Mittwoch, 15. Januar 2014

Rezension zu "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" von April Genevieve Tucholke

Nun ist es soweit, der erste offizielle Post von mir. Die Geburtsstunde meiner Buchwolke. Es hat sehr lange gedauert, aber ich freue mich um so mehr, dass sie am heutigen Tage fertig geworden ist und online geht. Da wird noch eine Menge Arbeit auf mich zukommen, aber noch viel mehr Abenteuer und Freude. Auf diese Zeit bin ich gespannt. Ich wünsche viel Spaß. :)

© Cover- und Zitatrechte:cbt

Inhalt

„In Violet Whites verschlafenem Küstenort ist nicht viel los, bis River West in ihrem Gästehaus einzieht. Plötzlich wird ein Phantom gesichtet, Kinder verschwinden und ein Mann bringt sich um. Hat River damit zu tun? Als Violet die Wahrheit erfährt, hat sie bereits ihr Herz an River verloren…“  Klappentext





Der zufällige Satz...   

Seite 285 Zeile 19 (kann variieren, denn ich nehme nur ganze Sätze)
 
„Konnte er sich auch nicht an das erinnern, was er getan hatte?“
 

Seite 285 Zeile 19 bis Seite 285 Zeile 20

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Meinung

„Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“, zog mich sofort in seinem Bann. Es lockte mich mit seiner geheimnisvollen Atmosphäre, alten Familientragödien und –geheimnisse, die ihre Kreise bis in die Gegenwart ziehen. Die Seiten flogen nur so dahin. Ich begann das Buch an einem Samstagnachmittag und beendete es am Sonntagabend. Es fesselte mich so sehr, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Als ich Samstag gegen 23 Uhr schlafen wollte, konnte ich es nicht und nahm mir noch einmal das Buch zur Hand mit einer perfekten Kulisse aus Regen, der wie mir schien, unnatürlich gegen die Fensterscheibe prasselte, gab die perfekte Umgebung für ein bisschen Grusel, viel Spannung und noch mehr Geheimnisse.

„Es war ein Ort, an dem jemand wie Edgar Allan Poe sicher gern verwesen würde,… Inmitten feuchtgrüner Blätter und glitzernder Sternenstille." Violet Seite 80


Violet ist ein eher ruhiger nachdenklicher Mensch. Was aufhält, ist, dass sie noch immer sehr an ihre verstorbene Großmutter Freddie hängt und nicht nur an ihr, sondern, das sie darüber hinaus mehr mit der Vergangenheit als mit der Gegenwart beschäftigt ist. Sie liebt alte Film- und Buchklassiker und trägt gerne die alten Kleidungsstücke von Freddie. Violets Charakter und ihre Vorlieben fügen sich sehr gut in den Erzählton des Buches ein.

Dieser wird durch sie bestimmt, da die Handlung von ihr erzählt wird. Die Sprache ist sehr gefühlvoll und poetisch mit vielen bildlichen Darstellungen, was mir in dem Fall aber nicht negativ auffiel. Es passte einfach. Der Erzählton erzeugte einen Touch Vergangenheit und zeitlose Gegenwart.

Seit frühester Kindheit sind Violet und Luke daran gewöhnt mehr oder weniger ohne ihre Eltern auskommen zu müssen, da die beiden Künstler sind und sich lieber in Europa aufhalten, anstatt bei ihren Kindern zu sein. Am Anfang hatten die beiden noch Freddie, aber die ist seit fünf Jahren tot und seit fast einem Jahr haben Violet und Luke ihre Eltern nicht mehr gesehen. Das Anwesen der Familie liegt auf einem Hügel nahe der Klippen oberhalb der Stadt. Viel Kontakt zu anderen Menschen haben die beiden nicht gerade.

Außer zu Sunshine, deren Eltern vor einigen Jahren etwas Land von den Whites kauften und dort nun wohnen. Violet scheint es auch kaum zu stören, dass sie nicht viele Freunde hat, solange sie ihre Bücher hat und gelegentlich im Stadt Café einen Kaffee trinken kann, ist sie glücklich. Sie ist mir sympathisch und ich mag ihre ruhige Art aber ein wenig mehr Lachen und Unbeschwertheit hätten ihr auch gutgetan. Luke ist da anders, er ist kontaktfreudiger, gerade in Bezug auf Mädchen, bei denen er jede Gelegenheit nutzt, und er ist offener.

Am Anfang hielt ich ihn für sehr oberflächlich, aber in ihm steckt doch etwas mehr. Er bändelt mit zwei Mädchen zur gleichen Zeit an, wobei die Sache mit Sunshine in erster Linie dazu diente, Violet zu nerven und auch von Sunshine zunächst als nichts Ernstes gesehen wird. Man merkt, dass sich die beiden aber doch näherkommen und dass ihre Küsse und das Fummeln bald mehr als nur Spaß sind. Leider wird nicht näher darauf eingegangen.

River und Violet stehen im Mittelpunkt. Ihre Liebesgeschichte beginnt zart und wird stark geprägt von romantischen Momenten, Misstrauen, aufkeimenden und erstickenden Gefühlen. River ist anfangs sehr geheimnisvoll und aufmerksam gegenüber Violet. Er scheint durch sein Äußeres und Auftreten geradewegs aus Filmen wie Casablanca oder Frühstück bei Tiffany zu kommen.

