Sonntag, 10. August 2014

Weibersommer von Heike Wanner

© Cover- und Zitatrechte: ullstein


Inhalt
Startseite vom ullstein

Die Cousinen Lisa-Marie, Marie-Luise und Anne-Marie haben nicht viel gemeinsam – nur den Namen Marie, den sie von ihrer geliebten Großmutter bekommen haben. Doch als sie einen Bauernhof im Allgäu erben, machen sich die drei Frauen in einem alten VW-Käfer auf den Weg. Enthusiatisch tauschen sie ihre Stöckelschuhe gegen Gummistiefel und merken bald: Ein Bauernhof macht noch keine drei Freundinnen. Erst ein kleines Bündel Briefe, die von einer außergewöhnlichen Liebe erzählen, zeigt den drei Maries, wie so eine Familienbande sein kann, und offenbart ein streng gehütetes Familiengeheimnis.

Klappentext








Der zufällige Satz...   

Seite 165 Zeile 5 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 

„Sie trug einen gestreiften Pyjama und gähnte verschlafen.“


Seite 165 Zeile 5 bis Seite 165 Zeile 6






Meinung

Weibersommer hat mich positiv überrascht, das Buch erhielt ich nämlich als Anmeldegeschenk von Vorablesen. Die Aufmachung ist kreativ gestaltet. Mir gefällt die Passepartout Optik, dazu noch die leichten dezenten Farben und in der Mitte die kräftigen saftigen leckeren Kirschen.

Anfangs hielt ich Weibersommer nur für einen netten Zeitvertreib fürs Sommerwochenende. Doch Lisa-Marie, Anne und Lou hatten mich schnell auf ihre Seite gezogen. Das gelang ihnen mit Witz, Wärme und Charme. Anne ist die
© Foto von mir - Idee inspiriert vom Buch
Hausfrau und Mutter in der Runde. Ihre Schwester Lou ist die erfolgreiche Karrierefrau bei der einfach alles perfekt läuft. Sie verdient viel Geld, kann sich eine tolle Wohnung, unzählige Klamotten und gemeinsam mit ihren Freund teure Urlaube leisten. Die Cousine der beiden, Lisa-Marie, wirkt etwas wie eine kleine graue Maus. Sie versteckt sich lieber hinter ihren Büchern, anstatt sich aktiv nach einem Partner umzusehen. Träumt sie letzten Endes dann doch lieber von der wahren Liebe. Genau diese Abwechslung der Drei, macht auch ihren Reiz aus. So fällt es mir auch nicht schwer mich mit ihnen anzufreunden.


Mit ihrer Cousine Lisa-Marie treffen sich die Schwestern Anne und Lou nur ihren Müttern zur Liebe regelmäßig. Mindestens ein Mal im Monat wird mit Mutter, Tante, Schwester und oder Cousine ein Kaffeekränzchen veranstaltet. Gerade Lou und Lisa-Marie geraten sich dabei oft in die Haare und eigentlich sagen alle drei auch, ein "gezwungenes" Familientreffen im Monat reicht doch vollkommen aus. Dann aber erreicht die Familie die Nachricht, dass Onkel Horst, der älteste Bruder der Mütter gestorben ist. Sein Tod kam plötzlich und trifft alle Frauen sehr. Onkel Horst hinterlässt einen Bauernhof mit einigen Tieren in Pfronten im Allgäu (Bayern). Nun können sich die Tiere nicht selbst versorgen, außerdem muss die Beerdigung vorbereitet werden und die Angelegenheiten von Onkel Horst geregelt werden. Sofort melden sich Onkel Horst Schwestern bereit nach Pfronten zu fahren und alles zu regeln, anstatt wie geplant, gemeinsam zur Kur zu fahren. Das wollen Lisa-Marie und Anne nicht zu lassen und erklären sich bereit an Stelle der beiden zu fahren. Mehr gegen ihren Willen und durch Verkettung seltsamer Umstände muss auch Lou mitfahren. Eine Geduldsprobe für die drei Frauen die selten längere Zeit miteinander verbracht haben ohne sich zu streiten. 

