai Meyer hier verraten, er arbeitet selbst in Libropolis. Denn er gehört zu den Autoren, die mich schon seit meiner Kindheit mit ihren Worten zu verzauben wissen, mir fantastische Welten bauen und mich in ihren Bann ziehen. Er lässt mich in seinen Romanen oft die Hauptrolle übernehmen.

Die Welt in der Furia lebt ist ein Paradies für jeden der Bücher genauso gerne liest und liebt wie Furia. In der unterirdischen Bibliothek ihrer Familie tummeln sich Origami Vögel, welche einst durch Magie erschaffen wurden und heute den Staub von den Büchern picken. Es gibt dort unten einen Buchstabenschwarm, Ypsylonzett, der Furia auf ihren Streifzügen begleitet und mit ihr "textet". Doch nicht nur in der Bibliothek, sondern auch im Rest des Anwesens wimmelt es vor buchischer Magie. Die sprechende Leselampe und der gemütliche knarzige, ebenfalls sprechende Lesesessel sind mir sofort ins Herz gesprungen. Das ist etwas was doch jeder Bücherwurm gerne hätte oder? Einen Sessel der zufrieden vor sich hingrummelt, je mehr man sich hinein lümmelt. Herrlich diese fantastische friedliche Welt die mir Kai Meyer zeigt. Das erinnert mich an andere Lieblingsorte wie die Winkelgasse, die uralte Metropole oder einfach die Welt von Gwendolyn und Gideon. England, insbesondere London scheint wohl die perfekte Kulisse für diese Welten zu sein. 
In Libropolis geht das Staunen und Schwärmen des Lesers weiter, denn diese Stadt ist eine Bücherstadt. Hier gibt es die verschiedensten Buchläden. Ein Laden der Bücher aus Schokolade anbietet, ein anderer hat sich spezialisiert auf eine ganz bestimmte Seitenanzahl oder oder oder. Die Buchläden sind so vielfälltig und einfallsreich wie Berti Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung des Harry Potter Universum. Jedenfalls kam mir das während des Lesens in den Sinn. Hier entlang zu schlendern und mir alles in Ruhe anzuschauen hat mir Spaß gemacht. Hab mich pudelwohl und zufrieden dabei gefühlt.

Doch in Furias Leben ist nicht alles heiter Sonnenschein. Es dauert eigentlich nicht lange, bis Furias Leben aus den Angeln gerissen wird und sie mit einer grausamen Realität konfrontiert wird. Viel zu schnell muss sie Verluste überstehen, die mir echt nahe gingen.

Böse Mächte haben es aus verschiedenen Gründen auf Furia und auf die Bücher ihrer Familie abgesehen und jagen sie. Das wird sehr schwer für sie, da sie noch am Anfang ihres Bibliomantendaseins steht und viel zu lernen hat.

Furia ist eine Protagonistin, die ich uneingeschränkt ins Herz geschlossen habe. Sie hat diesen typischen Heldencharakter. Wobei sie oft auch etwas zur stur ihren Ansichten folgt. Wenn sie könnte, wie sie wollte, würde sie jedem anderen Charakter eine Chance geben etwas gutes zu tun. Doch sie wächst an ihren Lebensumständen und das anfängliche naive verwäscht sich irgendwann ein wenig. Unter den anderen Protagonisten finden sich ebenfalls einige die ich als typisch für so ein Fantasy Abenteuer halte. Das ist für mich aber nicht schlimm, denn die Charaktere passen uneingeschränkt in "Die Welt der Seiten".

Die Erzälform ist nicht der Icherzähler, sondern der allwissende Erzähler. So kommen also auch andere Figuren zu "Wort". Furia gerät zwischen den Fronten der Libropolis Rebellen und der Adamistischen Akademie. Einst bestand jene Akademie aus fünf Familien und wurde gegründet um die Bibliomantik zu überwachen, doch im Laufe der Jahrhunderte wurde die Akademie zu den Feinden der Familie Faerfax. Im Buch wird diese Akademie immer als die große böse Unbekannte dargestellt, die diktatorisch herrscht und ihre Ansichten brutal durchsetzt. Der Erzählstil hätte es meiner Meinung nach erlaubt, auch mal die Akademie von Innen kennenzulernen. Vielleicht auch eine Familie genauer. Mir gefallen die guten Charaktere in Büchern in der Regel  am Meisten, aber ich schaue auch gerne bei den Bösen rein. Vor allem wenn das Buch mal eben nicht einen Ich-Erzähler hat. Für meinen Geschmack kam die Adamistische Akademie kurz.

Das Buch ist spannend und hat mich schon auf den ersten Seiten gehabt, mehr aber wegen dem ganzen friedlichen fantasievollen Elementen. Irgendwann ist mir auf gefallen, das die Verfolgung, der Kampf und die angespannte Lage für Furia und ihre Mitstreiter überhand nahm. Kurze Verschnaufspausen, in denen man die Schönheit dieser Welt geniesen konnte, gab es kaum. Manchmal hatte ich das Gefühl den Faden zu verlieren und nicht mehr mitzukommen. 

Ich sehe das für mich persönlich als größten Minuspunkt an diesem Buch, dass es einfach zu viel Kampf und Leid gab. Keine Ahnung momentan ob es noch weitere Teile geben wird, dass Ende lässt mich vermuten oder hoffen. Schade, wäre es schon wenn es bei nur einem Teil bleiben würde, denn dafür sind so viel tolle Ideen einfach in einem einzigen Buch gepackt worden, dass meine anfängliche Entdeckungsfreude zu kurz kam. Vielleicht wäre ein erkennbarer Mehrteiler vom Vorteil gewesen, um Furia und dem Leser Raum für eine ausgiebige Entdeckungstour zu bieten.

Fazit

Keine Frage Kai Meyer kann es einfach, Welten und Abenteuer erschaffen. Die Seiten der Welt ist ein großartiges Buch. Hier sind tolle Ideen und Figuren vereint. Mir gefielen gerade die kleinen unscheinbaren Protagonisten wie Sessel, Lampe, Seelenbuch oder die Origami Vögel am besten. Die Gestaltung des Covers und des Einbandes gehört für mich zu einen der schönsten ein Blickfang allemal. Dass es so wenig "einfach mal die Seele baumeln lassen" Momente gab, bringt mich dazu einen Punkt abzuziehen und das ich am Ende das Gefühl hatte, das Buch ist zu schnell zu ende und ich habe noch so viele Fragen.



Die Seiten der Welt Reihe im Überblick
Die Seiten der Welt 1: 
Die Seiten der Welt - Nachtland 2: meine Rezension
Die Seiten der Welt - Blutbuch 3: meine Rezension

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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hallo liebe Cindy,

    Die Seiten der Welt hat mir auch sehr gut gefallen! Ich liebe es in fremde Welten einzutauchen und das ist mir bei diesem Buch super gelungen :) Das Cover finde ich auch wunderschön ♥

    Glg, Tanja

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    1. Hallo liebe Tanja,

      und weißt du was das Beste an die Seiten der Welt ist, es geht weiter. Hoffentlich nimmt sich Kai Meyer dann noch etwas Zeit für die Libropolis Welt.

      Liebe Grüße
      Cindy

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