Er hat auch eine rücksichtslose Seite, mit der Violet konfrontiert wird. Dachte ich am Anfang bei Violet, noch stark an das typische schmachtende Mädchen und den gut aussehenden arroganten Helden, so hat Violet mich mit ihrer Konsequenz überrascht und überzeugt. Sie zeigt, dass sie ihren eigenen Kopf hat, und springt nicht sofort, wenn River schnippt. Sie hinterfragt und glaubt nicht alles was er ihr erzählt, dennoch kommt sie nicht von ihm los.

Die Hauptthemen in „Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“ sind der allgegenwärtige Teufel und dunkle Familiengeheimnisse. Die alles miteinander verknüpfen. Für mich war die Spannung von der ersten Seite an vorhanden und sie steigerte sich noch, bis sie im Finale ihren rasanten Höhepunkt hatten.

Ein kleines Manko ist mir während des Lesens aufgefallen. Die Eltern von Luke und Violet sind seit einem Jahr im Ausland, andere lebende Verwandte gibt es nicht und die Kinder leben ganz alleine in ihrem Haus.

Trotzdem fühlte sich kein Erwachsener in der Pflicht, nach dem Rechten zu schauen. Es wird erwähnt, dass die Geschwister ab und an mit Sunshines Familie zusammen sind. Erwachsene sind in der gesamten Geschichte Mangelware oder Randfiguren.

Einzige Ausnahme ist Freddie, aber die ist ja tot. Die Kinder haben das Sagen und bestimmen die Handlung. Dabei kam mir der eine 11-Jährige bis 14-jährige Protagonist zu erwachsen daher und dadurch etwas unglaubwürdig. Vor allem da es in der Mitte und im Finale sehr brutal wird und das wohlgemerkt hauptsächlich nicht durch Erwachsene gesteuert wird.

Einen wirklichen Abschluss bildete „Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“ für mich nicht, da ich noch zu viele Fragen hatte, aber zum Glück ist ein zweiter Teil in Sicht. Die englische Ausgabe Between the Spark and the Burn erscheint im Sommer 2014.

Wer den Umschlagstext über die Autorin April Genevieve Tucholke liest und dann aufmerksam das Geschehen im Buch verfolgt, wird feststellen, wie sie die Informationen in ihre Geschichte einwebt, was mir gefallen hat.

Das Cover war der Grund, warum ich mir das Buch im Laden in die Hände fiel. Die Wellen des stürmischen Meeres, die sich an den Klippen brechen, das Paar im Nebel, all das passt perfekt zum Inhalt und zur Stimmung. Der Titel ist genial und jetzt wo ich das Buch fertig gelesen habe, finde ich, der Titel stellt einen guten und zweideutigen Bezug zum Inhalt statt.

Fazit

Das Buch hat mich gefesselt, hat mich mitfiebern und mit zittern lassen. Dass, die Kinder zu erwachsenen waren und das es stellenweise richtig brutal war, ist der einzige Punkt den ich bemängeln muss.

Ansonsten haben mich Handlung und Sprache begeistert. Gerade die Sprache ich kann es nicht genau beschreiben aber der kleine Touch vergangener Zeiten hat mir besonders gut gefallen. Für mich war „Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“ ein fantastischer Lesegenuss mit dem die Zeit schnell verging.


Die Between Reihe in der Übersicht:

Fürchte nicht das tiefe blaue Meer 1: meine Rezension
Between the Spark and the Burn 2: englische Ausgabe in 08/2014 erschienen im Dial Verlag. Bisher kein deutscher Erscheinungstermin.


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© Coverrechte: liegen bei den einzelnen Verlagen und/oder Autoren
© Cindy Raschdorff kumosbuchwolke.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hallo Cindy,

    na dann willkommen in der Bloggerwelt :-) Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausbau deines Blogs und schöne Lesestunden.
    Ich habe deine Frage zur "Around the World"-Karte bei All about Books gesehen, wenn du dir auch gerne so eine Karte bauen willst, findest du bei mir unten in den Kommentaren eine Anleitung: http://friedelchen.blogspot.de/2014/01/AroundtheWorld.html
    Ich hoffe, das hilft dir weiter.
    Liebe Grüße

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    1. Hallo Friedelchen,

      vielen Dank für dein Willkommen und deine Hilfe. :) Ich habe die Anleitung entdeckt und, das ist das Wichtigste sie auch verstanden. Das ist toll. Leider habe ich nur noch keine Antwort beziehungsweise Erlaubnis bekommen, daher warte ich noch etwas bis ich mir eine eigene Weltreise gönne. Vielleicht kommt ja noch eine Antwort.

      Liebe Grüße
      Cindy ^-^

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    2. Huhu, ich glaube nicht, dass du extra auf Erlaubnis warten musst, Crini meinte ja, je mehr mitmachen, desto besser :-)

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    3. Hallo Friedelchen,

      das habe ich mir dann auch irgendwann gedacht. Daher ist meine Weltreise schon in Arbeit. :)

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