Sonntag, 3. August 2014

Rosen und Seifenblasen verliebt in Serie von Sonja Kaiblinger

© Cover- und Zitatrechte: Loewe

Inhalt

Ashworth Park ist die angesagte Daily Soap unter den schnulzigen romantisch kitschigen Seifenopern. Der Serienschönling Julian steht mit seiner vornehmen
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Adelsfamilie im Mittelpunkt. Egal ob bei Regen, Sonne oder schweißtreibenden Aktionen, Julian ist stets perfekt gekleidet, das Zahnpasta Lächeln blitzt und die blonde Walle Mähne sitzt.

Seit dem die Serie im Fernsehen läuft, ist die sonst so intelligente Schwester, der 14-jährigen Abby nicht mehr wiederzuerkennen. So intensiv himmelt sie Julian an und überhaupt weiß sie einfach alles, über die Ashworths und deren Angestellten. Abby weiß nicht ob sie lieber lachen oder würgen soll, sobald die Geigenmusik ertönt und die Rosen über den Bildschirm flimmern. Denn für sie ist Ashworth Park die schlechteste Serie überhaupt. Doch es kommt der Tag an dem ihr die nervende Geigenmusik nicht mehr aus dem Ohr geht, obwohl der Fernseher auf stumm läuft, ihr Körper nur noch kribbelt und sie sich plötzlich in Ashworth Park befindet.
Abby wird zur Daily Soap Figur Widerwillen. Von da an hat sie alle Hände voll zu tun, Geheimnisse aufzudecken, unfreiwillig ins Visier von Liebschaften und Intrigen zu geraten und sich einen verliebten Julian vom Hals zu halten. Dabei möchte Abby nur das dieses Chaos hinter sich lassen.




Der zufällige Satz...   

Seite 8 Zeile 28 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 

„Schon allein der lächerliche Vorspann, in dem eine Herde Schafe vor dem herrschaftlichen englischen Gutshaus graste und Rosen im Zeitraffer verblühten, ließ mich würgen.“


Seite 8 Zeile 27 bis Seite 9 Zeile 2






Wie bin ich auf Rosen und Seifenblasen verliebt in Serie aufmerksam geworden?

Damaris hat vor einigen Wochen auf Damaris liest ihr Sommergewinnspiel Nr. 1 veranstaltet. Dabei gab es eine von drei Loewe Neuerscheinungen zu gewinnen. Mir ist Rosen und Seifenblasen sofort ins Auge gesprungen.

Warum Rosen und Seifenblasen...

Das Buch Cover versprüht eine quirlige girlie Energie kombiniert mit dem Sprung in eine überdrehte unrealistische Seifenoper, durch Abby, die bekennender Anti-Fan ist, versprach ich mir Lachen und sommerliche Leichtigkeit.



Was ist das besondere an der Handlung?

Ganz eindeutig, dass Abby in eine Seifenoper landet und das, zu ihrem Ärger, in der absoluten Lieblingssoap ihrer Schwester. Die in Abbys Augen vor platten Dialogen, vorhersehbaren Wendungen und unrealistischen Charakteren nur so strotzen. Rosen und Seifenblasen spielt bewusst mit den Vorurteilen von richtig schnulzigen Soaps und lässt die Charaktere auch übertrieben handeln.

Wie ist die Welt von Rosen und Seifenblasen aufgebaut?


Abby kommt aus dem heutigen und modernen New York ihre Welt ist der unseren ähnlich. Bis auf die Kleinigkeit, dass sie von dort aus in eine Fernsehserie gezogen wird. Auf der anderen Seite ist die Welt von Ashworth Park. Da Lords und Ladys besser nach England als nach Amerika passen, leben die Figuren auch in England. Nur das sie auf einer Insel namens Isle of Roses leben und diese Insel kann man als fiktiv bezeichnen. Im Grunde aber spielt die Jahres und Tageszeit genau wie in Abbys Welt. Da es nur zwei Welten gibt, ist der Handlungskosmos leicht zu verstehen und übersichtlich.




Etwas, das während des Lesens sofort auffällt...

Die Isle of Roses ist logisch aufgebaut worden. Nicht nur Abby entdeckt die Grenzen und die Besonderheiten, die Ashworth Park hat sondern auch andere, das hat mich doch überrascht.

Was ist das besondere an den Charakteren?

Abby hat in New York ein soziales Umfeld in ihrer Familie mit der Mutter und der Schwester. Sie hat eine beste Freundin, welcher der Gruppe leicht verrückte beste Freundinnen angehört. Morgans flippiges Verhalten wird durch ihre japanischen Wurzeln erklärt. In der Schule ist Abby für die Schülerzeitung tätig. Sie hat auch Kontakt zu anderen Menschen. Abby ist also keine Einzelgänger-Heldin. Abby ist eine sehr sympathische und überzeugende Figur. Sie weiß sich auch gut selbst zu helfen und was ich außerdem toll finde, sie schmachtet nicht jeden der Jungs an und schwebt auf rosa Wolken. Abby ist nicht nur die weibliche Hauptfigur sie übernimmt auch die Erzählerrolle.