Weibersommer wird mit mit viel Witz, Leichtigkeit und Liebe erzählt. Ich habe mich wohlgefühlt und hatte unbeschwerte schöne Lesemomente. Es ist angenehm, einmal eine Geschichte zu lesen, die nicht von einer atemlosen und überaschenden Situation in die nächste springt. Die Welt der Figuren ist übersichtlich und verständlich gestaltet. Jede Marie erhält Platz für ihre Persönlichkeit und auch wenn sie nach Außen hin grundverschieden scheinen, sind sie sich tief im Innern ähnlich und jede ist um das Wohlergehen der Anderen bemüht. Auch die Nebenfiguren wie die sehr eigene Frau Hösle sind sympathisch und authentisch. Frau Hösle, die Nachbarin des Hofes, ist so authentisch bayrisch das ich sehr oft über sie lachen musste. 

Spontan engagiert Lisa-Marie im Supermarkt den jungen und gutaussehenden Jo für die anfallenden Hofarbeiten, denn die drei Ladies merken schnell das ein Bauernhof viel Arbeit bedeutet und das sie damit an ihren Grenzen geraten. Jo sorgt für einiges Schwärmen unter den drei Frauen, die aber alle samt fast seine Mütter sein könnten. Gerade Anne, deren älteste Tochter nur zwei Jahre jünger als Jo ist, bemuttert ihn gerne.

Interessant und etwas fürs Herz wird geboten, als Mia, Annes Tochter plötzlich auf dem Hof steht, weil auch sie es nicht mehr zu Hause ausgehalten hat. Jo und Mia fühlen sich zueinander hingezogen und sorgen für Romantik und Knistern pur. Hier hat mich Weibersommer, dann  komplett abgeholt, denn noch verfüge ich nicht über Anne, Lous und Lisa-Maries Lebenserfahrungen um mich mit deren Probleme identifizieren zu können. Jo und Mia traffen ganz meinen liebeshungrigen noch jugendlichen Geschmack.

Lisa-Marie hat einmal die Liebesbeziehungen ihrer Verwandten nach Filmen oder Serien katogoriesiert:

Lou und ihr Christopher passen zu Sex and the City zu Carrie und Mister Big.
Anne und Stephan passen in die heile Welt der Schwarzwald Klinik
Mia und Jo zu  amerikanischen Teenie Love Filmen.
Für sich selbst erträumt sie sich als Büchernärrin eine ähnliche Liebesgeschichte wie in E-Mail für dich.

Ich finde dieser Vergleich beschreibt die Figuren passend. Geheimnisvoll und ein Hauch spannend wird es, als die Ladies beim Aufräumen des Hauses einen Schuhkarton mit alten Briefen finden. Die Briefe zeugen von der Liebe ihrer Großeltern und sind sehr feinfühlig und überraschend. Wenn die Ereignisse in einem Buch Stück für Stück aufeinander aufbauen oder wiederkehren und sich ineinander fügen, am Ende dann das große Ganze bilden, wie ein Puzzle, dann finde ich das sehr gut. Genau das schafft Heike Wanner in Weibersommer, da finde ich es nicht weiter schlimm das einige Dinge schon klar werden, bevor es den Figuren klar wird. Jede Marie durchlebt eine nachvollziehbare Entwicklung und zuweilen war das sehr lustig mit zuerleben.

Fazit

Weibersommer hat mich komplett von sich überzeugt, auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war. Es ist einfach zu lesen, hat liebevolle Charakter, Charme, Herz und Witz zu bieten. Dieses Buch ist einfach wie ein warmer schöner Sommertag. Vielleicht ist der eine oder andere Handlungsverlauf vorhersehbar aber von Weibersommer wollte ich auch nicht von einem Adrenalin Stoß in den nächsten geworfen werden.

Ein Buch wie ein Sommertag. Einfach nur warm und schön.





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© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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