Auf der Isle of Roses gibt es eine Menge an Charakteren, darunter einige wenige die mich sofort überzeugen konnten, andere sind einfach nur stark übertrieben in ihrer Art.

Auf der absoluten Klishee Seite steht der Serienstar Julian. Er ist es nicht anders gewohnt, als dass die Mädchen reihenweise bei seinem Anblick in Ohnmacht fallen und das jede mit ihm zusammen sein möchte. Er ist der Strahlemann Held. Julian liebt es zu dichten und zu reimen und lässt dabei keine Situation aus, um seine literarischen Ergüsse mit anderen zu teilen. Er erinnert mich stark an Prince Charming aus dem Shrek Kosmos. Er hatte zwar auch seine ruhigen, menschlichen Sekunden, aber wirklich in mein Herz hat er sich bislang noch nicht gespielt. Er ist glatt, glänzend und rund. Ihm fehlen die Kanten.

Lady Cordelia Ashworth, fällt bislang nur durch ihr affektiertes Gehabe und ihrer ständigen Brüllkraft aus. Im Nachhinein sind sie und Julian doch interessant, aber nur weil sie die perfekten Soapfiguren darstellen.

Jasper, der jüngste Ashworth Spross, ist auch der interessanteste. Er wirkt natürlich und nachdenklich. Die Grenzen von Isle of Roses engen ihn ein, denn er ist einer der wenigen die bereit sind, über den Rand hinweg schauen zu wollen und die Insel verlassen zu wollen. Doch das Serienuniversum weißt sich zu helfen.

Tante Gladys ist eine Mischung aus Jasper, Julian und Lady Cordelia zur Hälfte ist sie genauso übertrieben wie Julian und die Lady. Auf der anderen Seite ist sie aber auch überraschend scharfsinnig und normal wie Jasper.

Wie sieht es in Rosen und Seifenblasen mit der Liebe aus?

An Liebesbeziehungen hat Rosen und Seifenblasen einige zu bieten. Es ist schließlich eine Soap, also wer mit wem und warum oder warum nicht verrate ich nicht. Nur so viel, es gab da einige Lesesekunden von denen wollte ich eine Fortsetzung haben.

Das Leseerlebnis...

Rosen und Seifenblasen bringt zum Schmunzeln, richtig laute Lacher hatte ich selten. Es st aber einfach und schnell zu lesen, mit etwas mehr Freizeit hält das Buch gut ein bis zwei Tage an. Ruhe um sich auf den Inhalt zu konzentrieren braucht man nicht. Es vereint eben gut die Stärken einer Soap.


Die Spannung...

Ehrlich gesagt, war ich da lange Zeit skeptisch denn die Figuren brauchen ewig bis sie die Sache ins Rollen bringen und ich dachte schon Spannung oder das eigentliche Ziel wird gar nicht fokussiert. Aber auf den letzten Seiten übernehmen Spannung und Überraschungsmoment die Zügel und ich war positiv überrascht.

Das Ende...

Nun wer das Wesen einer Seifenoper begreift, der weiß auch wie der Schluss aufgebaut sein kann. Auch hier schweige ich also lieber.


Und nun...


Bevor ich diese Einschätzung angefangen habe. wusste ich eigentlich schon ganz genau was mir an Rosen und Seifenblasen nicht gefallen hat. Lange Zeit kam die Handlung nicht ins Rollen und der gewisse Funke hat gefehlt. Die Charaktere aus Ashworth Park waren so typisch übertriebene Seriendarsteller. Jetzt wo ich am Ende bin, komme ich ins Grübeln, denn ist es nicht von der Autorin gewollt das ich gewisse Figuren als absolut übertrieben und unnatürlich empfinde? Liegt hier nicht die Parodie des ganzen?

Jetzt glaube ich nämlich ja klar doch und das ist irgendwie genial. Dieses Buch ist wie eine geschlossene Rosenblüte mit Geduld öffnet sie sich und entfaltet ihren Charme.

Rosen und Seifenblasen ist der Anfang einer Trilogie. Ich sehe hier noch Luft nach oben und bin hin und hergerissen zwischen 3 und 4 Sternen. Entscheide mich aber für die 4, denn zum Schluss wollte ich doch mehr und die Charaktere sind mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen und das lag an den letzten Seiten.


Die Verliebt in Serie Reihe im Überblick

Rosen und Seifenblasen 1: meine Rezension
Lilien und Luftschlösser 2: erscheint am 09.03.2015

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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

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